Bis zum Dubai World Cup waren am Samstagabend in Meydan sämtliche sechs Rennen für die englischen Vollblüter von den Favoriten gewonnen worden. Doch das war offenbar kein gutes Omen für den von Henry Cecil trainierten Twice Over, der als 30:10-Favorit in das höchstdotierte Galopprennen der Welt ging. Er kam nur auf den neunten Platz (Video ansehen).
Aus äußerer Startbox positionierte sein Jockey Tom Queally ihn in der 2000 Meter-Prüfung unterwegs erst einmal im hinteren Teil des Feldes. Zwar kam er noch mit allen Chancen durch den Schlussbogen, wo er an der Außenseite Boden gutmachen konnte. Doch in der Zielgeraden, in der er auch nicht das beste Rennen hatte, kam er dann einfach nicht richtig auf Touren.
Für den Sieg sprach er zu keiner Sekunde des Rennens wirklich mit. Ganz anders die Japaner. Doch es war nicht Buena Vista, die Klassestute, der man vom Trio aus Fernost die besten Chancen eingeräumt hatte, sondern der 130:10-Außenseiter Victoire Pisa und der Japan Cup Dirt-Sieger Transcend, die das Rennen dominierten.
Transcend, der Fünfjährige aus dem Stall von Trainer Takayuki Yasuda, hatte gleich nach dem Start die Spitze übernommen, hinter ihm lag zunächst Cape Blanco vor Gitano Hernando und Godolphins zweiter Farbe Monterosso.
Mitte der Gegenseite unternahm der italienische Top-Jockey Mirco Demuro im Sattel von Victoire Pisa vom letzten Platz einen Vorstoß und führte sein Pferd neben Transcend auf den zweiten Rang.
So ging es auch in die Zielgerade, auf der Victoire Pisa (Trainer Katsuhiko Sumii) gleich zum Angriff schritt. Der Sand-Spezialist Transcend gab sich aber keineswegs geschlagen und hielt immer wieder dagegen.
Nicht weit dahinter lagen auch Monterosso und Cape Blanco, die Pferde, die von Beginn an in der Spitzengruppe lagen, kamen einfach nicht zurück.
Victoire Pisa wehrte sich bis zur Linie erfolgreich gegen Transcend, siegte mit einer viertel Länge Vorteil und die Freude bei den Japanern kannte im Anschluss keine Grenzen. Dahinter kam der 410:10-Außenseiter Monterosso (M.Barzalona), der Favorit des Deutschen Derbys 2010, auf den dritten Platz, vor Cape Blanco.
Fünfter wurde der US-Star Gio Ponti vor Gitano Hernando, Musir und Buena Vista. Erst dann kam Twice Over über die Linie.
Japanische Fotografen schwenkten ihre Kameras in die Höhe und jubelten, was das Zeug hielt. ‚Das ist ein Tag für Japan. Wir bedanken uns für all die Unterstützung, die wir für alle in Japan erhalten haben. Es ist wie ein Traum‘, sagte Manami Ishikawa, die Tochter von Victoire Pisa-Besitzer Yoshimi Ishikawa nach dem Rennen.
Henry Cecil führte das enttäuschende Abschneiden seines Schützlings Twice Over auf das langsame Rennen zurück. ‚Sie gingen sehr langsam, das war schon enttäuschend für uns, denn er war gut drauf. Ich will nicht nach Ausreden suchen, aber es war einfach so‘, sagte Cecil nach dem Rennen.









