Traum oder Wirklichkeit? – oder Traum wird wahr! Geht es nach den Verantwortlichen der HBM Stadien- und Sportstättenbau GmbH dann ist nicht nur ein Trend zum Letztgenannten der Fall, sondern scheinen die Wege für eine Realisierung des Jahrhundertprojekts auf und rund um das Neusser Hippodrom geebnet zu sein. „Wir sehen kein K.-o.-Kriterium mehr, es geht nun um die Feinabstimmungen, und wir hoffen, dass wir so zügig weiterkommen, wie bisher“, so das Fazit von Axel Eichholtz, Geschäftsführer der HBM, die als zentraler Ansprechpartner für das familien- und sportorientiertes neues Stadtviertel rund um die Rennbahn steht.
Vor wenigen Tagen hat der Rat der Stadt der Flächennutzungsplan geändert, am 14. Juni ist nun der Tag, an dem im Neusser Rat entschieden wird, ob die Ampel endgültig auf Grün für das 20 Euro Millionen-Projekt unter dem Titel „Galopp sucht mehr“ geschaltet wird. Da die politische Seite bislang hinter diesem Großprojekt gestanden hat, geht man davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte die Bagger anrollen werden.
Und dann wird bald nichts mehr so sein, wie es war. Zunächst aber Grundsätzliches. Alle Veranstaltungen und bestehenden Nutzungen bleiben erhalten. Das heißt, dass es auch in Zukunft natürlich Galopprennen auf der Gras- und Sandbahn geben wird, der Charakter der Rennbahn erhalten bleibt. Aber auch das beliebte und weit über die Grenzen hinaus bekannte Neusser Schützenfest auf der Neusser Galopprennbahn seine Heimat behält.
Natürlich ist speziell für dieses Fest so mancher Kraftakt notwendig, um die Auflagen wie z.B. den Lärmschutz, gerecht zu werden. Denn es wir nicht nur auf der Bahn gebaut, sondern auch drumherum. So entstehen im südwestlichen Bereich 35 Stadtvillen mit knapp 200 Wohneinheiten, ein Hotel der gehobenen Klasse sowie eine hochwertige Seniorenresidenz.
Im östlichen Bereich ensteht „Wohnen im Dorf“. „Hier entsteht ein Komplex, der mitten in die nur wenige Gehminuten von der Neusser Innenstadt gerückt ist. Die Bewohner leben in behaglicher Ruhe und ihre Kinder spielen sicher auf dem zentralen Dorfplatz – eingerahmt von Reiterhof, Stallungen, Hufschmied, Bäcker und Metzger“, fasst es Axel Eichholtz zusammen.
Apropos Stallungen. Die vorhandenen werden komplett angerissen, neue im Verlauf der Gegenseite erbaut. „Für mindestens soviele Pferde wie bisher, vielleicht noch Platz für mehr“, so der Tenor. Die Umzüge für die Trainer sollen Schrittweise erfolgen, es soll keine Störung im Trainingsbetrieb geben. Man sollte es den Verantwortlichen glauben, denn sie können fraglos beste Referenzen vorweisen.
So zeichnen sie für die 75 Millionen teuren SAP-Arena in Mannheim ebenso verantwortlich wie für die Arenen „Auf Schalke“, in Hannover, Rostock oder Rotterdam. Und in Rostock und Hannover wurde der Umbau während des laufenden Spielbetriebes vollzogen. Die Kosten für das neue Trainingsobjekt sollen aus den Erträgen der Verkäufe der Stadtvillen kommen.
Der neu gestaltete Eingang, „die Plaza“ ist der Mittelpunkt des Freizeitgeschehens, von hier aus erschließen die Besucher die Besucher die Rennbahn mit Wetthalle und Gastronomie. Tradition trifft dabei auf Moderne: Alt eingesessene Restaurants und moderne Sportsbars bilden die kulinarische Kulisse für einen gelungenen Aufenthalt der Rennbahn.
Auch die neue Tribüne, in der auch eine Multifunktionshalle integriert ist, schließt an die Plaza an. Sie bietet Platz für unterschiedlichste Nutzungen, von Sport wie Volleyball, Basketball oder Boxen., bis zu Events wie Kongressen oder Konzerten. Der Breitensport wird durch die Ansiedlung einer der traditionsreichsten lokalen Turn- und Sportgemeinden gestärkt.
Etwa 3.000 Plätze wird die neue Rennbahntribüne fassen. Die Multifunktionshalle und die Tribüne sollen durch einen Gastronomiekomplex verbunden werden, in diesem Bereich soll auch die jetzt auf der Bahn bereits befindliche Wettannahme Sieberts ihren Platz finden.
Zum neu gestalteten Innenraum gelangt man durch einen Tunnel. Spezialfahrzeuge (Krankenwagen, Transporter etc.) können von einer Fahrbahn, ausgehend von der Gegenseite der Bahn, in den Innenraum gelangen. In einem neu geschaffenen Ambiente bietet sich für die Nutzung des Innenraums die verschiedensten Events an. Geplant sind Open-Air-Konzerte, Veranstaltungen im Rahmen des Neusser Bürgenschützenfestes oder Theateraufführungen auch in lauen Sommernächten im Freien – ganz in der Tradition des Globe-Theaters.
Die neu angelegte Seenlandschaft zwischen Globe-Theater und Festwiese bietet Familien und Kindern im Sommer und im Winter Platz für gemeinsame Aktivitäten. „Wenn es friert, bietet sich die Eisfläche zum Schlittschuhlaufen an, im Sommer ist das Badeangebot die Alternative. Ich denke, hier entsteht ein ideales Naherholungsgebiet“. so Axel Einchholtz. Egal ob Altbier oder Shakespeare, der Biergarten im Galopper-Park ist ein neuer Erlebnis- und Freizeitmittelpunkt für alle.
Auf rund 20 Millionen Euro schätzt man die Kosten dieses Jahrhundertprojekts, 18 Millionen davon sollen durch verschiedene Investoren aufgebracht werden. Wenn im Juni auch die letzte Hürde genommen wird, dann können noch in diesem Jahr die Abrissbirnen geschwungen werden. Im Herbst 2008 könnte die neue Anlage eröffnet werden.










