Seit Deutschland eine Jockeyschule unterhält, sind Vertreter der Ausbildung aus Deutschland auch bei Entscheidungen gefragt. Obwohl diese Schule nicht mit den Ausbildungsstätten in Frankreich, Irland, England und auch Italien vergleichbar ist, so gibt es doch viele Berührungspunkte und auf internationalem Parkett ist man sehr interessiert, etwas von den Fortschritten in der Ausbildung in Deutschland zu erfahren.
Erika Mäder, Präsidentin des Trainer- und Jockeyverbandes, hat sich von Anfang an dafür eingesetzt, dass deutsche Nachwuchsreiter auch international vertreten sind. Die Teilnahme an einem jährlichen Vergleichskampf ist einer der Vorteile, Mitglied bei EARS (European Association of Racing Schools) zu sein.
Bereits zum vierten Mal nehmen deutsche Auszubildende an einem Rennen von EARS teil, die bisherigen Stationen waren Chantilly, Newmarket, Köln und jetzt Pisa. Dort fand am 17. Oktober der diesjährige Vergleichskampf mit Reitern aus Frankreich, England, Irland, Italien und Deutschland statt.
Caroline Fuchs, Auszubildende bei Christian Frhr. von der Recke, von den teilnehmenden Reitern und Reiterinnen mit 18 Siegen wohl eine der erfahrenen, aber auch Laura Gabriel, in der Ausbildung bei Petra Blumenauer, kann als weitere deutsche Teilnehmerin bereits 15 Siege vorweisen.
Im Premio EARS war am Zielpfosten Leigh Roche aus Irland als Sieger auszumachen. Platz zwei ging an Conor Hoban, ebenfalls aus Irland, während die deutsche Caroline Fuchs als Dritte noch ausgezeichnet ins Rennen kam. Laura Gabriel endete im geschlagenen Feld, allerdings war ihr Pferd nie zwingend im Rennen. Großer Jubel natürlich auf der irischen Seite, als Keith Rowe, Leiter der Racing Academy in Irland, den Wanderehrenpreis von EARS Präsident Rory MacDonald für ein Jahr mit nach Hause nehmen konnte.
Das Rennen war in diesem Jahr von der Florida Thoroughbred Breeders and Owners Association und Ocala Breeders Sales gesponsert. Richard E. Hancock, Executive Vice President war eigens zu diesem Renntag nach Pisa angereist, um dem siegreichen Reiter des Nachwuchsrennens die Einladung zu überbringen, die trüben Wintermonate in Europa mit dem sonnigen Florida zu tauschen.
Nach Pisa gereist waren auch Susanna Santesson, EARS Vizepräsidentin sowie Kai Schirmann als Leiter der Deutschen Jockeyschule in Köln. Auf der Sitzung gab er einen kurzen Bericht über die augenblickliche Situation in der Kölner Jockeyschule und sprach über Pläne zur Verbesserung in der Durchführung von Lehrgängen. Jedes Land berichtete über die derzeitige Ausbildungssituation, Susanna Santesson übernahm diesen Part.
Bei der letzten EARS Sitzung in Chantilly wurde ein Arbeitskomitee gegründet, um in einem kleinen Kreis Vorschläge für eine effiziente Zusammenarbeit aller Mitgliedsländer von EARS der Mitgliederversammlung zu unterbreiten. Dieser Kommission gehör,en Susanna Santesson, Dawn Goodfellow vom Northern Racing College in Doncaster, Keith Rowe aus Irland sowie Enrico Querci aus Italien an.
Eingehend wurde die Möglichkeit diskutiert, wie man EARS und insbesondere die Ziele von EARS populärer machen kann. Es ist vorgesehen, mit Trainern Kontakt aufzunehmen, um EARS mit einer Präsentation bei einem internationalen Meeting der Trainers’ Association vorzustellen. Auch sind Publikationen wie Flyer, Broschüren und DVD’s geplant.
Das eigentliche Ziel von EARS ist jedoch, durch einen Austausch von Ausbildern der einzelnen Jockeyschulen, Ausbildungsinhalte anzugleichen und die Ausbildung im Rennsport mehr und mehr auf einem hohen Niveau zu vereinheitlichen.
Die EQUES Qualifikation kann bereits in Irland und Frankreich geprüft werden. Absolventen dieses Ausbildungsweges und der Prüfung genießen international hohe Anerkennung Zu dieser Prüfung sind Studenten der Rennsportschulen von EARS zugelassen, die dort in den Fächern Fremdsprachen, Rennstallmanagement und Reiten auf die Prüfung vorbereitet werden, die es ihnen ermöglicht, in guten Positionen in der internationalen Rennsportindustrie tätig zu werden.
Im Frühjahr 2010 wird für ein paar Tage der Besuch eines Ausbilders des Northern Racing College in Doncaster erwartet, wo er sich mit Kai Schirmann von der deutschen Jockeyschule in Köln austauschen wird. Später ist ein Gegenbesuch in England geplant.
Da auch weitere Länder (Türkei, Schweden, Tschechien, Singapur) an einer Zusammenarbeit mit EARS interessiert sind, wird man Vertreter dieser Länder gern bei nächster Gelegenheit einladen, die Ausbildungssituation dort vorzustellen.
Ein großes Ziel von EARS ist eine Internationale Konferenz über die Ausbildung in Rennsportländern der Welt. Ein solcher Plan bedarf natürlich intensiver Vorbereitung und kann nicht ohne Sponsoren realisiert werden. Es ist aber ein Vorhaben, das die ganze Rennsportindustrie interessieren sollte. Finanzielle Mittel für die Ausbildung zur Verfügung zu stellen heißt – Investieren in die Zukunft. Mit diesem Slogan wird in England für die Ausbildung geworben, eine Investition, die sich bezahlt machen wird.










