„Ich kann mich nicht erinnern, dass Michael Schumacher oder Zinedine Zidane, die ein Vielfaches von uns Jockeys verdienen, schon einmal eine Strafe in dieser Höhe bezahlen musste. Ich schäme mich sehr für den Englischen Rennsport.
Wegen 40 Metern verliere ich über 50.000 Pfund und meine Chancen auf den Titel in Frankreich. Diese Regel ist einfach nur peinlich“, ließ Starjockey Christophe Soumillon am Samstagnachmittag in Ascot seinen Emotionen vor den englischen Kameras freien Lauf.
Vorangegangen war Soumillons Gruppe I-Sieg in den Champion Stakes auf dem Franzosen Cirrus Des Aigles, der in einem atemberaubenden Kampf So You Think in neuem Bahnrekord niederrang. Doch zum Leidwesen von Soumillon, benutzte dieser die Peitsche sechs Mal.
Seit der letzten Woche gelten in England neuen Regeln im Bezug auf den Gebrauch der Peitsche, sieben Mal darf diese auf der Zielgeraden benutzt werden. Allerdings nicht auf den letzten 200 Metern. Dort darf man nur fünf Mal drauf hauen. Soumillon tat dieses sechs Mal.
Die Stewards brummten Soumillon dafür eine Strafe von fünf Renntagen auf, was den Belgier im Championats-Kampf in Frankreich deutlich zurückwerfen wird. Zudem besagt die neue Regel, dass ein Reiter seine Prozente auf den Renngewinn verliert.
Im Soumillon-Fall sind das 50.868,87 Pfund! Der absolute Wahnsinn und eine absolut lächerliche Strafe. Noch einmal der zu Recht aufgebrachte Soumillon: „Wir schreiben das Jahr 2011, nicht 1800. Wir sind zivilisierte Leute und wir Jockeys steigen nicht auf die Pferde, um sie zu schlagen, sondern um das Beste aus ihnen herauszuholen.
Wie sollte ich den 200 Meter-Pfosten genau sehen in einem heißen Endkampf. Wenn ich mein Pferd einmal vor dem kleinen Pfosten schlage, gibt es keine Strafe. Das ist doch lächerlich, für solch eine Sache so bestraft zu werden.
Ich habe erst vor einer Woche von der neuen Regel erfahren. Wie soll ich so schnell meine Reitweise umstellen und mich darauf einstellen. Ich reite weltweit, wie soll man sich so schnell darauf einstellen. Wir brauchen Regeln, welche weltweit gelten, so, wie in jedem anderen Profisport. Diese Regel macht den Jockeys nur Angst und bringt den Rennsport nicht nach vorne.“
Soumillon wird zumindest die Geldstrafe nicht auf sich sitzen lassen und will gerichtlich gegen diese vorgehen. „Ich werde mir sehr gute Anwälte nehmen. Man kann uns nicht so leicht um unser Geld berauben“, so noch einmal einer der besten Jockeys der Welt.
„Der Zeitpunkt der Einführung der Regel war sicher nicht optimal. Das war unser Fehler, wir hätten die Regel im Winter einführen sollen. Wir haben lange mit Trainern und auch Jockeys diese neuen Regeln definiert und alle waren damit einverstanden“, heißt es von offizieller Seite in England.












