Fanelsas Großeinsatz in Bad Harzburg

Deutschlands Turf lebt auch von seinen Meetings. Das Frühjahrs-Meeting und die Große Woche in Iffezheim vor den Toren Badens und die Derby-Woche in Hamburg – es sind Pflichtveranstaltungen dieses Sports. Jetzt rüstet man zu zwei Rennwochen, die bei Publikum und Aktiven längst auch einen großen Stellenwert genießen: Bad Harzburg (ab 12. Juli) und, etwas später, Bad Doberan (ab dem 1. August).

Die Naturrennbahn im Harz, neben dem Gestüt Harzburg gelegen, ist zum 122. Mal Schauplatz einer Rennwoche, sieben Renntage umfassend. Immer, bis auf die Wochenenden, mit einem Tag Pause. Donnerstag, Samstag, Sonntag, Dienstag, Donnerstag, Samstag, Sonntag – an diesen Tagen zwischen dem 12. und dem 22. Juli gibt es in Bad Harzburg Rennen.

Mehr als 40.000 Zuschauer sollen, wenn das Wetter mitspielt, zu den Rennen pilgern. Und für einen Wettumsatz von annähernd vier Millionen Mark sorgen. Atmosphäre pur gibt es dort, und alles ist volkstümlich. Ob man es glaubt oder nicht: Bad Harzburg ist mittlerweile fast schon die Hochburg des deutschen Hindernissports, zumindest die Anzahl der dort in kürzester Zeit an sieben Tagen gelaufenen Hindernisrennen ist konkurrenzlos: es sind exakt 14 Stück. An jedem Tag zwei. Man will diese Rennen in Bad Harzburg sehen und da ist es auch nur konsequent, sie dort durchzuführen.

Die Rennbahn selbst, typisches Kennzeichen einer Naturrennbahn, ist alles andere als einfach zu reiten. Weil die Gerade bis zum Ziel denkbar kurz ist, beginnen die Finishs der Jockeys schon vor dem Schlussbogen, wenn es den Berg herunter geht. Wer hier nicht Gas gibt, ist im Ziel nicht vorne. Gnadenlos gut beherrscht das Jockey Jozef Bojko, der in Bad Harzburg auch für möglichst viele Treffer seines Trainers Hubertus Fanelsa sorgen soll. Der Trainer, der zusammen mit Uwe Stoltefuß eigentlich Jahr für Jahr der dominierende Aktive ist, kommt im Harz ganz schön ausser Puste. Viele Pausen hat er nicht zwischen den Rennen. Ist ein Pferd im Ziel (am besten als Sieger) wartet das nächste schon darauf, gesattelt zu werden.

In Harzburg kann „Hubsi“ Fanelsa den Grundstein dafür legen, auch am Jahresende wieder in den Top 10 der Trainer zu stehen. Einige Siege müssten ihm, der früher Futtermeister bei Hein Bollow war, schon gelingen an den sieben Tagen in Bad Harzburg. Flach- und Hindernisrennen – der Bremer Trainer ist an allen Fronten aktiv. Über Arbeit kann sich aber auch Uwe Stoltefuß nicht beklagen. Der hat einmal das Kunststück geschafft, in einer Rennwoche dort über 20 Rennen zu gewinnen.

Die Konkurrenz ist in den letzten Jahren aber größer geworden, Festspiele eines einzelnen Trainers sind die Rennen dort nicht mehr. In diesem Jahr tummeln sich auch Peter Schiergen, Andreas Wöhler oder Mario Hofer mit Startern im Harz. Zwar nicht viele, aber wenn es ein passendes Rennen gibt: dann muss man die Chancen nutzen. Peter Schiergen kennt das zu gut: als er 1995 mit seinen 271 Siegen einen Jockey-Europarekord aufgestellt hat, tingelte er auf vielen Rennbahnen. Vier Rennen hat er dabei auch in Bad Harzburg gewonnen. Und wenn man so will: ohne die Harzburg-Treffer wäre es nicht gegangen mit Rekord. Deutschlands Turfs lebt eben auch von seinen Meetings.

Nächste Renntage

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So., 22.02.Dortmund (S)
So., 08.03.Dortmund (S)
So., 22.03.Mülheim
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