Die Konflikte um den italienischen Rennsport sind nicht beigelegt. Die Entscheidung, ob die großen italienischen Prüfungen 2015 weiter im internationalen Gruppe-System geführt werden, wird auf einer Tagung der Pattern-Kommission rund um das Pariser Arc-Wochenende Anfang Oktober fallen. Dabei steht die Stimme des Münchener Trainers Wolfgang Figge, der am Wochenende seinen für den Stall Salzburg trainierten Magic Artist nach Mailand schickt, für die aktuellen Erfahrungen mit den italienischen Veranstaltern: „Alle Preis-Gelder sind nun pünktlich geflossen, sonst würden wir auch nicht dorthin gehen.“
Neues Duell nach totem Rennen
Fünfzehn Pferde sind im mit 209.000 Euro dotierten Premio Vittorio di Capua auf der Mailänder-Prachtbahn San Siro nach der Vorstarterangabe noch gemeldet. Das endgültige Feld der Meilenprüfung wird sich erst am Freitag konstituieren, doch die drei deutschen Pferde werden starten. Besondere Brisanz kommt dabei natürlich dem neuerlichen Aufeinandertreffen der beiden Topmeiler Amaron unter Cristian Demuro und Magic Artist unter David Probert zu. Denn der von Andreas Löwe für das Gestüt Winterhauch trainierte fünf Jahre alte Amaron und der drei Jahre alte Münchener Iffraaj-Sohn liefen im zur Gruppe II zählenden Badener Darley-Oettingen-Rennen im toten Rennen gemeinsam auf den Ehrenrang anderthalb Längen hinter dem Sieger.
Gegenseitiger Respekt
Amaron verbuchte dieses Jahr schon zwei Gruppe-III-Siege auf seinem Konto und verzeichnete seinen einzigen Erfolg in der Königsklasse vor zwei Jahren genau im Vittorio di Capua. Auch Magic Artist feierte mit seinem Sieg im Bavarian Classic allerdings über 2000 Meter bereits einen prestigeträchtigen Gruppe-Sieg in dieser Saison. Der Respekt bei den beiden Trainern ist dann auch spürbar. Andreas Löwe: „Magic Artist müssen wir nach dem toten Rennen zu Amaron in Baden natürlich sehr ernst nehmen. Auch Calyxa ist eine starke Stute. Und wir müssen abwarten, welche italienischen Pferde stehen bleiben. Priore Philip, Zweiter der italienischen Guineas und danach Gruppe-II-Sieger, könnte zum Beispiel ein ernstzunehmender Gegner sein. Ich rechne mit einem reellen Gruppe-I-Feld. Aber Amaron ist richtig gut drauf und wir treten dort an, um zu gewinnen.“ Wolfgang Figge sagte zur Sport-Welt: „Amaron und Calyxa sind auf jeden Fall zwei der besten deutschen Meiler. Aber mit Pia Brandts L´ Amour De Ma Vie könnte auch eine ganz starke Französin an den Start kommen.“ Diese fünf Jahre alte Dansili-Tochter war zuletzt im Prix Rothschild von Deauville Gruppe-I-Vierte dreieinviertel Längen hinter der Siegerin und gewann in Dubai auf Gruppe-II-Ebene Anfang des Jahres (Zum Langzeitmarkt).
Zwei Chancen für Haus Ittlingen
Ferdinand Leves Calyxa wird unter Robert Havlin am Start sein, die zuletzt allerdings zweimal über 2000 Meter auf Gruppe-I-Ebene angetreten war: Die vier Jahre alte Pivotal-Tochter war Dritte im Münchener Dallmayr-Preis und knapp fünf Längen zurück Siebte im Prix Jean Romanet von Deauville. Sie geht nun auf die Meile zurück, auf der sie zuletzt Anfang Juli das Hamburger Franz-Günther-von-Gärtner-Gedächtnis-Rennen auf Gruppe-III-Ebene gewann. Leve sagte am Donnerstag der Sport-Welt: „Eigentlich sind 1800- bis 2000 Meter ihre beste Distanz. Allerdings ist die Zielgerade in Mailand sehr lang. Unsere Stute hat einen sehr guten und langgezogenen Speed. Daher sollte ihr die Mailänder Bahn also gelegen sein.“ Der Transporter des Gestüts Haus Ittlingen wird ebenfalls noch Calyxas Trainingsgefährtin Love Happens über die Alpen bringen. Die fünf Jahre alte Motivator-Tochter schrammte dieses Jahr als Listenvierte zweimal knapp an Black Type vorbei, das ihr Trainer als Ziel für den Premio Sergio Cumani ebenfalls über die Meile auf Gruppe-III-Ebene ausgibt. „In dem Rennen sind drei italienische Listen-Siegerinnen und mehrere listenplatzierte Stuten am Start“, stellte er mit Respekt fest. Verstecken muss sich seine Stute unter Robert Havlin in dieser Gesellschaft aber sicherlich nicht.













