Es war unendlich laut auf den Tribünen, als im Prix de l’Arc de Triomphe etwa 300 Meter vor dem Ziel der japanische Favorit Orfevre unter Christophe Soumillon an Masterstroke und Solemia vorbei an die Spitze stürmte. Da schien er zu sein, der erste japanische Sieger im wichtigsten Galopprennen des Planeten! Es konnte doch nichts mehr passieren! Konnte doch, denn unter starken Hilfen ihres Jockeys Olivier Peslier zog die Poliglote-Tochter Solemia noch einmal entscheidend an und verkürzte den Vorsprung immer mehr.
Meter um Meter kam die 415:10-Außenseiterin des Stalles Wertheimer, die von Carlos Laffon-Parias trainiert wird, an den Hengst heran, und plötzlich mussten die Japaner ihr Pferd noch lauter anfeuern, denn sie sahen, dass der Fuchs kürzer wurde.
50 Meter vor dem Ziel lag Solemia schon wieder neben Orfevre und mit dem größeren Schwung kam sie auch noch vorbei und hatte auf der Linie einen Kopf Vorsprung.
Dritter wurde der Monsun-Sohn Masterstroke, der damit bester Dreijähriger war, vor der sensationell laufenden Lando-Tochter Haya Landa, hinter der mit Yellow and Green eine weitere Stute und Monsun-Tochter Fünfte wurde.
Sechste wurde die Gosden-Stute Great Heavens, nur Platz sieben blieb für die irische Hoffnung Camelot, der über das Mittelfeld nie hinauskam, aber auch vor dem Rennen schon recht aufgedreht war. Nie entscheidend im Rennen waren die Vorjahreszweite Shareta (Neunte), der Derbysieger Saonois (15.) und Meandre (12,), der Sieger aus dem Großen Preis von Berlin.
Für den 39jährigen Peslier, der mal wieder zeigte, dass er in den Toprennen eine absolute Macht ist, war es nach Helissio, Peintre Celebre und Sagamix beim 20. Ritt im Arc der vierte Sieg, eine wahrhaft tolle Bilanz.
Für den 49jährigen Spanier Carlos Laffon-Parias war es erst der vierte Arc-Starter und der erste Sieg. Es war der dritte Gruppe I-Treffer für ihn.
Für den Stall Wertheimer, der im vergangenen Jahr 100 Jahre alt wurde, war es der dritte Arc-Sieg nach Ivanjica (1976) und Gold River (1981).
‚Wir haben sie in Training gelassen, um mit ihr ein Grupperennen zu gewinnen. Sie ist immer besser geweorden. An den Sieg habe ich erst geglaubt, als sie die Ziellinie passiert hatte. Es ist toll, da wir sowohl den Vater gezüchtet haben, und sie eine unserer Familien vertritt. Leider hat Poliglote zu wenig Chancen bekommen‘, so Alec Wertheimer nach dem Rennen.
Die Siegerin soll in diesem Jahr noch einmal starten, ihr nächstes Ziel ist der Breeders‘ Cup Turf in wenigen Wochen über 2400 Meter. Jockey Olivier Peslier hat mit seinen vier Arc-Siegn nun genauso oft das wichtigste Rennen der Welt gewonnen wie die Legenden Yves Saint-Martin, Pat Eddery und Freddy Head.
‚Als Orfevre mich passiert hatte, dachte ich, ich kämpfe für den zweiten, oder dritten Platz. Doch dann stoppte Orfevre an den Rails etwas, und so kam ich wieder an ihn heran. Solemia ist eine tolle Kämpferin, geht immer weiter‘, so der Weltklassejockey.











