Die laufende Saison war für das Gestüt Görlsdorf die beste der jüngeren Vergangenheit. Nachdem sich Berlin Berlin Ende Juni den Hansa-Preis auf Gruppe II-Niveau erkämpfte, gelang Hey Little Görl Anfang September mit dem Gruppe III-Sieg im St. Leger sogar ein klassischer Triumph. Und Mitte des Monats könnte noch ein anderes Pferd einen weiteren Gruppetreffer schaffen.
Sea The Moon hat sich mit seinem Debut-Erfolg am 22. September in Köln an die Spitze der Langzeitmärkte für den Preis des Winterfavoriten katapultiert.
RaceBets.com kürzte ihn im Anschluss an seinen Einstand von 110:10 auf 40:10, aufgemacht hatte der Hengst im Wettmarkt vor zwei Monaten für 250:10. (Zum Langzeitmarkt) Wer ihn bei seinem überlegenen Sieg über die Novellist-Halbschwester Ninfea gesehen hat, fühlte sich sofort an seinen Vater Sea The Stars erinnert, dem er optisch sehr ähnelt.
Die Eigner Heike Bischoff und Niko Lafrentz äußerten sich bezüglich ihrer Hoffnung exklusiv gegenüber GaloppOnline.de: „Sea The Moon ist sehr gut aus dem Rennen gekommen. Der Winterfavorit ist ganz klar unser erklärter Plan. Wenn sich der Hengst anbietet, wird er in München laufen.
Es gäbe später noch zwei Alternativen, darunter das Herzog von Ratibor-Rennen in Krefeld. So wie wir Sea The Moon kennen, wird er uns und dem Team in Röttgen in der Arbeit zu verstehen geben, ob er in diesem Jahr noch einmal laufen will.“
Auf die Frage, ob das Deutsche Derby im nächsten Jahr das große Ziel sei, kam die für einen deutschen Besitzer naheliegende Antwort: „Das Deutsche Derby in den Görlsdorfer Farben zu gewinnen, ist natürlich der ganz große Traum. Auf dem Weg dahin fließt allerdings noch viel Wasser durch die Oder.“
Sea The Moons Mutter Sanwa ist eine Vollschwester von Samum, Salve Regina und Schiaparelli und wurde Ende November 2010 in Newmarket für 200.000 Guineas vom Anbieter zurückgekauft, nachdem die jetzigen Eigner mit ihren Geboten am Ring nicht zum Zuge gekommen waren:
„Wir waren bei Tattersalls Unterbieter und es stellte sich heraus, dass wir von den damaligen Besitzern überboten worden waren. Deren Agent sprach uns an und nannte uns die Preisvorstellung, die uns aber zu hoch erschien‘
‚Am nächsten Morgen konnten wir uns telefonisch im Taxi auf dem Weg nach London aber noch einigen und gelangten in den Besitz der damals sechsjährigen Monsun-Tochter, die mit Sea The Moon tragend war.“
Auf seinen eigenen vier Beinen kehrte der Hengst dann als Jährling nach Newmarket zurück, wo man ihn Mitte Oktober 2012 erneut bei Tattersalls in den Ring schickte, aber für 230.000 Guineas zurückkaufte. Die Frage, ob man an der Richtigkeit dieser Entscheidung vielleicht im Nachhinein gezweifelt hat, wurde von Heike Bischoff und Niko Lafrentz verneint:
„Gezweifelt haben wir nie. Vielmehr haben wir uns etwas gewundert, dass wir ihn zurückkaufen konnten, weil so viele, die sich den Hengst präsentieren ließen, ihn überschwänglich als einen der besten Sea The Stars-Jährlinge überhaupt einschätzten.
Alle sagten einen noch höheren Preis voraus, vielleicht sind auch deshalb am Ring dann weniger als erwartet in das Bieteduell eingestiegen. Für extreme Unsicherheit hat der damals aktuelle Ausbruch der Infektiösen Anämie auf der Kölner Rennbahn gesorgt. Darauf sind wir vielfach angesprochen worden und haben Vorbehalte wohl auch nicht mit dem Argument ausräumen können, dass unser Gestüt etwa so weit von Köln entfernt liegt wie Newmarket.
Die Länderkennung (GER) für Deutschland an Sea The Moons Namen war in diesem Fall wohl kontraproduktiv. Aber wer weiß, vielleicht hat da oben jemand die Hand im Spiel gehabt, der wollte, dass Sea The Moon als Görlsdorfer Furore macht.
In der Woche nach dem Sieg gingen tolle Kaufangebote für Sea The Moon ein, die wir dankend abgelehnt haben. Jetzt bleibt er erst mal bei uns und seinem großartigen Trainer Markus Klug in Heumar.“
Ferner berichtete Heike Bischoff, dass man eine neue Blutlinie in Görlsdorf ansiedeln wird und dafür vom Stall Emerald die vierjährige Nouvelle Neige erworben hat: „Ich war immer sehr interessiert daran, eine für die Zucht qualifizierte Stute aus der großen N-Linie des hervorragenden Züchters Peter Hess nach Görlsdorf zu holen.
Dass es mit Nouvelle Neige geklappt hat, freut mich sehr. Die Big Shuffle-Tochter aus der Diana-Dritten und somit Gruppe I platzierten Nouvelle Fortune von Alzao hat ein GAG in Höhe von 85 Kilogramm, nachdem sie zweijährig auf Listen-Ebene zum Zuge kam. Sie wird keine Rennen mehr bestreiten und ist bereits auf dem Weg in unser Gestüt.“












