Deutschland-Highlights en masse: Das sind die Kandidaten

Am Montag und Dienstag dieser Woche hatte die Renntechnik des Direktorium für Vollblutzucht und Rennen allerhand zu tun. Streichungs- und Nennungstermine für gleich zahlreiche wichtige Rennen im weiteren Verlauf des Jahres standen auf dem Programm. 14 Nennungen gingen für das Dr. Busch-Memorial (Gruppe III, 50.000 Euro, 1700 m) am 25. April in Krefeld ein.

Eines der prominenten Pferde im Aufgebot wird vor Ort von Mario Hofer trainiert. Zazou schaffte im Herbst 2009 das Kunststuck, in Frankreich auf Gruppe I-Niveau Dritter zu werden, das Criterium de Saint-Cloud führte über 2000 Meter auf weichem Untergrund und Berichten seines Coaches zu Folge überwinterte der Shamardal-Sohn bestens. Dass er mit den geforderten 1700 Metern im Stadtwald keinerlei Probleme haben wird, ist nach seiner Gruppe I-Platzierung als Youngster über 2000 Meter klar.

Mit Kite Hunter besitzt Albert Steigenberger eine ganz interessante Dreijährigen-Hoffnung. In Baden-Baden gewann der Mutathir-Sohn sein Maidenrennen und lieferte bei jedem seiner sechs Youngster-Auftritte überzeugende Leistungen ab, auch auf gehobenem Parkett. „Er ist ein hartes, tolles Pferd, das im Busch-Memorial in die Saison startet. Dann sehen wir weiter“, heißt es von Seiten seines Coaches Mario Hofer (Foto).

Der Hirschberger-Hengst Promised Wings könnte die Ullmann-Waffe im Busch-Memorial werden. In einem äußerst stark besetzten Zweijährigenrennen in Krefeld setzte sich der im letzten Jahr nur einmal an den Start gekommene Monsun-Sohn in feiner Manier in Szene und verwies Top-Gegner in die Schranken.

Sein Coach bemerkte damals: „Eigentlich ist Promised Wings gar kein echter Zweijähriger.“ Dafür zeigte er aber gleich beim Debüt eine erstaunliche Leistung und wenn man annimmt, dass er nun weiter hinzugelernt hat, kann er eventuell seine weiße Weste auch im ersten Klassik-Trial der Saison in Krefeld behaupten.

Der Kölner Stall von Andreas Löwe ist mit Keep Cool vermeintlich ganz gut gerüstet. Jedenfalls hält der Coach aus im Weidenpescher Park große Stücke auf den Starcraft-Sohn, wenn er sagt:“ Keep Cool zeigt viel Klasse und Talent“. Einen dritten Platz auf Gruppe III-Parkett (Herzog von Ratibor-Rennen) weist Keep Cool als beste Youngster-Referenz bereits auf.

In ihm sollte eine der Hoffnungen im Dreijährigenbereich von Andreas Löwe zu sehen sein. Diese vier Top-Hoffnungen fanden ebenso einen Platz in der Liste für das Mehl-Mülhens-Rennen – die German 2.000 Guineas – am 24. Mai in Köln. Viel wird davon abhängen, wie sie sich in Krefeld verkaufen. Aber im Hinterkopf von Mario Hofer, Jens Hirschberger und auch Andreas Löwe ist dieser Termin sicher.

Auch den ebenfalls von Andreas Löwes trainierten World’s Danger darf man 2010 nicht unterschätzen. Der Coach sah seine Ambitionen während der Zweijährigenkampagne von Worlds Danger noch nicht ganz erfüllt, hält unverändert eine ganze Menge von ihm und engagierte ihn ebenfalls im Kölner Highlight. Insgesamt wurden für das Mehl-Mülhens-Rennen, das mit 150.000 Euro versehen ist und über die Meile auf Gruppe II-Parkett gelaufen wird, 37 Nennungen abgegeben.

Zahlreiche Top-Pferde aus dem Ausland sind noch engagiert, vor allem Godolphin Racing hat wieder einige Asse dabei. Aktuell bestens empfohlen ist Mendip, der in seinen beiden Rennen in Meydan während des Dubai Racing Carnival nicht zu schlagen war. Vor allem beim zweiten Sieg hinterließ er einen bombenstarken Eindruck, wäre für die German 2.000 Guineas sicher eine tolle Bereicherung.

Bei den Stuten ist das Diana-Trial am 23. Mai in Hoppegarten eine erste große Hürde auf dem Weg in Richtung Klassik-Lorbeer. 27 Ladies bekamen eine Option für das 2000 Meter-Examen vor den Toren der Hauptstadt, die Prüfung wird auf Gruppe II-Level entschieden. Elle Shadow – im Besitz und aus der Zucht von Hans Hugo Miebachs Gerstüt Wittekindshof – ist ei prominenter Name im Aufgebot.

Die am Asterblüte-Quartier von Peter Schiergen trainierte Lady könnte sich anschicken, Nachfolgerin der Stallgefährtzin Miss Europa zu werden, die im letzten Jahr keine Gerinegre als die spätere Diana-Siegerin Night Magic in die Schranken wies, zudem mit Bolivia eine stets sehr hoch gehandelte Stute schlug. „Sie macht schon einen guten Eindruck, hat gut überwintert“, äußert sich Peter Schiergen positiv gegenüber der zweitplatzierten aus dem Preis der Winterkönigin.

Auch Nianga (Dritte im Preis der Winterkönigin, sieben Längen hinter Elle Shadow) wird von Peter Schiergen trainiert. Beim Lebensdebüt imponierte die Fährhoferin ungemein, und auch in Baden-Baden hinterließ die Lomitas-Tochter einen tollen Eindruck. „Auch sie sieht toll aus. Eine feste Route steht noch nicht fest“, ist Schiergen vorsichtig, da er wie so viele andere Trainer des Landes auch in der morgendlichen Arbeit noch nicht richtig ernsthaft mit seinen Pferden arbeiten kann.

Nocturna hat ihr großes Können bereits zwei Mal im letzten Jahr gezeigt und noch eine weiße Weste. Waldemar Hickst ist ihr Trainer. Die Dai Jin-Lady ist eine weitere Top-Option für Hoppegarten, besitzt auch noch eine Möglichkeit im Preis der Diana an den Start zu gehen.. Ebenfalls von Waldemar Hickst trainiert wird Warsaw Ballet, die gleich in Baden-Baden ihr Lebensdebüt in einen zweiten Platz ummünzte. Die im Besitz von Dr. Christoph Berglar befindliche El Prado-Tochter genießt im Stall weiterhin große Wertschätzung, sie könnte ein Pferd mit einer großen Zukunft sein.

Ebenfalls eine Startmöglichkeit in dem mit 65.000 Euro dotierten Diana-Trial bekam Vanjura, zweifellos die beste zweijährige Stute 2009 in den Neuen Bundesländern. Sie wird vor Ort von Roland Dzubasz trainiert, der mit der Zweijährigenkampagne seiner Areion-Tochter sicher mehr als zufrieden war. „So ist mir ihr alles in Ordnung. Wir werden sehen, wohin der Weg führt. Aber es gibt für mich keinen Grund zu klagen“, sagt Dzubasz.

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