Es war ein Finish vom Allerfeinsten, wie es Star-Regisseur Alfred Hitchcock nicht packender hätte inszenieren können: Der Große Preis der Sparkasse Dortmund, ein mit 20.000 Euro dotiertes Listenrennen über 2000 Meter am Himmelfahrtstag in Wambel, wurde zu einer Angelegenheit, die das Publikum begeisterte.
Denn erst die Auswertung des Zielfotos brachte in dieser wichtigen Derby-Vorprüfung Gewissheit, wer denn am Ende die Nase vorne hatte. Viele dachten, der Wittekindshofer Nordfalke (Adrie de Vries), der Beste im Trio von Trainer Peter Schiergen hätte gewonnen, doch mit gewaltigem Einsatz sorgte Hollywood Kiss (Foto) für einen weiteren Wöhler-Coup in einem Top-Event.
Champion Eduardo Pedroza bewies auf der 44:10-Chance, die Andreas Wöhler für das Gestüt Ittlingen trainiert, wieder einmal seine große Klasse und siegte mit einem kurzen Kopf Vorsprung.
Zunächst übernahm der Favorit Burma Gold, die Wahl von Andrasch Starke, das Kommando vor Naschar und Eternal Power an der Innenseite sowie Nordfalke weiter außen. Cabimas sah man an fünfter Position vor Hollywood Kiss und Wuhan, während der Riesenaußenseiter Chavaldant am Schluss galoppierte.
Im Einlauf wurde es so richtig spannend. Burma Gold tat sich vorne bald schwer, während es innen Eternal Power versuchte. Nordfalke musste erst auf freie Bahn bugsiert werden. Und außen wurde der Hawk Wing-Sohn mächtig schnell.
Das galt aber auch für Hollywood Kiss, der Sohn von Rekordgalopper Paolini flog regelrecht heran und schaffte tatsächlich in hartem Ringen noch die knappe Wende.
Beim zweiten Start landete der Dreijährige seinen zweiten Treffer, er stammt aus der Familie der Gruppe I-Siegerin Hollywood Dream. Man darf sicherlich auf die weitere Karriere sehr gespannt sein.
‚Was wir jetzt machen, kann ich noch nicht sagen. Für das Derby kommt er allerdings nicht in Frage, denn Hollywood Kiss ist kein Pferd für 2400 Meter‘, berichtete Siegtrainer Andreas Wöhler.
Nordfalke unterlag in allen Ehren, wenn auch etwas unglücklich, während Baschar als Dritter schon weiter zurück folgte. Beide Pferde steuern nun die Union an.
Burma Gold musste zuletzt doch deutlich passen, während Chavaldant noch erstaunlich viel Boden gutmachte. Der Rest, inklusive des ziemlich enttäuschend nie anpackenden Cabimas, war früh geschlagen.
Ein glänzendes Deutschland-Debüt gab der von Jan Pubben trainierte The Desert Saint (104:10), ein Dubai Destination-Sohn, der sich ín einem Kategorie E-Rennen mit Adrie de Vries Start-Ziel gegen Almaviva behauptete.
Seine Platzserie beendete der von Elfi Schnakenberg aufgebotene Giant Step (82:10, Cevin Chan) mit einem sehr sicheren Sieg in einem 1400 Meter-Ausgleich III.
Den ersten Sieg ihrer Laufbahn feierte beim achten Start Calatrava (Filip Minarik, Piet van Kempen, 81:10) in der Wettchance des Tages, die die Boreal-Tochter mit spätem Schlussakkord gegen Cavallo Partito, Shangrila und Dorosia gewann. Die Viererwette wurde nicht getroffen, demnächst winkt ein attraktiver Jackpot.
Gewaltiges Vertrauen eilte Andreas Trybuhls Interian (Adrie de Vries´ zweiter Tagessieg, 20:10) im 1750 Meter-Ausgleich III voraus, den der Wallach vor Sarkando und Prohibition klar gewann. Das Final-Handicap über 1750 Meter holte sich mit Adenike (Lisa Bienefeld-Brands/Rudi Storp) noch eine 123:10-Außenseiterin.
Die Bahn in Dortmund war glänzend besucht. Der Umsatz war mit ca. 180.000 Euro allerdings nicht besonders aufregend.










