Vor viereinhalb Wochen bekam der Hannoveraner Trainer Christian Sprengel unverhofften Zuwachs in seinen Stall. Sieben Pferde des Rennstalles Directa von Hans-Jürgen Buldt, Boss eines Schulbuchverlages, wechselten von Andreas Löwe aus Köln auf die Neue Bult. Seinen ersten Starter für die gelb-roten Farben bot Sprengel ausgerechnet in der bestwetten.de – 137. Goldenen Peitsche am Sonntag in Iffezheim auf.
Und im bedeutendsten Fliegerrennen des Landes (Gruppe II, 70.000 Euro, 1200 m) schlug die neue Verbindung gnadenlos zu. Mit Electric Beat (Foto), einem stets hoch gehandelten Shinko-Forest-Sohn, der allerdings wegen seiner Abneigung gegen weiches oder schweres Geläuf nur sehr dosiert eingesetzt werden konnte, holte man sich den begehrtesten Ehrenpreis Deutschlands! Es war der Karrierehöhepunkt bislang für Christian Sprengel.
Torsten Mundry servierte dem Vierjährigen ein optimales Rennen. Kurz nach dem Start schob er Electric Beat ein wenig an, dann hatte er schnell eine Position in vorderer Linie. Ähnlich wie man es häufiger in England zu sehen bekommt, teilte sich das große Feld bald in zwei Hälften auf, der eine suchte sein Heil an der Innenseite, der andere außen. Am Ende waren die inneren Pferde vorbei.
Shinko´s Best führte die Kandidaten an, auch Santiago Atitlan, Electric Beat und Key to Pleasure sah man am inneren Flügel gleich prominent, ganz außen orientierte sich Matrix mit Bahama Mama und Lucky Strike, dem es auch beim vierten Versuch nicht gelang, diese Prüfung zu gewinnen.
Kurz wurde man im Einlauf auf die 33:10-Chance aufmerksam, doch war das nur ein Strohfeuer. Da die Pferde so breit aufgeteilt waren, war schwer zu sagen, wer im Einlauf vorne lag. Electric Beat und Santiago Atitlan wirkten innen sehr gefährlich, außen fasste Bahama Mama sehr gut Tritt. Man mochte schon meinen, die Dreijährige könnte es packen, aber schließlich spielte sich die Musik nur innen ab.
Hier eroberte Electric Beat (76:10) einen Vorteil, holte sich mit riesigem Kampfgeist und mit einer dreiviertel Länge diese Renommier-Prüfung.
‚Ich hoffe, dass ich den Besitzer überreden kann, ihn doch noch ein Jahr im Rennstall zu belassen. Geplant ist ein Start in den Diadem Stakes in Ascot‘, erklärte Christian Sprengel. ‚Heute passte alles.‘
Santiago Atitlan verteidigte vor 13.463 Zuschauern wiesen den Ehrenplatz. ‚Wir haben gewusst, dass er dass kann. Zuletzt fehlte ihm noch ein wenig Luft. Vielleicht gehen wir in ein Listenrennen nach München‘, erläuterte Fährhofs Racing Manager Simon Stokes. Toll verkaufte sich auch Bahama Mama als beste Dreijährige. ‚Kurz hatte ich gedacht, sie könnte es packen‘, sagte Waldemar Hickst.
Mehr als den vierten Rang hatte man dem Engländer Sonny Red (32:10-Favorit) zugetraut, der außen nicht ganz durchdrang. ‚Der Boden war zu fest, da fehlte der letzte Tick‘, signalisierte Jockey Francis Norton.
Adamantinos zog sich als Fünfter nach der Pause sehr gut aus der Affäre, während Lucky Strike als Sechster doch früh ausgespielt hatte. ‚Adrie de Vries hat gesagt, in der entscheidenden Phase kam kein Gas‘, bedauerte Trainer Andreas Trybuhl. Auch die Französin New Girlfriend blieb als Zehnte blass.











