Zwei 50.000er in Riem: Der Adlerflug-Bruder greift gro? an

Der Freitag in München hat es in sich: Sowohl im Großen Preis der Nürnberger Versicherungsgruppe als auch im Criterium der Steher sind 50.000 Euro zu gewinnen, die sich auf ausnahmsweise sechs Gelder verteilen, so dass auch für den Fünften und Sechsten noch ein kleiner „Brosamen‘ in Höhe von 1700- bzw. 1300 Euro abfällt.

Als erstes der beiden Hauptereignisse werden die Steher auf die 2200-Meter-Strecke geschickt, wobei man im Gestüt Schlenderhan hofft, in dem dreijährigen Abydos, einem Bruder des Derbysiegers Abydos, den Nachfolger des vor zwölf Monaten erfolgreichen Sereth stellen zu können.

Der damals von Olivier Peslier auf Sereth gebotene Ritt ist auch heute noch immer wieder einmal Thema unter Rennsportfreunden. Dies gilt aber auch aus jüngerer Vergangenheit für Michael Cadeddus Ritt auf Abydos, denn der italienische Jockey, der an diesem Tag acht Landsleute zum sportlichen Wettstreit trifft, hatte vor Wochen mit dem Monsun-Sohn gewonnen, obwohl er schon früh die Bügel verloren und mit einer Bravourleistung den dreijährigen Hengst als Sieger über die Ziellinie gebracht hatte.

Mit 53 kg trägt dieser ein sehr günstiges Gewicht und wird beim wettenden Publikum hoch in der Gunst stehen. Zu achten hat er in erster Linie auf die gleichaltrige Elegant Beauty, die zum einen ein Kilo weniger trägt, mit dem Sieg von Iffezheim hinreichend empfohlen ist und mit Katharina Daniela Werning eine Reiter im Sattel hat, die am Montag noch im französischen Amiens erfolgreich blieb, also Form mitbringt.

Ein Fragezeichen steht hinter Zuckerpuppe, einer recht startschwierigen Stute, die über ein Jahr nicht mehr angetreten ist, aber 2007 immerhin Vierte im Schwarzgold-Rennen und damit einem Gruppe-II-Rennen war. Aktuell empfohlen ist dagegen El Dancer, in Iffezheim Zweiter zu Zaungast im Ausgleich I, eben jenem Zaungast, der vor zwei Wochen in Frankfurt ein Gruppe-III.-Rennen gewann und vor einer großen Zukunft steht.

Die einheimischen Interessen konzentrieren sich vor allem auf Maistro, der sich unter der Nachwuchsreiterin Andrea Mayer, Tochter der Riemer Trainerin Jutta Mayer, zum sechsfachen Saisonsieger gesteigert und damit eine erstaunliche Entwicklung genommen hat.

Noch offener erscheint der von sechzehn Teilnehmern bestrittene Große Preis der Nürnberger Versicherungsgruppe, für den gut die Hälfte der Starter auf den ersten Blick als Kandidat für die Entscheidung genannt werden kann. Das gilt für Gainsbury ebenso wie für Electric Roi, einen Riemer Dauergast aus Neuss, den in Köln von Andreas Trybuhl für den Stall Magic trainierten Night Prince, der durch einen Sieg zum „Riemer Prinz“ würde, oder auch für Mister Minister, Offshore und Tuxedomoon, einen Vertreter des Stalles von Jutta Mayer.

Mister Minister, der von Christian von der Recke trainierte Fuchs, erlebte hier vor elf Monaten seinen größten Zahltag, als er das Auktionsrennen am Allerheiligen-Tag gegen den Trainingsgefährten Hidalgo gewann. Mit dem Linkskurs hat der Hengst somit keine Probleme. Mit Merlo tritt ein Teilnehmer an, den Mister Minister damals hinter sich gelassen hatte.

Nicht zu vergessen ist natürlich die am Platz von Werner Glanz trainierte Sophia Gardens, die es wie Maistro in dieser Saison bereits auf sechs Siege brachte, sich also für den Stall Italia als Erfolgskauf erwiesen hat. Und da heute mit Max Tellini ein Italiener im Sattel sitzt, käme ein Sieg irgendwie passend.

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