Den Auftakt der Listenrennen am Sonntag in Bremen macht die EBF-European Breeders Fund Meile, die eine ausgezeichnete Besetzung gefunden hat. Da Pferde, die in dieser Saison kein Gruppe-Rennen gewonnen haben, startberechtigt sind, weist die Starterliste einige klangvolle Namen auf.
Wie den von Peter Hirschberger in Leipzig vorbereiteten Mharadono, der vor Jahresfrist mit zwei Siegen in Gruppe-Rennen groß aufgetrumpft hatte, doch in diesem Jahr außer dem Listen-Sieg in Köln beim Saisondebüt nicht mehr gewonnen hat. Man wählte das letztjährige Erfolgsrezept und verpflichtete wieder Wladimir Panov, der auch bei den Gruppe-Siegen im Sattel saß.
Einer, dem man ebenfalls 2008 einen Gruppe-Sieg zugetraut hatte, der dann allerdings ausblieb, ist der von Uwe Ostmann trainierte Schützenjunker (Foto), der in Iffezheim den Preis von Schlenderhan gewann, anschließend in Hoppegarten auf Gruppe-Ebene enttäuschte, um diese Vorstellung drei Wochen später in Iffezheim mit Platz drei zu korrigieren.
Der Hengst zählt zur Gruppe der sieben Dreijährigen, die in dieser Prüfung die Mehrheit stellen und mit erstklassigen Chancen antreten. Mitglied dieses Kreises ist auch Ottomax aus dem Stall von Andreas Löwe, ein Hengst, der am 1. Mai an gleicher Stätte seinen größten Zahltag erlebte, als er das Bremer Auktionsrennnen gewann.
Schwer haben dürfte es dagegen Castiglione, der allerdings die ausgezeichnete Stallform von Roland Dzubasz und vor allem die ausgezeichnete Verfassung von Jockey Alexander Pietsch als Plus für sich beanspruchen kann.
Als noch wenig geprüftes Pferd geht Royal Pepper in die Prüfung, der bei Mario Hofer steht, bei dem seit Wochen (fast) alles läuft. Weiter auf der Suche nach dem ersten Saisonsieg befindet sich Balios, den Andreas Wöhler für den Stall Fichtengrund von Dr. Frank Feldmann vorbereitet. Er eröffnete die laufende Saison mit dem Krefelder Busch-Memorial und blieb danach noch dreimal auf Gruppe-Ebene, ehe mit dem Preis des Casino Baden-Baden eine Listen-Aufgabe anstand, die der Hengst als Vierter beendete.
Derartige Versuche hat der Ullmann-Hengst Alianthus aus dem Bergheimer Stall von Jens Hirschberger noch nicht unternommen, tritt aber immerhin als bei zwei Starts ungeschlagenes Pferd an.
Vervollständigt wird das Aufgebot der Dreijährigen durch Let’s Rock, Vierter im Busch-Memorial und klar hinter Schützenjunker, der diesmal anders als meist in diesem Jahr mit Höchstgewicht angetreten war.
Ein Listen-Sieg fehlt noch in der Bilanz des von Erika Mäder trainierten Lucidor, der sich in den letzten Prüfung im Kommen zeigte und mit Stefanie Hofer die einzige weibliche Reiterin im Sattel hat.
Als Hoffnung gilt Le Big, der sich aus kleinen Anfängen hoch gedient hat und zuletzt mit dem Badener Sprint-Cup sogar eine Aufgabe in einem Gruppe-Rennen zu lösen hatte, was sich aber noch als zu schwer erwies.
Für Lokalkolorit sorgen die Auftritte von Beltanus, dem von Altmeister Friedel Willenbrock trainierten Stallgefährten von Balios, und Naranja, der Pavel Vovcenko allzu gerne zu „Black Type“ verhelfen würde.










