Hartes Lotto-Trophy-Stutenfinish geht an Etoile Nocturne

Werner Baltromei kann derzeit machen, was er will. Der Erfolg steht ihm bei. Bestes Beispiel ist die Lotto Hamburg-Trophy am Samstag auf dem Horner Moor in Hamburg. Die von ihm tranierte fünfjährige Stute Etoile Nocturne kämpfte die ganze Gerade herunter mit der von Andreas Löwe aufgebotenen Lips Arrow (Andreas Suborics).

Nach einem Rennen von der Spitze aus war die Medicean-Tochter unter einem toll aufgelegten William Mongil Mitte des Einlaufs für’s Auge schon passiert, mobilisierte dann aber enorme Kraftreserven und riss das Ruder erneut herum.

Für Lips Arrow – die zweite Stute im Siebenerfeld – blieb nur der Ehrenplatz in der über 1200 Meter führenden Gruppe III-Prüfung, und sie markierte somit erneut einen zweiten Platz in einem hochrangigen Rennen der Derbywoche 2009 für den Kölner Coach Andreas Löwe.

„Ich war ganz sicher, dass wir bereits im Iffezheimer Benazet-Rennen gewonnen hatten. Der heutige Sieg ist daher umso schöner und bestätigt die Meinung des ganzen Teams, dass Etoile Nocturne Gruppe-Rennen gewinnen kann. Es freut mich ganz besonders auch für William Mongil, der ein sehr guter Jockey ist, das hat man heute gesehen. William hat in den letzten Wochen viel Kritik abbkommen und seinen Job verloren. Dabei kann er sicher nichts dafür, wenn es im Stall nicht läuft“, so ein glücklicher Werner Baltromei nach dem Rennen.

„In Baden-Baden dachte ich, ich hätte gewonnen. Heute ist also die Entschädigung eingetreten. Sehr schön“, sagte Siegjockey William Mongil.

Dieser hatte erst vor kurzem seinen Job bei Baltromeis Mülheim-Nachbar Uwe Ostmann verloren, war dort von Besitzerseite vor allem für seine Ritte auf Liang Kay und Valdino in die Schusslinie geraten. Beide Pferde hatten aber auch bei ihren nächsten Starts keinerlei Chancen, scheinen einfach nicht die Form aus 2008 zur Hand zu haben.

Der sofortige Wechsel in die Zucht für Etoile Nocturne ist mit gewonnenem Gruppe-Rennen nun eine Option, verlautete aus dem Umfeld der Stute. Sie tritt mit diesem Treffer die Nachfolge des ungarischen Wundersprinters Overdose an, der diese Prüfung vor zwölf Monaten überlegen gewann.

Hinter den beiden Erstplatzierten lieferten sich der in dieser Saison bärenstark agierende Contat (Rastislav Juracek) und der den Derbyjahrgang prächtig vertretende Glad Sky (erstmals für neuen Besitzer am Start, mit Daniele Porcu) einen ebenso harten Fight um Platz drei, den schließlich Glad Sky für sich gewinnen konnte.

Contat-Besitzer Albert Jörres sagte: „Der Start von Contat war heute schon nicht gut, da wird es dann über 1200 Meter ganz besonders schwer.“

Der am Totalisatior stark beachtete schwedische Gast Calrissian – im Vorjahr in diesem Rennen fünftplatziert – konnte keine Akzente setzen, fand in äußeren Spuren galoppierend auch keinen günstigen Rennverlauf vor und war nie ein Faktor.

‚Wir hatten im Rennen eine gute Position gehabt. 250 Meter vor dem Ziel sah es so aus, als könnte ich den Sieger stellen. Am Schluss waren wir eine gute Zweite‘, so Lips Arrow-Jockey Andreas Suborics nach dem Rennen.

Auch Trainer Andreas Löwe nahm die Niederlage sportlich: ‚Der erneute zweite Platz hinter Werner Baltromei ist für mich kein Problem, ich bin sehr zufrieden, wie sie gelaufen ist. Sie hat sich rehabilitiert, da sie bei den beiden letzten Malen außerordentliches Pech gehabt hat. Heute haben wir gesehen, dass sie eine gute Stute ist.‘

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