Endlich hatte das Warten ein Ende und in Hamburg wurde das diesjährige Deutsche Derby (500.000 Euro) gestartet. Zum 143. Mal rückten die Pferde zu Deutschlands wichtigster Prüfung in die Boxen ein. 14 Starter zählte das Feld in dem von SPARDA unterstützten Rennen über 2400 Meter. Manfred Hofers Munic Boy wurde kurzfristig vom Derby abgemeldet und somit wurde es auch nichts mit dem ersten Derby-Ritt für Jockey Frederik Tylicki.
Selten zuvor sah man ein Pferd vor dem Start in derart exponierter Favoritenrolle wie den Starter mit der Nummer eins. Die Rede ist natürlich von dem von Champion Andreas Wöhler trainierten Novellist, der bislang noch ungeschlagene Star aus Ravensberg, der für Dr. Christoph Berglar trainiert wird. Neben Novellist hatte Wöhler mit Black Arrow, Andolini und Russian Song drei weitere Starter im Feld. Doch alles schaute natürlich gespannt auf Novellist.
Wer also sollte ihn am Sonntag schlagen, zumal der Monsun-Sohn bereits viele der heutigen Gegner in vorherigen Rennen hinter sich lassen konnte? Die Antwort hieß Pastorius, den wohl die Wenigsten auf der Rechnung hatten. Der Schützling von Mario Hofer bestätigte, dass das Deutsche Derby immer wieder für eine faustdicke Überraschung gut ist.
Aber der Reihe nach. Zunächst übernahm der ebenfalls von Mario Hofer vorbereitete Mano Diao kurz das Kommando übernahm, aber schnell von Macao (Roland Dzubasz/Alexander Pietsch) abgelöst wurde. Dahinter formierten sich Black Arrow (Andreas Wöhler) mit Frankie Dettori und der Schlenderhaner Milord (Jens Hisrchberger/Adrie de Vries). Mit dabei waren auch Russian Song (Andreas Wöhler/Eugen Frank) und Feuerblitz (Michael Figge/Robert Havlin) Und wo war der Favorit? Der wurde von Eduardo Pedroza um Position zehn herum gehalten und hielt sich zunächst zurück.
Im Horner-Bogen formierte sich dann das Feld neu. Novellist wurde nun bemüht, weiter nach vorne zu kommen und auch Girolamo kam jetzt immer besser in die Partie. Es entwickelte sich in der Zielgeraden an der Spitze ein Duell zwischen dem Monsun-Sohn und dem Ebbesloher. Auch Black Arrow war an den Rails gut dabei, doch wurde ihm der Weg zu weit.
Novellist konnte sich nicht lösen, gegen Girolamo und den stärker werdenden Baltic Rock (John David Hillis/Gary Hind) hatte er alle Mühe. Auch innen schien Salon Soldier noch für Gefahr sorgen zu können, doch der Soldier Hollow-Sohn kam über einen Moment nicht hinaus.
Ungeachtet dessen steuerte Terry Hellier seinen Pastorius auf dem längsten aller Wege auf die äußerste Spur und stürmte an die Führenden heran. Manfred Chapman konzentrierte sich derweil auf den Dreikampf in der Bahnmitte, so dass er über den heranbrausenden Pastorius überrascht feststellte: „Wo kam der denn her?!“
In toller Manier stellte der Soldier Hollow-Sohn den heißen Favoriten auf der Linie nach Kampf mit einer halben Länge Vorteil. Schon unterwegs suchte Hellier immer den Kontakt zu Novellist, der für das zweite Geld gegen Girolamo noch mächtig kämpfen musste. Auf Rang vier endete Baltic Rock, der die Nachnennung rechtfertigte. Dahinter folgte Wöhlers zweite Waffe Black Arrow.
Überglücklich zeigte sich Mario Hofer nach dem Triumph von Hamburg-Horn. „Vor dem Rennen habe ich gesagt, dass Novellist nicht zu schlagen ist, aber ich habe schon geglaubt, dass Pastorius auf Rang zwei bis vier laufen kann.“ Terry Hellier, der somit alle drei Hauptereignisse des Tages gewinnen konnte, sagte bei der Siegerehrung, dass er „immer an das Pferd geglaubt hat und auch keine Zweifel an den Steherqualitäten seines Partners gehabt hatte.“
Glücklich dürften auch diejenigen sein, die Geld auf einen Pastorius-Sieg gesetzt haben. 321:10-zahlte der Sieg am Horner Toto (Video ansehen).
Eduardo Pedroza muss derweil ein weiteres Jahr auf einen Derby-Sieg warten, doch ob er noch einmal einen derart aussichtsreichen Ritt erhalten wird wie in diesem Jahr, bleibt abzuwarten.












