Trainer Andreas Wöhler hat der englischen Fachpresse zur Wochenmitte ein Interview gegeben. Hauptthema war neben dem Neuzugang von Jaber Abdullahs Star Lahib (wir berichteten) natürlich Novellist. Dessen Betreuer bestätigte die schon vom Besitzer Dr. Christoph Berglar avisierten Pläne, den Monsun-Sohn im nächsten Jahr als Deckhengst aufzustellen.
An welchem Standort das sein würde, ließ auch Wöhler offen: „Novellist wird im nächsten Jahr nicht in Training bleiben, der Japan Cup wäre sein allerletztes Rennen. Nachdem der Hengst mit Antibiotika behandelt wurde, geht es ihm besser. Seine Temperatur ist auf Normalniveau gefallen. Der Japan Cup ist Novellists einzige weitere Startoption. In ein paar Tagen dürfte mit ihm alles gut sein, so dass er wieder ins Training einsteigen kann. Das war für den Arc natürlich schlechtes Timing.“
Selbstverständlich wurde Wöhler auch zu seiner Meinung über den Ausgang des Arc befragt: „Ob Novellist Treve hätte zum Kampf stellen können, ist natürlich schwer zu sagen. Das Rennen wurde fast ohne Pace regelrecht komisch gelaufen. Fakt ist aber, dass Treve vielleicht den schlechtesten Rennverlauf von allen Startern hatte. Immer leicht pullend und ganz außen herum, und dann trotzdem so überlegen zu gewinnen, das war schon unglaublich.“
Natürlich reicht der Japan Cup nicht ganz an das Renommee des Arc heran, dafür ist die Dotierung ebenfalls gewaltig. Treve geht in die wohlverdiente Winterpause und Orfevre wird auch nicht antreten, sondern zielt wie hier berichtet erst zu Weihnachten auf das Arima Kinen.
Die Japaner könnten aber in Gestalt von Kizuna den Arc-Vierten in die Schlacht werfen. Der vierjährige Gold Ship wurde auch immer als ein Pferd mit internationaler Klasse betrachtet. Er hat Japan allerdings noch nie verlassen und musste am Arc-Sonntag in Kyoto als 12:10-Favorit eine unerwartete Gruppe II-Niederlage einstecken, als er nicht über Platz fünf zum 1.662:10-Außenseiter Hit the Target hinauskam.
Die Titelverteidigerin Gentildonna, 2012 nach Foto gegen Orfevre erfolgreich, hat im Anschluss an ihre Niederlage gegen St Nicholas Abbey Ende März in Meydan nur ein weiteres Rennen bestritten. Dabei blieb sie im Juni in Hanshin als Gruppe I-Dritte fast vier Längen vom damaligen Sieger Gold Ship geschlagen.
Sie soll aber am 24. November im Japan Cup laufen, für den auch ihre Landsmänner Tosen Ra, Danon Ballade und Fenomeno vorbereitet werden. Alle könnten vor Ort Ende Oktober mit dem Tenno Sho das letzte Gruppe I-Trial auf einer Mitteldistanz bestreiten.
Mit europäischen Gästen darf fest gerechnet werden, schließlich kann der Sieger im 33. Japan Cup umgerechnet 1,9 Millionen Euro gewinnen. Wer genau sich um die halbe Weltkugel Richtung japanische Hauptstadt aufmachen wird, steht allerdings noch nicht fest.
Somit ist Novellist im Langzeitmarkt für den Japan Cup auf RaceBets.com momentan das einzige Pferd im Angebot, und zwar für 60:10, nachdem er mit 90:10 eröffnet hatte. Die GaloppOnline-Leser gaben sich in einer Umfrage nach Novellists Chancen befragt eher skeptisch. 44% glauben, dass er es schwer haben dürfte, 24% sehen Platz- und 32% Siegchancen.













