Kein deutsches Pferd, aber jede Menge unserer Jockeys

Die neunzigste Auflage des „Fortuna Ceske Derby“ am Sonntag in Prag ist in diesem Jahr mit 2,5 Millionen Tschechischen Kronen, umgerechnet rund 98.000 Euro dotiert. Insgesamt 16 Pferde, mehr sind aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen, nehmen um 15:10 Uhr die klassische Derbydistanz von 2.400 Metern in Angriff.

Auch wenn kein Pferd aus hiesigen Quartieren mit von der Partie ist, könnte es trotzdem ein Tag der „Deutschen“ werden, denn alleine im Hauptrennen kommen vier hierzulande gezogene Vollblüter an den Start. Zudem wird sich direkt nach Beendigung des Samstag-Renntages in Hannover ein Tross hier ansässiger Jockeys auf den Weg in die Moldau-Metropole begeben und sich nicht nur im Hauptrennen in den Sattel schwingen; Filip Minarik, Jiri Palik, Alexander Pietsch (Foto), Wladimir Panov und Ratislav Juracek.

Für Filip Minarik ist es natürlich eine Rückkehr zu seinen Wurzeln, denn der Jockeychampion des Jahres 2005 ist nur unweit der Derbybahn aufgewachsen und hat dort auch seine ersten Erfahrungen mit und auf den schnellen Vollblütern gemacht. „Ich bin froh, endlich dort wieder einmal im Derby reiten zu können, denn bisher kollidierte der Termin ja leider immer mit der Derbywoche in Hamburg“.

Im Derby steuert er Miracle Match und damit, sofern man den Buchmachern bei einer Quote von derzeit 40:10 glauben schenken darf, einen der Mitfavoriten. Der Oratorio–Sohn verfügt als auf Listenebene in Irland platziertes Pferd zwar über bessere Klasse, doch sind durchaus Zweifel an seinem Stehvermögen berechtigt.

Denn weiter als 1.700 Meter ist es für ihn im Rennen bisher noch nicht gegangen. Ausreichende Steherqualitäten kann dagegen der als Favorit ins Rennen gehende und vom Gestüt Görlsdorf gezogene Bribon vorweisen.

Schließlich war seine Mutter Bravo Görl hierzulande auf weiten Wegen in der Gruppe-Klasse zu Hause und unter anderem Dritte im Betty Barclay-Rennen und dem Helmut von Finck-Steher-Cup. Der von Szdenko Smida gerittene Pentire-Sohn ist mit über 1,1 Millionen Kronen nicht nur das gewinnreichste Pferd im Feld, sondern auch bei drei Start in diesem Jahr noch ungeschlagen und wird derzeit zu Kursen von 30:10 gehandelt.

Ehre für die deutsche Vollblutzucht könnten aber auch noch der von Graf und Gräfin von Stauffenberg gezogene Fiery Wing (Dalakhani-Firedance) mit Alexander Pietsch, der von Ratislav Juracek gerittetene und von Erik Luding gezogene Maltamo (Dashing Blade-Malatesta)sowie last but not least Gestüt Römerhofs Sholokhov-Sohn Sunkar mit Wladimir Panov im Sattel.

Der Hengst vertritt ein im Derby sehr erfolgreiches Quartier. Erinnert sei hier ganz besonders an den hierzulande bestens bekannten Darsalam, der sich im Jahre 2004 das Blaue Band des Nachbarlandes sicherte. Allen ein Schnippchen schlagen könnte in diesem offenen Rennen aber der in der tschechischen „Union“ erfolgreiche Lomitas-Sohn Talgados.

In den Sattel wird sich mit Maria Magdalena Rossak übrigens die Tochter des Besitzers schwingen. Die gerade einmal 16-jährige ist schon weit herum gekommen, hat unter anderem bei Peter Schiergen in Köln und Pavel Vovcenko in Mahndorf in der Arbeit ausgeritten und startet mit einer Lizenz aus Panama, wo sie ganz nebenbei im Vorjahr auch noch Champion der Auszubildenden wurde. Auch der Vater ist hierzulande kein Unbekannter, denn für Peter Rossak trainierte Pavel Vovcenco den guten Indomito, der zuletzt für neue Farben sensationeller Zweiter im nach Hoppegarten verlegten Benazet-Rennen wurde.

Nächste Renntage

Galopprennen in Deutschland
Sa., 18.07.Bad Harzburg
So., 19.07.Berlin-Hoppegarten, Bad Harzburg
Do., 23.07.Bad Harzburg
Sa., 25.07.Bad Harzburg, Erbach
So., 26.07.München, Bad Harzburg
Fr., 31.07.Zweibrücken
Galopprennen in Frankreich
Do., 16.07.Compiegne
Fr., 17.07.Lion d’Angers, Dax
Sa., 18.07.Dieppe
So., 19.07.Chantilly, Vittel
Mo., 20.07.Vichy
Di., 21.07.Vichy, Chateaubriant