Frankfurter Stadtrat sagt: ‚Bringen Sie uns ein Konzept‘

Am Donnerstagmorgen hatten wir, wie vereinbart, via E-Mail Fragen an den Frankfurter Stadtrat Markus Frank, der im zuständigen Sportdezernat zuständig für das Thema DFB-Kompetenzzentrum und Renn-Klub Frankfurt und die Galopprennbahn ist, abgeschickt. Die Antworten kamen nicht auf elektronischem Weg, sondern Markus Frank griff zum Telefonhörer.

Zirka eine Viertelstunde dauerte das Gesprach, als Fazit kann nur festgehalten werden, dass der DFB auf dem jetzigen Rennbahngelände ein Leistungs- und Kompetenzzentrum errichten wird.

Aber man sei, und dies betonte der Stadtrat immer wieder, auch unverändert bereit, mit den Verantwortlichen des Renn-Klubs und der Hippodrom AG und somit dem Betreiber und Pächter der Anlagen Gespräche mit dem Ziel zu führen, dass man eine Einigung erzielt. „Es gibt verschiedene Szenarien und jede Seite zeigt im Moment seine Instrumente, die Stadt Frankfurt wird aber, was die Statements angeht, eher zurückhaltend nach außen hin auftreten“, so Markus Frank, der während des Gesprächs stets mehr Diplomatie als Muskeln spielen lässt.

So geht er auch mit keinem Wort auf die am Donnerstag veröffentlichte Presse-Mitteilung des Frankfurter Renn-Klubs ein. „Die Stadt Frankfurt hat überhaupt nichts gegen Pferderennen und wir wissen die 150-jährige Tradition der Galopprennen in unserer Stadt aufs Höchste zu würdigen. Doch nun haben wir die einmalige Chance bekommen, mit dem Deutschen Fußball Bund ein Jahrhundert-Projekt auf die Beine zu stellen. Bei allem Respekt für den Rennsport, aber wir müssen auch sehen, wie die Stadt Frankfurt im Jahr 2020 aufgestellt ist.

Wenn der Galopprennsport ein Konzept vorlegen kann, wie man Pferderennen auch über das Jahr 2015 hinaus in diesem Areal integrieren kann, sind wir jederzeit zu Gesprächen bereit“, so Markus Frank. Mit Vertretern des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen habe man bereits einen Gesprächstermin vereinbart, mit den Frankfurter Verantwortlichen sei man schon länger in Gesprächskontakt.

Markus Frank macht aber deutlich, dass ein mögliches Konzept der DFB akzeptieren müsste. „Die Wünsche des DFB werden erfüllt“, so der Stadtrat, der von einer über Jahre hinweg dauernden Suche nach einem geeigneten Gelände für den DFB in Frankfurt spricht. „Rund zwanzig Flächen haben wir uns angeschaut, am Ende hat man sich für das Gelände in Niederrad entschieden. Natürlich sind wir unglaublich froh darüber, dass wir die Kaderschmiede des Fußballs in Frankfurt haben.“

Auf das für den Frankfurter Renn-Klub vordergründige Argument, dass man einen Erbpachtvertrag bis 2024 habe, meint Frank, dass man nicht eine zu starke Rechtsposition ausüben solle. „Wir sollten versuchen, das Spielfeld zu verlassen, ohne dass jemand beschädigt ist“, und fährt fort: „Was den Rennsport in Frankfurt angeht, so haben wir in den Jahren auch schon viele Täler gesehen.

So stand die Stadt Frankfurt zum Beispiel für Bürgschaften, weil die Pferdefreunde mal wieder pleite waren. Daraus resultiert dann auch die Tatsache, dass die Stadt Frankfurt ihre Möglichkeiten besitzt, tätig zu werden. Aber ich betone noch einmal ausdrücklich, wir zielen auf eine gütige Einigung.“ So bezeichnet Markus Frank Gespräche über finanzielle Ausgleiche als ein „Top-Thema“.

Sieht der Stadtrat für den Plan, eine neue Rennbahn im Raum Frankfurt aus dem Boden zu stampfen, einen nur halbwegs realisierbaren Ansatz? „Wenn man uns ein finanzierbares Konzept auf den Tisch legt, stehen die Türen jederzeit offen. Ich wiederhole mich gerne, wir haben nichts gegen Galopprennsport in Frankfurt, im Falle Niederrad haben wir uns lediglich für den DFB entschieden.“

Zum Thema, dass die Familie Weinberg in den dreißiger Jahren der Stadt Frankfurt die Rennbahn nur unter der Auflage überlassen habe, das dort weiter Rennen stattfinden werden, meint Markus Frank: „Die Stadt Frankfurt besitzt ein großes, historisches Archiv. Über diese Geschichte liegen keine Belege vor.“

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