Sieger im Prix Guillaume d’Ornano, im Preis von Europa und im Gerling-Preis, dazu Zweiter im Gran Premio di Milano und im Großen Preis von Berlin, in der letzten Prüfung dabei nur von Danedream geschlagen. Ginge es lediglich nach Papierform, so müsste – krass ausgedrückt – der Große Preis der Wirtschaft gar nicht mehr gelaufen werden.
Denn mit diesen Empfehlungen im Gepäck steht der Ittlinger Scalo (Foto), der zudem noch den Formstall von Championtrainer Andreas Wöhler vertritt, in der mit 55.000 Euro dotierten Gruppe III-Prüfung über 2000 Meter schon ziemlich deutlich über seinen fünf Gegnern, von denen sich neben seinem Trainingsgefährten Russian Tango lediglich der Asterblüte-Vertreter Theo Danon bereits Gruppesieger nennen darf.
Einen kleinen, nicht unbedeutenden Haken gibt es aber dennoch, denn der Lando-Sohn hat seit dem Grossen Preis von Berlin, also seit etwa zehneinhalb Monaten kein Rennen mehr bestritten. Grund dafür waren Muskelprobleme bei dem Klassesteher, der am Sonntag vielleicht nicht auf seiner besten Distanz läuft, aber dennoch sicher als klarer Favorit an den Start kommen wird (Zum Langzeitmarkt).
Sicherlich wird der Fünfjährige nicht auf Anhieb bei 100 Prozent sein, denn für ein Pferd seiner Klasse stehen im Verlauf des Jahres sicher noch ganz andere Rennen auf dem Programm, aber man kann davon ausgehen, dass er soweit sein wird, um eine gute Vorstellung abzugeben.
Gegenüber dem erwähnten Russian Tango, der von Terry Hellier geritten wird, ist Scalo natürlich der Ritt von Stalljockey Eduardo Pedroza. Bei aller Hochachtung vor den Leistungen von Clemens Zeitz‘ Perfect Son (Eugen Frank) und dem Litex-Galopper Tesey (Daniele Porcu), auch diese beiden Pferde sollten Scalo kaum aufhalten können.
So verbleibt als einzige echte Alternative zum Favoriten der einzige Dreijährige im Feld, der von Waldemar Hickst für den Stall Pregel trainierte All Shamar.
Der Shamardal-Sohn, der zweijährig bei zwei Starts ungeschlagen blieb und dabei in einem Listenrennen in Frankreich u. a. die spätere German 1.000 Guineas-Siegerin Electrelane hinter sich gelassen hatte, ist in diesem Jahr erst einmal gelaufen.
Wie bislang alle anderen Pferde, die gegen Andreas Wöhlers Novellist antraten, war im Frühjahrspreis des Bankhauses Metzler in Frankfurt allerdings auch er chancenlos gegen den aktuellen Derby-Favoriten.
Einen Hals blieb er in Niederrad vor Mano Diao, der diese Form allerdings im Union-Rennen nicht wirklich aufwerten konnte. Von dem einmal geplanten Start im französischen Derby hat man im Lager des Hickst-Schützlings Abstand genommen, sein Trainer sieht die Chancen seines Schützlings realistisch.
„Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was der diesjährige Derbyjahrgang kann“, ist die Prognose des Kölner Trainers zurückhaltend.
Interessant ist allerdings die Tatsache, dass Andrasch Starke für den Ritt ein Gewicht von 53,5 Kilo auf die Waage bringt, was der Asterblüte-Stalljockey sicher nur für einen Ritt tut, mit dem er sich auch etwas ausrechnet.












