‚Mann, was können Fünf-Pferde-Rennen spannend sein‘, schrie Rennkommentator Manfred Chapman ins Mikrofon. Sekunden zuvor hatte es einen Rheinland-Pokal der Sparkasse KölnBonn in Weidenpesch gegeben, der an Positionskämpfen und Dramatik wenig zu wünschen übrig ließ. In diesem mit 155.000 Euro dotierten Gruppe I-Event über 2400 Meter entwickelte sich ein taktisches Rennen.
Frankie Dettori, so etwas wie die große Zugnummer in Köln, versuchte mit Godolphins Laverock vorne eine flaue Pace zu machen. Saddex (Foto) und Bussoni, die vermeintlich stärksten deutsche Kandidaten im Vorfeld, blieben dicht hinter ihm.
Doch Ende der Gegenseite wurde es Torsten Mundry auf Saddex zu bunt. Innen schlüpfte er mit dem so großartig verbesserten Sadler´s Wells-Sohn des Stalles Avena durch und löste im Schlussbogen Laverock vorne ab.
Aber auch die anderen Kandidaten belauerten sich. First Stream orientierte sich innen weiter nach vorne, auch Egerton marschierte in bester Kaltung auf, während Bussoni an der Außenseite doch sehr viel weiter gehen musste und manchen Meter verschenkte.
Man hörte förmlich die knisternde Spannung, als das Quintett vor vollbesetzten Rängen die Gerade erreichte. Innen ging Saddex (23:10-Co-Favorit) weiter, Laverock (22:10) rackerte weiter außen, dazwischen schien Egerton kurz alle Chancen zu haben, während Bussoni außen blieb und First Stream im Fahrwasser von Saddex wenig Platz zur Entfaltung hatte.
Es entwickelte sich ein faszinierendes Finale. Doch in der Distanz war die Frage nach dem Sieger, der die 100.000 Euro Preisgeld kassierte, schnell beantwortet. Torsten Mundry konnte Saddex immer wieder aufs Neue motivieren, der vierjährige Hengst zog groß durch und hatte alles ziemlich leicht im Griff, gewann mit eineinviertel Längen Vorteil.
‚Torsten hat nur zweimal kurz vor dem Ziel den Stock genommen, mehr ar gar nicht nötig‘, freute sich Trainer Peter Rau, der möglicherweise nun direkt in den Arc mit ihm gehen wird. Auf das Duell mit Manduro darf man sich als deutscher Turffreund schon jetzt freuen! 361.100 Euro hat Saddex nun eingaloppiert.
First Stream, auf dem Andreas Suborics sich etwas hemdärmelig Platz verschaffte und dabei Egerton, der auf einfach zu weiter Strecke noch auf den letzten Platz zurückfiel, ins Gehege kam, vertrat den Derby-Jahrgang als Zweiter ausgezeichnet.
‚Wir sind sehr zufrieden, er gehört zu den besten Dreijährigen‘, verriet Trainer Mario Hofer, der den Ittlinger nun im Großen Preis von Baden aufbieten könnte.
Bussoni war als Dritter ein wenig unter Wert geschlagen. ‚Da war mehr möglich. Leider hat Laverocks Reiter ihn nie weiter nach innen gelassen‘, bedauerte Hans-Albert Blume. Nur Vierter wurde der King George-Vierte Laverock mit Frankie Dettori, ließ am Ende deutlich nach. ‚Das Pferd ist klar unter seinen Möglichkeiten geblieben‘, erklärte Raing Manager Simon Crisford, dessen Godolphin-Flotte schwierige Zeiten durchmacht.












