Royal A: Mastercraftsman nach einem Murtagh-Masterritt

Die Königin von England betrat in einem gelben Kostüm den Führring von Royal Ascot, als die neun Kandidaten für die Queen Anne Stakes zum ersten Rennen ihre Runden drehten. Die drei Gruppe-I-Prüfungen hatte man gleich an den Anfang einer sechs Rennen umfassenden Tageskarte gesetzt. Somit wurde ein Feuerwerk der Superlative abgebrannt.

Die Art und Weise, wie Paco Boy zum Auftakt des königlichen Meetings die Queen Anne Stakes beherrschte, hatte man sicherlich schon lange nicht mehr gesehen. Ohne nur den geringsten Finger zu rühren, führte Richard Hughes den von seinem Schwiegervater Richard Hannon trainierten vierjährigen Hengst in vordere Linie und kam auch in dieser großen Manier an die Spitze. Gut einhundert Meter vor der Linie schob Hughes Paco Boy kurz an, machte damit sofort den Sack endgültig zu.

Rang zwei ging an Cheveley Park Studs Cesare vor Aqlaam und dem spät endenden Main Aim. Der mit großer Spannung erwartete Auftritt des Dubai Duty Free-Siegers Gladiatorus ging völlig daneben. Das offizielle beste Pferd der Welt zog unter dem jungen Ahmed Ajtebi zwar schnell in Front, hatte aber genauso schnell sein Pulver wieder verschossen.

Auch der zweite Godolphin-Schützling, Alexandros, spielte in dieser über 1600 Meter führenden Gruppe-I-Prüfung nie eine entscheidende Rolle. Paco Boy, der in diesem Jahr bereits die zur Gruppe II zählende betMile von Sandown gewonnen hatte, zahlte 43:10 auf Sieg.

In den King’s Stand Stakes stand mit Scenic Blast ein Gast aus Australien in der Favoritenrolle. Natürlich begründet, denn er hatte ähnliche Topreferenzen im Gepäck wie einst auch Takeover Target und Miss Andretti, die später während Royal Ascot groß auftrumpften.

Von Startplatz 15 hielt Steven Arnold den Favoriten zunächst in Reserve, während vorne mit Equiano der Vorjahressieger dieser Gruppe-I-Prüfung den Takt setzte. Als Scenic Blast außen in überragender Manier in vordere Linie erschien und bald darauf mühelos in Front zog, war die Frage nach dem Sieger beantwortet.

Doch ganz offensichtlich hielt der australische Topsprinter sein Pensum für erledigt, so dass Fleeting Spirit und somit eine Mitfavoritin am Ende noch recht nahe zu Scenic Blast auflief, ohne ihn aber entscheidend in Verlegenheit zu bringen.

Es war der achte Sieg beim 18. Start des Scenic-Sohnes, den man im July Cup erneut in England am Start sehen könnte. Rang drei ging an die stark endende Außenseiterin Anglezarke aus dem Stall von Tim Easterby.

Ein Finish vom Feinsten ritt Johnny Murtagh in den St. James’s Palace Stakes, als er auf dem heiß favorisierten Mastercraftsman aus dem Stall von Aidan O‘ Brien einen minimalen Vorteil gegen Delegator herausholte. Die Felle des 18:10-Favoriten aus Irland schienen hundert Meter vor der Linie wegzuschwimmen, als Delegator den Schimmel im Griff zu haben schien.

Der in dieser Saison erstmals von Jimmy Fortune gerittene Delegator war auch bereits im Vorteil, als Mastercraftsman im Stile eines großen Kämpfers zurückkam. Und tatsächlich gelang es dem irischen 2000 Guineas-Siegers, die große Serie von Aidan O‘ Brien in den St. James’s Palace Stakes fortzusetzen. Der ‚Master of Ballydoyle‘ hatte nach Giant’s Causeway, Black Minnaloushe, Rock of Gibraltar, Excellent Art und Henrythenavigator im Vorjahr seinen sechsten Sieger in dieser Gruppe-I-Prüfung gesattelt.

Schließlich gab es auch noch das erste prominente Doppel zu notieren, als Trainer Richard Hannon und Richard Hughes mit Canford Cliffs in den Coventry Stakes völlig souverän auftrumpften. Die Gruppe-II-Prüfung sprach den jüngsten Jahrgang an.

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