Alle gegen einen – das war die Losung im 73. Silbernen Band der Ruhr, dem mit 20.000 Euro dotierten Listenrennen für die Langstreckler über 2950 Meter am Maifeiertag in Mülheim. 14:10 stand der von Uwe Ostmann vorbereitete Leger-Sieger, den William Mongil steuerte. Kein Wunder, stand er doch nach bisherigen Formen in exponierter Rolle.
Doch es kam wieder einmal ganz anders. Denn sang- und klanglos gab sich der heiße Favorit geschlagen, endete auf dem vorletzten Platz. Schon an der Startstelle hatte er für etwas Unruhe gesorgt. Unterwegs machte Takheena Prince die Fahrt vor dem polnischen Derbysieger Ruten und Valdino, dessen Jockey unterwegs immer auf das flaue Tempo drückte, im Schlussbogen in dritter Spur weite Wege ging, aber hier schon auf einem geschlagenen Pferd saß.
Nicht den geringsten Dash hatte der Wallach auf dem Raffelberg, wurde durchgereicht. Lange sah es im Einlauf günstig aus für Ruten, der sich auf einen Rush zunächst von der Konkurrenz löste. Doch vom vorletzten Platz tauchte plötzlich Terry Hellier, der an diesem Nachmittag drei Rennen gewann, mit dem Park Wiedinger Flamingo Fantasy (Foto) an seiner Seite auf.
Mit unnachahmlichem Sped rauschte der 87:10-Außenseiter aus dem Stall von Waldemar Hickst schließlich auch an dem stark laufenden Ruten vorbei, schaffte den Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn, seinen dritten Treffer, aber den ersten auf Listen-Ebene. ‚Er hat riesig angezogen und sehr viel Einsatz gezeigt‘, hieß es aus seinem Umfeld. Sicherlich steuert man nun das Betty Barclay-Rennen in Iffezheim an.
Ruten (Andreas Löwe: ‚Wir sind sehr zufrieden, das war ein toller Einstand‘) gab unter Andre Best ein glänzendes Deutschland-Debüt, während Free Minded (Torsten Mundry: ‚Er ist in dieser Gesellschaft gut gelaufen‘) innen noch auf Platz drei vorstieß, hinter dem Brisant als Vierter nie so recht zwingend wirkte. Bis zu Valdino war der Abstand sehr deutlich.
Irgendetwas stimmte an diesem Tag offenbar nicht mit dem Leger-Helden. ‚Er hat das Rennen noch gebraucht‘, erklärte Trainer Uwe Ostmann, doch offenbar rätselte auch der Coach über diese Vorstellung.
Besonders sehenswert verlief auch das Altersgewichtsrennen mit vier Kandidaten, die normalerweise in besserer Gesellschaft zu Hause sind. Und mit verblüffendem Speed stürmte Stefan Wegners Auenadler-Sohn Super Eagle (63:10) unter Jerome Lermyte noch an Leni Riefenstahl und Mercator vorbei, wohingegen der Favorit Lord Areion nur Vierter wurde.
Völlig unterschätzt hatte man den aus einem kleinen Quartier kommenden Download (144:10), der im 2000 Meter-Ausgleich III von einem Husarenritt von Lydia Lammers profitierte und Giocita und Lovileo hinter sich lassen konnte.
Bei seinem Comeback nach zweijähriger Pause schlug sich der Wittekindshofer Next Style in einem 2100 Meter-Altersgewichtsrennen als Dritter ordentlich, musste allerdings Ralf Rohnes Western Line (Norman Richter, 141:10) und Gabbiano den Vortritt lassen. Trotz Massenbesuchs flossen in den neun Prüfungen nur 186.139 Euro durch die Kassen, wobei der Außenanteil 33 Prozent betrug.










