Eigentlich standen die Zeichen vor dem Rennen gut. Die letzten zwei Jahre ging der Grand Prix de Saint-Cloud an eine Stute. Und vor der Gruppe I-Prüfung am Sonntag rechnete eigentlich jeder damit, dass es einen Stuten-Hattrick geben würde.
Denn nach dem Nichtstart von Frankreichs bestem Rennpferd Cirrus Des Aigles konnte eigentlich nur eine Stute das 400.000 Euro-Event gewinnen.
Eigentlich. Denn es kam ganz anders. Der einzige Hengst im Feld führte die Stuten vor. Darunter auch unsere Danedream. Als 19:10-Favoritin war die Arc-Siegerin in das Rennen gegangen, sollte zum 11. Pferd überhaupt werden, dass neben dem Arc auch den Grand Prix de Saint-Cloud an ihre Vita heften kann.
Doch daraus wurde nichts. Nach einem Rennen von zweiter Stelle musste Andrasch Starke Danedream schon kurz nach Erreichen der Gerade mehr bemühen, als das seine drei Kollegen auf ihren Gegnern tun mussten.
Kurz schien Danedream an der den gesamten Weg über gehenden Shareta vorbeizugehen und doch um den Sieg mitzureden, doch dann war auch schnell zu erkennen, dass es nichts mit dem zweiten Gruppe I-Sieg in Frankreich werden würde.
Mitte der Geraden marschierte der einzige Hengst im Feld, Meandre, außen in bester Haltung auf und Maxime Guyon musste nur auf den Knopf drücken und die Sache war gelaufen. Für den zweiten Platz kämpften zunächst Shareta und Danedream, die Goldikova-Schwester Galikova hatte mit dem Sieg in keiner Sekunde etwas zu tun.
Am Ende überlief die ebenfalls Vierjährige aber noch unsere Superstute und machte das Danedream-Desaster in Saint-Cloud perfekt. Platz vier und somit Letzte in dem Sommerhighlight Frankreichs. Eine Platzierung, welche nun eine Reise zum Sommerhighlight Englands, den King George, mehr als unwahrscheinlich macht.
Im Arc war Meandre, den Andre Fabre für die Familie Rothschild trainiert, noch chancenlos Sechster hinter Danedream gewesen. Auch Shareta als Zweite und Galikova als Neunte waren an jenem goldenen Oktober-Sonntag in Paris ohne Möglichkeiten gegen die Lomitas-Tochter der Familie Volz gewesen.
Das war auf schneller Bahn. Doch ob Danedream am Sonntag am weichen Untergrund scheiterte, ist eher fraglich. Die Verhältnisse erinnerten an den Grand Prix-Tag mit dem Großen Preis von Baden. Wie in Iffezheim regnete es in Paris den gesamten Sonntag über. Allerdings war das Rennen sehr langsam gelaufen, was kaum nach Danedreams Geschmack gewesen sein dürfte.
Im letzten Jahr belegte Danedream an genau diesem Renntag in Paris in einem Gruppe II-Rennen für Stuten ebenfalls nur Rang fünf von acht Starterinnen, begann damals nach der Saint-Cloud Pleite ihren großen Lauf beginnend mit dem Sieg in Hoppegarten!
Deutschland muss also weiter auf den zweiten Grand Prix de Saint-Cloud-Sieg warten. 1986 gab es den bisher einzigen deutschen Erfolg in diesem Rennen.
Unter Steve Cauthen gewann der Fährhofer Acatenango für das Gestüt Fährhof, entführte das Gruppe I-Rennen für Trainer Heinz Jentzsch erstmals und bis dahin auch zum letzten Mal nach Deutschland. Leider konnte ihm Danedream am Sonntag nicht nacheifern.
Meandre wurde im Viererfeld als längster Außenseiter gehandelt. Zwei Mal hatte er in dieser Saison bereits bitter enttäuscht. Und das jeweils als Favorit.
Beim Jahresdebüt war er in Newmarket in den Jockey Club Stakes als Vierter chancenlos und auch bei seinem Ehrenrang im La Coup, einem Gruppe III-Rennen in Longchamp, bekleckerte er sich als Zweiter alles andere als mit Ruhm. 69:10 zahlte der Slickly-Sohn am PMU-Toto, auf Platz gab es 37:10. Die Dreierwette ohne Danedream zahlte 322:10.










