Der letztjährige Derbysieger ist wieder auf dem Zenit. Und wie! Der dritte Gruppe-Treffer hintereinander und der zweite Gruppe I-Coup in 2007 – Stall Blankeneses Schiaparelli (Foto) eroberte auch am Sonntag im IVG – Preis von Europa die deutsche Turf-Szene.
Mit einer beeindruckenden kämpferischen Leistung gewann der von Peter Schiergen trainierte und von Andrasch Starke gerittene Monsun-Sohn und Samum-Bruder das bedeutendste Rennen der Kölner Saison.
In diesem 155.000er über 2400 Meter wurde der 22:10-Favorit sämtlichen Vorschusslorbeeren gerecht. Trotz einer dreimonatigen Pause schnappte er sich die 100.000 Euro Siegprämie, hat jetzt über 600.000 Euro auf seinem Konto stehen.
Doch Andrasch Starke musste auf Schiaparelli seine ganze Jockeyship in die Waagschale werfen, ehe der neueste Triumph unter Dach und Fach war.
Stephane Pasquier legte mit der Schlenderhanerin Ioannina ein hohes Tempo vor, legte einige Längen zwischen sich und Schiaparelli. Auch Egerton und First Stream waren günstig platziert, während Dickens und der Engländer Heartstead Maison am Schluss auszumachen waren. Auch Poseidon Adventure ging die Prüfung aus der Reserve an.
Bis weit in den Einlauf stand alles im Zeichen von Ioannina. Die Stute stiefelte immer weiter, schien lange auch die Attacken von Schiaparelli abwehren zu können. Doch der Fuchs wurde in der Distanz immer zwingender, eroberte die Pole-Position und schien sicher nach Hause zu kommen.
Da rauschte plötzlich wie aus dem Nichts Poseidon Adventure heran. Die 394:10-Chance aus München bekam Flügel, stürmte durch das Feld, doch Schiaparelli, der mit einer dreiviertel Länge Vorteil hinkam, erreichte der Außenseiter nicht mehr.
‚Der Rennverlauf war in Ordnung. Schiaparelli wird nun voraussichtlich in drei Wochen in einem Gruppe I-Rennen in Mailand seinen ersten Auslandsstart absolvieren‘, erklärte Trainer Peter Schiergen. ‚Mir ist sehr wichtig, dass er auch im kommenden Jahr in Training bleibt.‘
Eitel Sonnenschein herrschte auch im Lager des Zweitplatzierten Poseidon Adventure, der den Einlauf aus dem Idee-Hansa-Preis komplettierte. ‚Er hatte nach Hamburg einen Infekt und bekam bei mehreren Cantern Nasen-, aber kein Lungenbluten. Es hat etwas gedauert, bis er das vom Kopf her verarbeitet hatte. Jetzt gehen wir nach Baden-Baden‘, signalisierte Wolfgang Figge.
Ioannina lief das Rennen ihres bisherigen Lebens. ‚Eine Gruppe I-Platzierung war unser Ziel, das hat sie geschafft. Nun steuert die Stute ein Gruppe II-Rennen über 2500 Meter am Arc-Wochenende an‘, berichtete Racing Manager Paul Harley.
First Stream endete als Vierter dichtauf, was auch für Egerton gilt. ‚Leider fehlt ihm immer das letzte Quäntchen Glück‘, bedauerte Peter Rau.
Dickens (unverändert für das Gestüt Röttgen unterwegs) kam wie Hearthstead Maison (Ryan Moore: ‚Die Distanz war zu weit für ihn‘) nie von hinten weg.












