Je mehr sich eine Saison ihrem Ende nähert, umso mehr gewinnt der Begriff „Black type“ im Zusammenhang mit Stuten an Gewicht. Das lässt dann auch schon einmal die Reiselust bei den Besitzern von Stuten steigen, die ansonsten vornehmlich in ihrer Heimat antreten.
Das gilt z. B. für die Engländerin Lemonette, eine Vierjährige, die von John Hills trainiert wird und als frische Siegerin unter dem englischen Jockeychampion Ryan Moore antritt. Sie hat sich aus kleinen Anfängen hoch gedient und tritt im IVG-EUROSELECT-Preis (Listenrennen) am Sonntag in Köln zum zweiten Mal auf Listen-Ebene an. Sie hat eine sehr ordentliche Saison hinter sich, war aber noch nie dabei, wenn es um Gruppe-Lorbeer ging.
Etwas, das die Ebbesloherin Avanti Polonia dagegen schon auf ihre Habenseite gebracht hat. Anlässlich der Hamburger Derby-Woche ging dies im Fährhofer Stutenpreis über die Bühne, als sie in einer mitreißenden Auseinandersetzung hauchdünn gegen Neele erfolgreich blieb, um dann später wie ihre Hauptkonkurrentin im Jacobs-Stutenpreis in Bremen als hoch gehandeltes Pferd unplatziert zu bleiben.
Formkorrektur – so heißt darum das Motto für die dreijährige Polish Precedent-Tochter, deren Mutter Alisa Mitte der 90-er Jahre auch schon platziert in Listen-Rennen geblieben war. Es ist aber nicht nur eine Waffe, die Ebbesloh mit Chancen aufbietet, sondern mit Go East tritt ein zweites Produkt der heimischen Zucht an, das während der Großen Woche in Iffezheim mit ihrem Sieg in der Listenklasse ihr großes Potenzial nachgewiesen hat.
Damals ließ sie u. a. mit der drittplatzierten Guardia ein Pferd hinter sich, das heute die Revanche sucht. Sie sollte ebenso wenig unterschätzt werden wie Nouvelle Europe, eine von zwei Stuten aus dem Warendorfer Stall von Peter Rau, war sie doch in Iffezheim nicht weit hinter Guardia, aber vor Wutzeline, die ebenfalls für ein Platzgeld in Betracht kommt.
Eine interessante Starterin stellt zudem Souvenance, wie Lemonette in England trainiert dar, die sich hier im Frühjahr 2006 als Dritte zu Quelle Amore und Nordtänzerin im Schwarzgold-Rennen von ausgezeichnete Seite gezeigt hatte.
Dass sie im diesjährigen Derby-Meeting keine Rolle spielte, dürfte in erster Linie an den extremen Bodenverhältnissen auf dem Horner Morr gelegen haben. Für die von Torsten Mundry bevorzugte Gaggia steht die Bewährungsprobe auf dem gehobenen Parkett an.
Dass sich Peter Raus Stalljockey für sie entschied, darf schon als deutlicher Hinweis auf entsprechende Arbeitsleistungen anzusehen sein. Den Freunden von chancenreichen Außenseitern empfiehlt sich Nebiola wohl eher als La Grande Dame, Rhapsody in Blue und Rinconada.











