Deauville: Irian fordert Goldikova im ‚Top-Meilen-Kracher‘

Über die Meile der Geraden Bahn von Deauville steht am Sonntag im weltberühmten Seebad der Prix Jacques Le Marois auf der Programm und ist der Höhepunkt des August-Meetings in der Normandie. Seit vielen Jahren wird die Gruppe-I-Prüfung, die mit stattlichen 600.000 Euro dotiert ist, von der Familie Niarchos gesponsert und trägt im Titel den Namen ihres französischen Haras de Fresnay-le-Buffard.

Mit Gestüt Schlenderhans Irian (Foto) rückt am Sonntag ein deutscher Kandidat in die Boxen für diesen „Meilen-Kracher‘ ein. Nach drei Siegen in Folge – darunter im klassischen Mehl-Mülhens-Rennen – hatte Irian im Prix Jean Prat in Chantilly am Tag des Deutschen Derbys den Nimbus des Unbesiegten verloren.

Erstmals auf Gruppe-I-Parkett unterwegs, zeigte der von Jens Hirschberger trainierte Hengst aber auch in der Niederlage eine bravouröse Leistung, als der Tertullian-Sohn hinter Lord Shanakill und Oiseau de Feu als Dritter über die Linie kam. Nicht im Verborgenen war für Jedermann geblieben, dass Irian lange an der Innsenseite keine Passaage fand und erst auf freie Bahn kam, als vorne weitgehend der Zug abgefahren war. Als Trost blieb, dass er zuletzt das schnellste Pferd im Feld war.

Was die Konkurrenz angeht, so dürfte sie am Sonntag im Schnitt noch eine Idee höher einzustufen sein. Allen voran Goldikova, die man wohl getrost als die beste Meilerin der Welt einstufen darf. Die Breeders‘ Cup Mile-Siegerin war noch vor zwei Wochen im Prix Rothschild in Deauville am Start und fertigte die Konkurrenz bei ihrem fünften Gruppe-I-Erfolg völlig nach Belieben ab.

Wie zuletzt im Prix Jean Prat wird Stephane Pasquier im Sattel des Schlenderhaners sitzen. Mit mehr Fortune im Rücken sollte der Mehl-Mülhens-Sieger auch in diesem Elitefeld eine starke Partie abliefern.

Mit Silver Frost, der unter Christophe Soumillon ins Rennen geht, stellt sich der diesjährige klassische Sieger der Poule d‘ Essai des Poulains vor. Im Derby fand er die Distanz von 2100 Meter zu weit, auf der Meile verdient er wieder höchsten Respekt.

Frankie Dettori sitzt auf Godolphins Gladiatorus, der in Dubai in diesem Frühjahr drei Rennen – darunter den zur Gruppe I zählenden Duty Free – gewann. Die Farben von Hamdan Al Maktoum und somit des Vorjahressieger Tamayuz trägt Aqlaam, den William Haggas in Newmarket trainiert. Er siegte kürzlich in den Summer Mile Stakes (Gruppe II) von Ascot.

Mit Virtual geht der diesjährige Lockinge Stakes Sieger von Newbury in den Marois, der Gosden-Schützling hat seit Royal Ascot, wo er keine Rolle spielte, eine kleine Pause erhalten. Das Quartier von Jean-Claude Rouget ist durch Never on Sunday vertreten.

Der Prix d‘ Ispahan-Sieger ist ein weiterer Kandidat im Feld, der bereits einen Gruppe-I-Sieg in seinem Rekord stehen hat. Auch in Royal Ascot verkaufte er sich als knapp geschlagener Dritter hinter Vison d‘ Etat und Tartan Bearer in den Prince of Wales’s Stakes bärenstark.

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