INTERVIEW KARL JÖRG
GaloppOnline.de: Hatten Sie Mitte der Geraden noch an einen Erfolg von Rosenreihe im Henkel Preis der Diana geglaubt?
Karl Jörg: Als Rosenreihe noch hinter der Wand vor Pferden war, dachte ich, das war es jetzt.
GaloppOnline.de: Sie bezeichneten Andrasch Starkes Ritt als Weltklasse. Können Sie sich an eine ähnliche Meisterleistung eines Jockeys erinnern?
Karl Jörg: Ein imponierender Sieg war die Leistung von Billy Newnes mit Tiger Hill bei seinem Erfolg im Mehl-Mühlens-Rennen 1998.
GaloppOnline.de: Wie sehen Sie nun die Veranlagung von Rosenreihe? Im Vorfeld zur Diana hieß es meist, sie kann wohl nicht stehen.
Karl Jörg: Rosenreihe hat väterlich wie mütterlich genug Steherpotenzial. Ein Pferd, das zweijährig über 1600 Meter mit sehr guter Leistung aufwartet, kommt auch über den Weg.
GaloppOnline.de: Möchten Sie Rosenreihe Ende der Saison in der Wittekindshofer Mutterstutenherde einstellen oder lieber auch 2009 in Training lassen?
Karl Jörg: Realistisch betrachtet muss die Stute in die Zucht. Sie hat den Gipfel des Erfolges erreicht. Zurzeit erholt sie sich in Wittekindshof. Ob sie noch einmal in den Rennstall zurückkehrt, entscheiden wir später.
GaloppOnline.de: In Wittekindshof ist aus der „R-Familie“ aktuell nur Rosenreihes Mutter Rosengeste vertreten. Da kommt der klassische Erfolg von Rosenreihe wohl genau im richtigen Moment?
Karl Jörg: Es ist schön, eine weitere gute Stute der R-Familie zu haben, doch ist die Mutter noch jung und lässt einiges erwarten. Eine Next Desert-Schwester von Rosenreihe ist bereits vorhanden.
GaloppOnline.de: Der erste Partner von Rosengeste war der in der Zucht noch nicht zu beurteilende Coolmore-Hengst Catcher In The Rye. Warum haben Sie diesen Hengst damals ausgewählt?
Karl Jörg: Das Rezept war Rock of Gibraltar, Danehill X Be my Guest. Da die Mutter sehr hart geprüft war, wollte ich im ersten Jahr kein großes Risiko bezüglich Decktaxe eingehen. Der Hengst hat mir damals sehr imponiert.
GaloppOnline.de: Weitblick zeigten Sie wohl auch in diesem Frühjahr, als sie für Rosengeste immerhin mit Dylan Thomas einen der prominentesten Neueinstellungen für 2008 buchten. Er kostet rund das Zehnfache der Decktaxe wie die von Catcher In The Rye. Nun ist Rosengeste tragend und Mutter einer klassischen Siegerin. Das machte die Sache doch so richtig rund?
Karl Jörg: Da ich ahnte, dass wir aus der Paarung eine sehr gute Stute besitzen, war der logische Schritt die Steigerung für den späteren Markt. Allerdings sind die Coolmore-Leute mit im Boot.
GaloppOnline.de: Sie wählen ohnehin für die Wittekindshofer Stuten Jahr für Jahr gleich mehrere Hengste der Coolmore-Flotte. Sie haben offenbar einen sehr guten Draht dorthin?
Karl Jörg: Die freundschaftlichen Beziehungen zu Michael Andree und die Erfolge seit über 20 Jahren sprechen für sich. Außerdem stehen in Coolmore wohl die besten Hengste der Welt.
GaloppOnline.de: Oft gehen Sie mit Coolmore auch ein Foal-Sharing ein. Wie waren die Erfahrungen?
Karl Jörg: Die enorme Preisentwicklung und die stark verbesserte Stutenqualität haben mich zu diesem Schritt bewegt, um das finanzielle Risiko zu minimieren. Bisher sind die Deals für beide Seiten zufriedenstellend gewesen. Foal-Sharing begann für mich in Deutschland mit Königsstuhl, das Ergebnis war Mandelbaum.
GaloppOnline.de: In Baden-Baden steht die BBAG-Auktion vor der Tür. Neun Jährlinge tauchen für Wittekindshof im Katalog auf. Allesamt Hengste. Auf den ersten Blick ist wohl ein High Chaparral-Sohn der Night Petticoat und somit ein Halbbruder von Next Desert und Next Gina der prominenteste Jährling?
Karl Jörg: Natürlich sticht ein Bruder zweier Gruppe-I-Pferde heraus, der hat auch seinen Preis.
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