Was für ein bitterer Abend für Europa. Ohne einen einzigen Sieg musste die Equipe den Breeders´ Cup-Samstag beenden. Nicht einmal durften die Vertreter des alten Kontinents bejubelt werden. Der Abend endete sogar mit einer Tragödie. Im Breeders´ Cup Classic, zog sich George Washington eine Fraktur zu, der letztjährige 2000 Guineas-Sieger musste getötet werden. Es gab keine Rettung mehr für den Hengst, was für ein Drama um den Ballydoyle-Hengst!
Jockey Michael Kinane stieg ab von dem europäischen Hoffnungsträger, als Curlin auf dem Weg zum großen Triumph war. Der Hengst musste wegen der Schwere der Verletzung von seinem Leiden erlöst werden. Der Turfteutel schlug wieder einmal erbarmungslos zu, es traf erneut einen der Besten.
Der Preakness Stakes-Sieger Curlin (Foto) sicherte sich das mit fünf Millionen Dollar dotierte Dirt-Highlight in Monmouth Park in einem Stil, der die Besucher von den Sitzen riss. Unglaublichen Speed verriet der dreijährige Smart Strike-Sohn aus dem Stall von Steven Asmussen, der sein erstes Breeders´ Cup-Rennen gewann.
Jockey Robby Albarado wusste um den enormen Speed des zuletzt schon in den Jockey Club Stakes erfolgreichen Hengstes und wartete rund zehn Längen hinter den vorderen Pferden auf seine Chance.
Hard Spun und Lawyer Ron legten eine sehr schnelle Fahrt vor, Diamond Stripes und Any Given Saturday sah man auf den nächsten Plätzen vor George Washington. Dahinter klaffte eine große Lücke zu Curlin und dem Favoriten Street Sense, die beide streng auf Warten geritten wurden.
Doch im Schlussbogen kam richtig Bewegung ins Bild. Hard Spun versuchte vorne, einen Satz zu machen. Aber vor allem der innen an den Rails heranfliegende Street Sense und Curlin, der sich außen immer mehr nach vorne orientiert hatte, setzten ihm zu.
Zwar wehrte sich Hard Spun, der wie der spätere Sieger den Derby-Jahrgang vertrat, noch einmal kurz. Aber als Albarado Curlin entscheidend flott gemacht hatte, wurden die letzten einhundertfünfzig Meter zu einem Triumhzug des Großverdieners.
Der Kentucky Derby-Sieger Street Sense stand seine Attacke nicht ganz durch und wurde noch von dem Außenseiter Awesome Gem verdrängt. Any Given Saturday und Lawyer Ron fielen noch ganz aus der Parie, womit von den Favoriten lediglich Curlin, das vermeintliche ‚Horse of the Year‘ in der Wette war. Doch das Drama um George Washington überschattete alles.
Die Europäer hatten in den vergangenen Jahren das Filly & Mare Turf beherrscht. Aber die von Henry Cecil trainierte Passage of Time konnte am Samstag in Monmouth Park in einem sehr langsam gelaufenen Rennen als Dritte die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen. Nach rechtzeitigem Vorstoß zu Beginn der Geraden konterte Kieran McLaughlins Lahudood (Alan Garcia) die Attacken der Engländerin. Zwischen beide schob sich noch die Vorjahresdritte Honey Rider.
Nicht gerade mit Fortuna im Bunde war Europa auch in der Mile. Hier endete der O´Brien-Vertreter und Favorit Excellent Art aus einer sehr ungünstigen Startnummer und einem recht aufwändigen Rennverlauf enorm stark.
Doch den von Richard Dutrow trainierten Kip Deville unter Cornelio Velasquez erreichte er nicht mehr. Der lange führende Cosmonaut wurde guter Dritter vor dem nicht ganz durchziehenden Co-Favoriten Nobiz Like Showbiz, der ebenfalls weite Wege gehen musste.
Im Juvenile Fillies gab es einen überzeugenden Erfolg der Favoritin Indian Blessing. Mit Garrett Gomez im Sattel verabschiedete sich die Lady aus dem Stall von Bob Baffert Start-Ziel von Proud Spell und Backseat Rhythm. Nie kam eine Konkurrentin in ihre Nähe.
Im Hengste-Pendant, dem Juvenile, gab es genau dieselbe Situation. Hier verabschiedete sich der Super-Youngster War Pass vorneweg frühzeitig von der Gegnerschaft. unter Cornelio Velasquez stand der Favorit, der beim vierten Start seinen ebensovielten Sieg schaffte, schon im Schlussbogen als Sieger gegen Pyro und Kodiak Cowboy fest.
Einen Endspurt wie vom anderen Stern legte der Favorit Midnight Lute im Sprint hin. Als eigentlich alles für einen Erfolg von Idiot Proof sprach, wuchsen dem Vierjährigen Flügel und er kam noch ganz locker nach vorne. Rang drei ging an Talent Search. Damit landeten Jockey Garrett Gomez und Trainer Bob Baffert ihren zweiten Erfolg an diesem großen Abend.
Einen Triumph des Austro-Kanadiers Frank Stronach gab es im Distaff für die dreijährigen und älteren Stuten. Hier setzte sich in einem dramatischen Finish Ginger Punch (Rafael Bejarano/Robert Frankel) gegen Hystericallady und Octave durch.











