Erneut kommt es am Sonnntag zum Aufeinandertreffen der besten japanischen Pferde mit den Assen der restlichen Turf-Welt, was 1981 bei der Schaffung des Japan Cups schon das Ziel gewesen war. Aktuell steht es 14:14 zwischen Gastgebern und Gästen. Nachdem zunächst die Ausländer das Rennen dominiert hatten, wendete sich das Blatt. In den vergangenen zehn Jahren schafften es nur zwei der „Overseas“-Pferde in die Siegerliste, Alkaased 2005 und Falbrav 2002, beide hatten Frankie Dettori im Sattel.
Dettori ist mit drei Treffern sogar der Rekordhalter, während Alkaaed mit 2:22,1 Minuten die beste Zeit aufstellte. Nur Sir Michael Stoute schaffte das Kunststück, zweimal zu triumphieren (1996 und 1997) – mit Singspiel und Pilsudski.
Und erneut greift Stoute an im voraussichtlich 18 Pferde umfassenden Feld des mit 533,5 Millionen Yen (rund 4.103.000 Euro) dotierten Gruppe I-Rennens über 2400 Meter in Tokio, wo die Zielgerade 525 Meter lang ist. Allein der Sieger kassiert 250.000.000 Yen (1.923.000 Euro), wobei auch der Zehnte noch umgerechnet 38.000 Euro bekommt.
Die Hoffnung des englischen Star-Trainers ist Conduit, der die Farben des Ballymacoll Stud zuletzt zum zweiten Mal in Folge zum Sieg im Breeders´ Cup Turf (Grade I) trug. Auch mit seinem King George-Erfolg (Gruppe I) sorgte der Dalakhani-Sohn 2009 für Furore, der nach erst fünf Saisonstarts noch als frisches Pferd antreten wird. Natürlich wird Ryan Moore wieder im Sattel von Conduit sitzen, der sicherlich die größte Chance besitzen sollte, in die japanische Phalanx einzubrechen.
Im Erfolgsfalle würde Conduit 900.000 Pfund-Bonus kassieren, denn er hätte dann das Doppel King George-Japan Cup geschafft. Anschließend wird der Hengst seine Karriere beenden und Beschäler in Japan werden, nachdem er an ein japanisches Gestüt verkauft wurde.
Ebenfalls aus England reist Richard Hannons Scintillo an, der unter anderem en Grand Prix de Chantilly (Gruppe II) auf sein Konto brachte, aber sowohl weit hinter Conduit in Ascot, als auch zuletzt in einem Gruppe II-Rennen in Longchamp chancenlos war. Da Jimmy Fortune als Jockey nicht verfügbar war, setzt man nun auf den Franzosen Gerald Mosse, der aus Hong Kong eingeflogen wird.
Drei Amerikaner nehmen den Kampf in Tokio auf. Robert Barbara sattelt den schon siebenjährigen Wallach Interpratation, der sich das Ticket mit seinem Sensationssieg über den späteren Breeders´ Cup Classic-Zweiten Gio Ponti in den Joe Hirsch Turf Classic Invitational Stakes (Grade I) in Belmont Park erwarb.
Jonathan Sheppard vertraut auf den ein Jahr jüngeren Just As Well, der als Bezwinger von Quijano (er erhielt den Sieg am Grünen Tisch) in den Northern Dancer Stakes (Grade I) in Woodbine bestens bekannt ist, daran aber als Fünfter im Canadian International (Grade I) nicht ganz anknüpfen konnte.
Bleibt als US-Chance Nummer drei noch der ebenfalls sechsjährige Marsh Side aus dem Quartier von Neil Drysdale. In den beiden angesprochenen Woodbine-Events landete er jeweils auf Rang vier.
Doch das heimische Aufgebot mit neun Grade I-Siegern wirkt stärker denn je: Da wäre zum einen Vorjahressieger Screen Hero, der mit seinem zweiten Rang zu Company (gewann am Sonntag die Mile Championship) im Tenno Sho zeigte, dass der Triumph vor zwölf Monaten keine Eintagsfliege war. „Er wird erneut Blinkers tragen, wie bei seinem letzten Start, von dem er stark profitiert hat“, sagt Trainer Yuichi Shikato, der für den Fünfjährigen wie im Vorjahr den italienischen Jockey Mirco Demuro engagierte.
Meiner Kitz ist von seinem Erfolg im Tenno Sho im Frühjahr bestens bekannt, doch hatte er diese Form zuletzt nicht mehr zur Verfügung. Logi Universe ist der amtierende Derbysieger, doch hat er seit diesem Coup nun sechs Monate pausiert, womit sich die Frage nach seiner Fitness stellt. Außerdem waren die Bodenverhältnisse damals die schlechtesten innerhalb von 40 Jahren. Jungle Pocket war 2001 das letzte Pferd, dem das Doppel Derby-Japan Cup gelang.
Besonderes Interesse verdient natürlich einmal mehr die unvergleichliche Superstute Vodka. Nach zwei Niederlagen der Fünfjährigen wird nun der Jockey gewechselt. Trainer Katsuhiko Sumi ersetzt Yutaka Take durch den Franzosen Christophe-Patrice Lemaire. Dieser hat nun die Aufgabe, Vodka bei ihrem möglicherweise letzten Karrierestart zu einem Erfolg über 2400 Meter zu führen, eine Distanz, auf der sie seit dem Derby vor zwei Jahren nicht mehr siegte. Zuletzt wurde sie Dritte als heiße Favoritin im Tenno Sho Autumn.
Asakusa Kings sicherte sich 2007 das St. Leger, aber so richtig begeisternd waren seine späteren Formen nicht. Der achtjährige Cosmo Bulk landete seit März 2008 nicht mehr den Geldrängen in seinem Heimatland. Eishin Deputy, inzwischen sieben Jahre alt, absolviert den dritten Start nach einer Verletzungspause, ist aber noch nie über 2400 Meter angetreten.
Oken Bruce Lee gefiel als Vierter im Tenno Sho Autumn und vertritt den Formstall von Company-Trainer Hidetaka Otonashi und sollte nicht ausgelassen werden. Reach The Crown zieht den Cup einem Start in der Mile Championship vor, doch zeigt er unterschiedliche Leistungen, ist allerdings mit Yutaka Take einem Spitzenjockey anvertraut.
Die Stute Red Desire war bei sechs Starts dreimal erfolgreich und nie schlechter als Zweiter und könnte auch beim ersten Versuch gegen die älteren Pferde gefährlich sein.
Bei den englischen Buchmachern gilt aktuell Conduit als 27:10-Favorit, gefolgt von Vodka (60:10) , Screen Hero (70:10) und Logi Universe (90:10).










