Dr. Andreas Jacobs: ‚Wir m?ssen kommerzieller denken‘

„Radikale Pläne, um den deutschen Rennsport zu retten“, so titelt Englands Rennsportgazette „Racing Post“ auf ihrer Seite sechs der Mittwochsausgabe. Gemeint sind die Pläne von Dr. Andreas Jacobs, Präsident von Baden Racing, die unterm Strich zur Folge hätten, dass mehr als die Hälfte der deutschen Rennbahnen geschlossen werden würden.

Die Pläne gab Jacobs während der diesjährigen Großen Woche bekannt. Darüber hinaus sieht der Chairman auch der Stiftung Gestüt Fährhof weiteres kommerzielles Potenzial im Bereich Internet-Wetten, um die deutsche Rennsport-Industrie zu revitalisieren. Andreas Jacobs war bereits drei Jahre zuvor die treibende Kraft hinter dem Neuaufbau der Rennbahn Iffezheim. „In erster Linie haben wir in Deutschland zu viele Bahnen“, wird Dr. Andreas Jacobs (Foto), der ebenfalls der Chairman des in Familienbesitz befindlichen Newsells Park Stud bei Newmarket ist, in der ‚Racing Post‘ zitiert.

„Wir sollten vielleicht nur halb so viele Rennplätze haben und die Starken kräftigen, anstatt die zu subventionieren, die weniger gut sind“, heißt es weiter. „Es werden zu viele Fördermittel für die kleineren Bahnen ausgegeben. Ich denke da vor allem an die ostdeutschen Bahnen, Hoppegarten ausgenommen, die nicht gerechtfertigt werden können. Ebenso ist unsere Winter-Saison kein sonderlich attraktives Produkt. „Unser Ziel hier in Baden-Baden ist es zu zeigen, wie man eine Rennbahn professionell und unter kommerziellen Gesichtspunkten führen kann. Baden-Baden ist keine Profit-Maschine, Baden-Baden ist aber ein funktionierender Betrieb“, so Dr. Andreas Jacobs weiter.

„Es bedarf natürlich auch des Engagements anderer. Zum Beispiel müssten die Renntermine besser koordiniert werden. Dass wir manchmal bis zu drei veranstaltende Rennbahnen an einem Tag haben, ist nicht besonders intelligent. Der Rennsport in Deutschland steht nahezu still. Da das Direktorium sich darauf konzentriert die Kosten zu senken, waren die Neuerungen begrenzt“, so Andreas Jacobs, der anfügt: „Ein Marktführer wie Baden-Baden zu sein, bedeutet auch für Innovationen zu sorgen. Man will nicht als Tyrann gelten, aber manchmal scheint mir der Rennsport in Deutschland bloß noch als Wochenend-Hobby. Wir müssen versuchen, kommerzieller zu denken.“

Nächste Renntage

Galopprennen in Deutschland
Sa., 18.04.Magdeburg
So., 19.04.München
Sa., 25.04.Düsseldorf
So., 26.04.Krefeld
Fr., 01.05.Hannover, München, Leipzig
Sa., 02.05.Mannheim
Galopprennen in Frankreich
Mo., 13.04.Lyon Parilly, Auteuil
Di., 14.04.Chantilly
Mi., 15.04.Evreux, Fontainebleau
Do., 16.04.ParisLongchamp, Salon Provence
Fr., 17.04.Saint-Cloud, Tarbes
Sa., 18.04.Strasbourg, Lyon Parilly