Sensationeller Schlusspunkt: Seiler holt den Kaiserpokal!

Besser hätte die Karriere des seit 1992 tätigen Hannoveraner Trainers Otto-Werner Seiler (Foto) nicht ausklingen können, als mit dem Gewinn des 1914 von Kaiser Wilhelm II gestifteten Kaiser Preis, für den drei Siege im Preis des Jagdhauses, eines über 3400 Meter führenden Jagdrennens für die Fegentri-Reiter erforderlich sind. Nach 1987 und 1996 schaffte er bei der letzten Gelegenheit, denn er beendet bekanntlich Ende November seine Trainertätigkeit, durch die neunjährige Schattenqueen, den dritten Treffer, so dass der rund 40.000 Euro teure Ehrenpreis in den Besitz des Hannoveraners übergeht (Video ansehen).

Zugute kam der Siegerin ein Zwischenfall, als der führende Imminent Victory wegbrach und einige Teilnehmer behinderte, während Schattenqueen und Strident davon nicht betroffen waren, sich auf Längen absetzten und die Entscheidung unter sich ausmachten.

Unter dem Schweden Daniel Wirenstal behielt Schattenqueen klar die Oberhand gegen den Recke-Schützling, während mit Sandsturm ein zweiter Vertreter des Stalles Steinstor weit zurück den dritten Platz holte. Der favorisierte Supervisor war in der Anfangsphase reiterlos geworden.

Für Trainer Otto-Werner Seiler, der aus gesundheitlichen Gründen aufhört und dem Rennsport nur noch als Besitzer verbunden bleiben wird, war es der 1.576. Sieg seit Bestehen des vom Vater Werner Seiler gegründeten Unternehmens im Jahr 1953.

Im Final-Lauf zur Fegentri-Weltmeisterschaft der Herren hatten die Wetter von Außenseitern erneut Grund zur Freude. Wer sein Geld auf die siebenjährige Zamina aus dem Zweibrücker Stall von Besitzertrainer und Züchter Bernd Schmahl („sie gewinnt immer dann, wenn ich sie nicht gewettet habe“) gesetzt hatte, kassierte mit 343:10 eine sehr lohnende Quote.

Die Stute, die vor neun Wochen in Saarbrücken für Schlagzeilen gesorgt hatte, als sie zum Kurs von 1049:10 ihr erstes Rennen gewann, um neun Tage später in Miesau als Favoritin zu siegen, besaß unter dem Briten Danny Cook die größten Reserven in der 2400-Meter-Prüfung und ließ Mounafes sowie Principella hinter sich. Durch den zweiten Platz mit Mounafes holte sich der Franzose Paul-Henri de Quatrebarbes den WM-Titel gegen den Iren Donal Macauley und den Danny Cook in der Wertung Flachrennen.

Besitzer Gerhard Schöningh und Trainer Peter Rau waren zu Hause geblieben und ließen sich am Freitag in Iffezheim bei der Siegerehrung nach dem Ausgleich II vertreten. So nahmen Dietrich von Mutius für den Besitzer und Claudia Best für den Trainer die Ehrenpreise nach dem Sieg von Free Minded entgegen, der mit seiner starken Schlussleistung Alter König noch einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte.

Für diesen hatte sich Torsten Mundry, noch Stalljockey am Rau-Stall und baldiger Nachfolger des Trainers, entschieden und schien auch lange damit richtig gelegen zu haben, ehe dann der Trainingsgefährte auftauchte und somit für ein bemerkenswertes Ergebnis für den Warendorfer Stall sorgte.

Mit einer Überraschung wurde das dritte und letzte Meeting an der Oos eröffnet, als die von Heinz Hesse in Frankfurt trainierte Mrs Summersby unter Lennart Hammer-Hansen im Rennen der sieglosen Dreijährigen gewann. Die Neuerwerbung des Stalles Hexenberg aus England siegte beim zweiten Deutschland-Start nach starker Schlussleistung leicht gegen Trendy und Innisfree, während der favorisierte Magazin erst spät auf den Plan trat und Vierter wurde.

Vier Siege und zwei zweite Plätze bei lediglich sechs Starts. Die Bilanz des von Norbert Sauer trainierten Eminem kann sich wahrlich sehen lassen. Der Punktesammler (34:10) aus dem Dortmunder Stall ließ in der „Wettchance des Tages“ seinen großen Anhang nicht im Stich und war in der entscheidenden Phase zur Stelle, um La Tournesol abzufangen und seinen vierten Treffer zu landen. Die weiteren Plätze gingen an El Mondri und Led Zeppelin, was in der Viererwette eine Quote von 13.643:10 bedeutete.

Für die Niederlage mit Alter König im Ausgleich II entschädigte sich Torsten Mundry in der abschließenden Prüfung, als er im großen siebzehnköpfigen Feld mit Martina Grünewalds Lübbo (160:10) genau auf der Ziellinie die Entscheidung zu seinen Gunsten herbeiführte und vor Marilyn und Nubis gewann, die im toten Rennen einkamen.

Nächste Renntage

Galopprennen in Deutschland
Do., 02.07.Hamburg
Sa., 04.07.Hamburg
So., 05.07.Hamburg
Fr., 10.07.Saarbrücken
Sa., 11.07.Köln
So., 12.07.Mülheim
Galopprennen in Frankreich
Do., 02.07.Longchamp, Senonnes
Fr., 03.07.Clairefontaine, Tarbs
Sa., 04.07.Deauville
So., 05.07.Saint-Cloud
Mo., 06.07.Vittel, Clairefontaine
Di., 07.07.Chantilly, Aix les Bains