Schade. Fast hätte es mit dem Oaks Sieg geklappt. Die Jacobs-Familie und ihre Secret Gesture waren am Freitagnachmittag ganz nah dran am klassischen Treffer in England. Am Ende reichte es für die Galileo-Stute aber nur zum Ehrenrang. Zu stark war die dreijährige Stute Talent. Und diese bewies nicht nur Talent, sondern zeigte vor allem auch einen atemberaubenden Speed.
„Wie ein Messer durch Butter stach Talent durch das Oaks-Feld“, resümierte die Racing Post nach dem Gruppe I-Sieg der 210:10-Außenseiterin. Diese bescherte Jockey Richard Hughes den zweiten Klassiker in England binnen von nur vier Wochen.
Bis zu den 1000 Guineas vor wenigen Wochen hatte Hughes fast ein Vierteljahrhundert im Sattel warten müssen, bis er überhaupt einen klassischen Sieg in England hatte feiern dürfen. Durch Talent nach Sky Latern in Newmarket nun gleich Klassik-Treffer Nummer 2 binnen eines Monats.
„Das ist einfach gigantisch. Sie hat Stamina gezeigt und flog den Berg nur so hoch durch das Feld. Sie hat die anderen Ladies stehen lassen, als wären sie gar nicht da“, gab Hughes nach dem 2400 Meter-Rennen zu Protokoll.
„Secret Gesture ist ein großes Rennen gelaufen und hat bewiesen, dass sie zur Elite der Dreijährigen gehört. Sie hat sich gut verkauft und auch in der Niederlage können wir zufrieden sein“, hieß es aus dem Newsells Park Stud-Lager nach dem mit knapp einer halben Million Pfund dotierten Rennen.
Nur wenige Tage vor diesem hatte die Familie Jacobs 50% von Secret Gesture an Qatar Bloodstock veräußert. Die Galileo-Tochter, für deren Hälfte ein siebenstelliger Betrag aus Qatar überwiesen wurde, trat daher in den bordeauxroten Farben der Araber an.
Als sich die Boxen für den Klassiker bei tollem Wetter und hervorragenden Bedingungen öffneten hatte Secret Gesture ihre Favoritenrolle eingebüßt, notierte mit Start des Rennens erstmals seit Tagen wieder über 40:10.
Der Grund dafür war ein massives „Gamble“ auf die von Aidan O’Brien trainierte Moth. Unter Joseph O’Brien hatte die ebenfalls von Galileo stammende 1000 Guineas-Dritte allerdings ein katastrophales Rennen und im entscheidenden Moment keine freie Passage. Am Ende Platz vier für Moth.
Gegen die Siegerin wäre an diesem Freitag aber ohnehin kein Ankommen gewesen. Zu imponierend fiel der Erfolg von Talent aus. Wie Secret Gesture wird diese von Trainer Ralph Beckett trainiert, der sein Glück kaum fassen konnte: „Kann mich bitte mal jemand Kneifen. An so einem Tag in solch einem Rennen Eins, Zwei zu sein ist nicht real und unvorstellbar.‘
‚Ich danke meinem gesamten Team. Talent habe ich das ganze Rennen überhaupt nicht gesehen und nur auf Secret Gesture geachtet. Ich habe sie erst wahrgenommen, als sie an der Außenseite auf einmal aufmarschierte wie ein Flugzeug. Was für ein Tag!”
Am Ende hatte Talent 3 ¾-Längen zwischen sich und Secret Gesture gebracht, die Pivotal-Stute The Lark folgte auf dem dritten Rang. Talent stammt aus dem ersten Jahrgang des Derbysiegers New Approach, selbst Sohn des in Epsom erfolgreichen Galileo.
Mit Dawn Approach ist New Approach auch Vater des heißen Favoriten im Epsom Derby. Ob der Sieg von Talent ein Hinweis auf das Stehvermögen von Dawn Approach gegeben haben könnte bleibt zunächst abzuwarten, stammt diese aus einer Mutter des Arc-Siegers Peintre Celebre.
Talent steht im Besitz von Mark Diwon und James Rowsells Ashbrittle Stud, die auch als Züchter der Fuchsstute verantwortlich zeichnen. „Ich habe ein wenig Mitgefühl für meinen Jockey Jim Crowley. Er hatte die Wahl zwischen Secret Gesture und Talent. Aber wie hätte man nach Vorform Talent wählen können.
Das war eigentlich unmöglich. Richard Hughes hat Talent vergangene Woche zu Hause geritten und dachte, dass wird nie etwas, war sie so heftig. Der Unterschied war, dass er sie heute perfekt zu verstecken wusste“, so noch einmal der erfolgreiche Trainer, der sich zuvor bereits 2008 mit Look Here in die Siegerliste der Oaks hatte eintragen können.
Spannend: Sowohl Talents Mutter, als auch ihre Groß- und Urgroßmutter liefen bereits in den Oaks! Ihre Mutter Prowess belegte im von Alexandrova gewonnenen Stuten-Derby Platz neun, während ihre zweite Mutter Yawl 1993 hinter Intrepidity den zwölften Rang belegte.
Besser machte es da Talents dritte Mutter Bireme. 1980 gewann diese die Oaks. 34 Jahre danach gab es den nächsten Beweis für das klassische Talent dieser Familie.
Im Oktober wird im Tattersalls Yearling Ring eine Vollschwester von Talent für Aufsehen sorgen, während eine zweijährige von Invincible Spirit stammende Zweijährige Namens Much Promise bei John Gosden steht und ihrem Namen alle Ehre machen soll.











