Wird die Melbourne-Distanz halbiert?

Vor genau zwei Wochen waren sich die Turffans einig: Die 3.200 Meter werden kein Problem für Protectionist. Im Gegenteil. Die Cup-Distanz ist ganz nach dem Geschmack des Monsun-Sohnes. Und so war es auch. Mit vier Längen gewann der Deutsche den Melbourne Cup überlegen, brachte die größte Distanz zwischen sich und das Feld seit Rain Lover im Jahr 1968. Nur einmal in der 150jährigen Geschichte des Rennens überhaupt hatte ein Pferd das Rennen mit größerem Abstand gewonnen. Das war 1862 kein Geringerer als der legendäre Archer.

Fazit: Eine sensationelle Leistung von Protectionist. Und das über 3.200 Meter. Doch jetzt wollen die Australier die Distanz, auf der der Hengst beim nächsten Start antreten könnte, tatsächlich halbieren. Zumindest denken sie darüber ernsthaft nach.

Die Chipping Norton Stakes im Februar könnten das erste große Rennen für Protectionist im Jahr 2015 werden. Das in Warwick gelaufene Gruppe I-Rennen führt über 1.600 Meter. Also die halbe Distanz des Melbourne Cup. Stars wie Lonhro (2003) oder Starcraft (2004) gewannen dieses renommierte, seit 1925 gelaufene Meilenrennen.

„Die Chipping Norton Stakes sind nur eines von mehreren möglichen Zielen zum Auftakt in 2015. Es wäre natürlich toll, könnte er auch über die Meile überzeugen. Für seine Karriere als Deckhengst ist das hilfreich. Ob wir aber wirklich nach Warwick gehen, ist natürlich noch offen. Der Australian Cup in Flemington im März über 2000 Meter könnte es genauso werden. Bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit“, so Mitbesitzer Jamie Lovett gegenüber GaloppOnline.de.

Der Australian Bloodstock-Director weiter: „In diesem Jahr wird Protectionist in keinem Fall mehr laufen. Die Hong Kong Vase kommt nicht in Frage. Er hat seinen Job für 2014 bravourös erledigt.“

Während sich RaceBets schwer tut, Protectionist über 1.600 Meter erfolgreich zu sehen und den Hengst im „Protectionist Spezial“ für die Chipping Norton Stakes mit einem Kurs von 130:10 eröffnete (Zum Langzeitmarkt), äußerste sich der Züchter des Pferdes, Dr. Christoph Berglar, zu den Meilen-Plänen mit den Worten „when in Rome, do as the Romans do!“. Die Australier sind dafür bekannt, mit Pferden in den Distanzen extrem zu variieren und es ist keine Seltenheit, dass Pferde große Rennen über die Meile und danach extreme Steherdistanzen gewinnen.

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