Die International Federation of Horseracing Authorities IFHA hat vor einer Woche eine Rangfolge der 50 weltweit wichtigsten Galopprennen veröffentlicht. Dafür hat sie aus den am jeweiligen Veranstaltungstag erhaltenen Ratings der jeweils letzten drei Austragungen einen Durchschnitt der Platzierten errechnet, der die englischen Champion Stakes ganz vorne zeigt.
Und zwar mit einem Durchschnittsrating von 125,58 und mit relativ großem Vorsprung vor dem Prix de l‘Arc de Triomphe und dem Prix Jaques le Marois, die mit 123,92 bzw. 123,67 ganz nahe beieinander liegen.
Insgesamt ist ein Vorteil für die Highlights in der zweiten Jahreshälfte zu erkennen, weil die dort angetretenen Pferde in den Monaten zuvor viel Gelegenheit hatten, ihre Marken zu steigern. Die vorderste Position der in der zweiten Oktoberhälfte in Ascot ausgetragenen Champion Stakes ergibt sich nicht zuletzt aus dem Erfolg von Frankel beim letzten Karrierestart.
2012 hatte das beste Pferd der Welt den damaligen Vorjahressieger Cirrus des Aigles sowie Nathaniel auf die Plätze verwiesen (Pastorius Vierter), deren gigantische Ratings Frankels 140 damals noch um einiges überragte. Cirrus des Aigles war zum Vergleich 2011 mit einer 128 bedacht worden, während der amtierende Sieger Farhh eine 124 zum Sieg erhalten hatte.
So wie sich die besten Mitteldistanzler Europas in dieser 2.000-Meter-Prüfung konzentrieren, tun es Mitte August in Deauville die Meiler im Prix Jaques le Marois und die Steher Anfang Oktober im Arc in Longchamp.
Weil in diesem Sommer in der Normandie die Siegerin Moonlight Cloud „nur“ eine 123 bekam, Treve im Arc aber eine 130 erzielte, haben diese beiden Rennen im Vergleich zum Vorjahr auf der IFHA-Rangliste die Plätze getauscht und der Arc ist nun wieder Zweiter.
Dieses im subjektiven Empfinden der Rennsport-Öffentlichkeit sicher mit Abstand wichtigste Rennen der Welt war im Jahr 2012 von Solemia (122) und davor von Danedream gewonnen worden, die 2011 mit einem Internationalen Rating in Höhe von 128 taxiert worden war.
Vom Bonus der Frankel-Siege profitieren noch die Queen Elizabeth II Stakes während Royal Ascot im Juni sowie die Sussex Stakes im Hochsommer in Goodwood. Auf Position vier bzw. acht umrahmen diese beiden Prüfungen die Highlights des Breeders‘ Cup Anfang November, von denen die Mile direkt vor dem Turf und dem Classic diesmal Rang fünf belegt.
Erst danach tauchen auch die Highlights der in den letzten Jahrzehnten in der Rennsportwelt weit vormarschierten Nationen wie Dubai, Australien, Hong Kong und Japan auf. Auch im Hinblick auf deren enormen Aufschwung ist Platz 29 aller Ehren wert, auf dem Deutschland natürlich mit dem Grossen Preis von Baden in der aktuellen Top 50 erscheint.
Das lag nicht zuletzt daran, dass man hierzulande im Bewertungszeitraum mit absoluten internationalen Spitzenpferden wie Danedream und Novellist gesegnet war. Während der Hengst seinen Titel in diesem Jahr nicht verteidigen wird, gelang dies der Stute im Jahr 2012.
Damit lauteten die letzten drei Siegerratings des Grossen Preises von Baden 128, 124 und nochmal 128. Das war, wie man im Vergleich mit oben genannten Rennen sieht, wirklich ganz enorm. Wenn möglichst deutsche Sieger diese Zahlen in den nächsten Jahren fortsetzen könnten, würde sich der rennsportliche Aufschwung sicher nicht nur bei Baden Racing fortsetzen.












