2013 nur drei Renntage auf dem M?lheimer Raffelberg

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste: Auch im Jahr 2013 wird der Galopprennverein am Mülheimer Raffelberg kein unnötiges Risiko eingehen, um die finanzielle Situation nicht weiter zu belasten. Dafür verzichten die Verantwortlichen auch auf die Mittel aus dem „Spiel 77“-Topf in Höhe von rund 120.000 Euro.

„Es hat sich gezeigt, dass unser vorsichtiger Kurs richtig ist“, sagte Präsident Hans-Martin Schlebusch auf der Mitgliederversammlung am Donnerstag in den Räumen des Golfclubs. Schlebusch wurde – wie seine übrigen Vorstandskollegen auch – einstimmig für drei weitere Jahre gewählt.

Das Jahr 2012 wird der Rennverein mit einem Minus in Höhe von rund 50.000 Euro abschließen. Grund: An vier von fünf Renntagen in diesem Jahr wurde ein „deutlicher Verlust eingefahren“, gab Vorstandsmitglied Ralf Schmitz zu Protokoll. Nur nach der letzten Veranstaltung Ende Oktober stand ein Plus von 17.000 Euro zu Buche.

Das Minus wurde unter anderem durch Aussetzung der Tilgungszahlungen (für die Altschulden) bei der Bank ausgeglichen. Außerdem engagierte sich der Vorstand persönlich. Ein Jahr zuvor war noch ein leichtes Plus von 2.000 Euro verzeichnet worden.

„Fünf Renntage sind für uns ein großes finanzielles Problem“, machte Vorstandmitglied Dirk von Mitzlaff deutlich, weswegen bisher für 2013 erst einmal nur drei Veranstaltungen beim Dachverband, dem Direktorium für Vollblutzucht und Rennen, beantragt wurden.

Allerdings werden jetzt durch die Reduzierung der Renntage die Bedingungen für den Erhalt der Mittel aus dem „Spiel 77“-Topf nicht mehr erfüllt. Von den rund 120.000 Euro müssen ohnehin 75 Prozent in Instandhaltungs-Arbeiten investiert werden, „nur“ 25 Prozent dürfen als Preisgeld verwendet werden.

„Wir haben hin und hergerechnet“, sagte von Mitzlaff. „Drei Renntage sind eine vernünftige Anzahl. Sollte sich die Möglichkeit ergeben, an einem Sonntag für einen anderen Rennverein einzuspringen, an dem wir möglicherweise sogar noch Allein-Veranstalter wären, stehen wir bereit.“

Die Mitglieder waren und sind mit der Arbeit des Vorstandes zufrieden. Deswegen wählten sie den gesamten Vorstand mit Präsident Hans-Martin Schlebusch, Susanne Schmitz-Abshagen, Dirk von Mitzlaff, Joachim Orilski und Ralf Schmitz einstimmig für drei weitere Jahre.

Einstimmig wurde auch eine Satzungsänderung angenommen, um die Gemeinnützigkeit des Rennvereins noch stärker zu betonen. Die Verantwortlichen machen sich dadurch auch Hoffnungen, in den Mülheimer Sportbund aufgenommen zu werden und so möglicherweise an zusätzliche Fördergelder zu kommen.

Zufrieden ist Präsident Schlebusch mit den Entwicklungen im Trainer-Bereich auf der Mülheimer Rennbahn. Seit dem Sommer arbeitet William Mongil als Nachfolger des verstorbenen Werner Baltromei. Mit Jens Hirschberger folgt ein neues Gesicht auf Uwe Ostmann, der sich mit 72 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. „Das zeigt, dass die Trainingsbedingungen bei uns – auch durch Investitionen in den letzten Jahren – exzellent sind“, so Schlebusch.

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