Das deutsche Top-Milano-Duell: Getaway gegen Quijano

Eine lange deutsche Siegertradition herrscht im Gruppe I-Highlight auf der Mailänder San Siro-Bahn, dem mit 297.000 Euro dotierten Gran Premio di Milano über 2400 Meter, der voraussichtlich am Sonntag mit dreifacher deutscher Beteiligung über die Bühne gehen wird. Große deutsche Namen vergangener Turfgrößen wie Star Appeal, Lando oder Platini repräsentieren gleichzeitig auch den sportlichen Stellenwert dieses Prestigerennens für die hiesigen Ställe.

Höchst interessant aus deutscher Sicht könnte die mögliche Auseinander-setzung zweier deutscher Pferde in der diesjährigen Ausgabe werden. Denn sowohl der Fährhofer Quijano, der diese Gruppe-I Prüfung in den letzten beiden Jahren für sich entscheiden konnte wie auch der Ullmann-Hengst Getaway, Deutschland bestes Grand Prix-Pferd 2009, gelten als feste Starter.

Erstgenannter hat wie im vergangenen Jahr eine Pause seit seinen drei Starts im Wüstenemirat Dubai erhalten, während Quijano 2008 auch noch zwischenzeitlich in Hong Kong angetreten war.

Peter Schiergen gab sich dann auch zuversichtlich hinsichtlich der Chancen seines erfahrenen Globetrotters: „Wir werden in jedem Fall in San Siro laufen, sind zuversichtlich, zumal Quijano die Pause seit Dubai genutzt hat, zudem planen wir auch mit Burma Gold (Gran Premio Italien, 88.000 Euro) und Atlantic Sport (Pr. Bersaglio, 61.600 Euro) in den beiden anderen Listenrennen des Tages zu laufen. Andrasch Starke wird jeweils im Sattel sitzen“.

Auch im Lager des zweiten deutschen Kandidaten, dem sechsfachen Gruppe-Siegers Getaway, der gleichwohl großartige internationale Referenzen vorzuweisen hat und mit Adrie de Vries im Sattel antreten wird, geht man guten Mutes an die kommende Aufgabe heran. Bei seinem Aufgalopp im Kölner Gerling-Preis schien der Monsun-Sohn bei etwas unglücklichem Rennverlauf schon die Gegner im Sack zu haben, als Stallgefährte Eye of the Tiger ihm die Suppe schließlich noch versalzte.

Das Laufen sollte man Getaway schließlich nicht zu hart ankreiden, zumal in der Start betimmt gefördert haben wird. Aus dem Umfeld hört man jedenfalls jede Menge Zuversicht, die auf guten Arbeitsleistungen aufbauen. Ein weiteres Ziel für Getaway könnte auch der Hamburger Deutschland-Preis sein, der vom Rhythmus her in den Zeitplan passt.

Dritter möglicher Starter aus hiesigen Quartieren ist Estejo, der für seinen italienischen Besitzer Giovanni Martone von Ralf Rohne am Düsseldorfer Grafenberg vorbereitet wird. Entgegen dessen Ankündigung in der diesjährigen Stallparade, dass man mit dem Hengst Gruppe II u. III-Rennen ins Visier nehmen wolle, versucht man es mit dem Premio-Roma Sieger erneut auf höchstem Level und nach bisheriger Erfahrung sind die 2400 Meter sicher nicht die Idealdistanz für den 2000 Meter-Spezialisten, der auch schon in Royal Ascot an den Ablauf kam.

Jedenfalls stellen sich dem deutschen Lager internationale Top-Gegner in den Weg, wobei sich voraussichtlich einmal mehr das Godolphin-Lager hervorsticht. Cavalryman zum Beispiel steht als Dritter aus dem letztjährigen Arc und amtierender Grand Prix de Paris-Sieger, Gr. I ebenso unter Order wie Campanologist, einem veritablen Gr.II-Sieger oder Kite Wood, dem größten Steher im Feld, der als Leger-Zweiter aus Doncaster eine weitere Option für die blaue Flotte darstellt.

Einen deutlichen Hinweis wert ist sicher Jukebox Jury, auch in Deutschland seit seinem Treffer im Preis von Europa, Gr. I längst kein Unbekannter mehr. Grand Prix de Deauville, Jockey Club Stakes und Zweiter im Canadian International, Gr. I sind Referenzen, die ihn am Sonntag zu einem ernsthaften Gegner wachsen lassen.

Bei den Italienern wird vor allen Dingen der im Besitz des Japaners Teraya Yoshida stehende Derby Italiano-Sieger Cima de Triomphe (Trainer Bruno Grizetti), aber auch Voila Ici (Trainer Vittorio Caruso) Premio Roma Gewinner und Runner up zu Querari im Premio Presidente della Republicca, Gr. I werden ebenfalls guten Aussichten eingeräumt.

Im Premio Bersaglio einem Listenrennen über 1200 Meter gilt auch Torsten Mundrys Intigra, die mit Daniele Porcu an den Ablauf kommen soll, als sichere Starterin. „Die Stute hat sich auf kürzeren Distanzen bewährt und reist mit guten Möglichkeiten nach Mailand“, so ihr Betreuer.

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