„Ich war nur dritte Wahl, aber glaube, dass es sich gelohnt haben könnte, auf mich zu warten“, scherzte Johnny Murtagh nach seinem vierten King George-Sieg (Video ansehen). Eigentlich hätte er in Englands Sommer-Highlight am Zaun gestanden und zugeguckt. Eigentlich sollte Ryan Moore Novellist reiten. Und als dieser nicht konnte William Buick einspringen. Eigentlich.
„Als Hillstar nachgenannt wurden und Ryan Moore nicht mehr frei war, mussten wir umdenken. Da William Buick Novellist schon einmal geritten hatte, haben wir zunächst ihn angefragt. Aber auch er wackelte und so haben wir uns für Johnny Murtagh, der angefragt hatte, entschieden“, gab Trainer Andreas Wöhler nach dem Gruppe I-Rennen in Ascot zu Protokoll.
Der Star-Coach weiter: „Das Einzige, was mich ein wenig besorgt hat, war der grenzenlose Optimismus von Johnny. Er ist mit so viel Mumm in das Rennen gegangen, das war schon erstaunlich.“
Und wir wissen, warum! Murtagh soll in der Nacht vor den King George tatsächlich von dem Rennen und einem Triumph geträumt haben. Stimmt das wirklich, Herr Murtagh? „Ja, ich habe wirklich in der Nacht von Freitag auf Samstag von dem Sieg geträumt!“
Von dem Ritt auf Novellist dürfen die Kollegen Moore und Co. ab jetzt nur noch träumen! Zumindest von dem im Arc! Denn Johnny Murtagh wird auf dem Monsun-Sohn bleiben.
Das bestätigte Andreas Wöhler unmittelbar nach einem der höchstdotierten 2400 Meter-Rennen Europas: „Wieso sollten wir wechseln? Johnny hat Novellist geritten, als hätte er schon 20 Mal draufgesessen“, so Wöhler am Samstagnachmittag gegenüber der Racing Post.
Auch Besitzer Dr. Christoph Berglar bestätigte gegenüber GaloppOnline.de, dass Johnny Murtagh drauf bleibt: „Ja, er soll ihn im Arc ganz sicher reiten“.
Und Berglar weiß, warum er in seine Antwort den Arc mit einbaut. Denn in Deutschland darf Murtagh nicht ran! Aufgrund seiner Trainer-Lizenz in Irland ist er in Deutschland gesperrt.
Das bestätigte das Direktorium einen Tag nach den King George noch einmal auf Anfrage von GaloppOnline.de. Schon im Deutschen Derby sollte Murtagh dieses Jahr reiten, erhielt vom Direktorium aber keine „Go“.
In England, Irland und Frankreich sind die Statuen anders. Im Arc darf Murtagh reiten. Und will er dann auf Novellist sitzen? „Ich hoffe, dass ich für Paris nicht wieder dritte Wahl bin und freue mich auf den Arc“, scherzte Murtagh im Interview mit dem Englischen Fernsehen unmittelbar nach dem Rennen.
Bei RaceBets.com fiel der Arc-Kurs nach den King George zunächst von 250 auf 100:10, hielt sich dort aber nicht lange und notiert mittlerweile bei 70:10. Für den Grossen Preis von Baden ist Novellist mit 20:10 natürlich klarer Wettmarktfavorit.
‚Wir werden da jetzt nichts spontan entscheiden und ich werde mich wenn Herr Dr. Berglar aus dem Urlaub zurück ist, mich in Ruhe mit ihm zusammensetzen. Der Plan A ist weiterhin Baden-Baden und dann der Arc und es dürfte uns gelingen, einen Top-Jockey für Baden zu verpflichten. Aber final entschieden ist noch nichts‘, so Trainer Andreas Wöhler gegenüber der Racing Post.
Es ist mehr als nur wahrscheinlich, dass die Wahl auf Ryan Moore oder William Buick fallen wird. Beide wären natürlich heiß auf den Ritt auf Deutschlands bestem Rennpferd.
Buick bullish: ‚Es wäre natürlich sensationell, wenn ich ihn reiten dürfte. Aber das liegt an seinem Trainer und Besitzer. Als ich ihn letztes Jahr geritten hatte, hatte er ein hartes Jahr mit dem Derby hinter sich. Das ist Geschichte und Novellist ist jetzt einer der Besten Europas.‘












