Wenn jemand heutzutage an einen Jockey in Aktion denkt, hat er einen Reiter in extrem kurzen Bügeln hoch über dem Pferd stehend mit waagerechtem Rücken vor dem geistigen Auge. Das ist aber erst seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts so und geht auf Lester Piggott zurück, der 1948 im Alter von 12 Jahren seinen ersten Sieger ritt.
Der aus einer Rennsport-Dynastie stammende Piggott etablierte diesen Stil nicht nur, er performte ihn in nie gesehener Perfektion und stieg zum weltbesten Jockey auf.
Bis zur Mitte der achtziger Jahre gewann er so alle großen Rennen. Er wurde von der Queen zum Ritter geschlagen und war gern gesehener Gast in der königlichen Loge in Ascot. Bis 1987.
Drei Jahre Gefängnis lautete das Urteil nach erwiesener Steuerhinterziehung, die Ritterwürde wurde ihm aberkannt und in die royale Loge kam er als „persona non grata“ auch nicht mehr.
Die Haft wurde schließlich auf ein Jahr verkürzt, Piggott kehrte auf Grund finanzieller Probleme anschließend in den Rennsattel zurück und zeigte den Jungspunden bis 1995, dass sie noch viel von ihm lernen können.
Und nun ist der mittlerweile 77 Jahre Rentner nochmal in den Schlagzeilen: Nach 52 Jahren Ehe mit Susan Piggott und diversen Affären hat es ihn jetzt nochmal richtig erwischt. Lady Barbara Fitzgerald (55) heißt seine neue Freundin und es ist so ernst, dass sich die beiden am Genfer See in der Schweiz, wo sie aktuell zur Miete wohnen, nochmal ein neues Haus bauen wollen.
Das Paar hat sich in Newmarket kennengelernt, wo Lady Barbaras Ehemann Lord John, der einst in Hoppegarten für die Familie von Schubert als Trainer agierte, im nahen Moulton als Racing Manager für das Lanwades Stud fungiert und sie selbst für das Auktionshaus Tattersalls tätig war.
Sie und Susan Piggott sind sich seit Jahren bekannt, die verlassene Ehefrau sieht die Sache gelassen: „Mit 72 regt mich das nicht mehr so auf, wie es das mit 25 getan hätte. Ich wünsche Lester Glück und Gesundheit, böse Worte werden nicht fallen.“












