Gestüt Park Wiedingens Ausnahmegalopper Soldier Hollow (Foto) will in München „Millionär werden“. Sage und schreibe 983.246 Euro galoppierte der inzwischen siebenjährige In the Wings-Sohn in den verschiedensten Ländern ein. Auch die Bahn in der Heimatstadt seines Besitzers Helmut von Finck war bereits eine Erfolgsstation des Hengstes. Vor zwei Jahren sicherte sich Soldier Hollow den Großen Dallmayr-Preis – Bayerisches Zuchtrennen mit einer Länge Vorsprung auf den Schlenderhaner Arcadio.
2007 möchte er das bedeutendste Rennen der Riemer Saison, das mit 155.000 Euro ausgestattet ust, über 2000 Meter führt und Gruppe I-Status hat, gerne wieder in den Stall von Peter Schiergen holen. Natürlich lautet die Devise für den ältesten Teilnehmer zu gewinnen, doch das Minimalziel ist sicherlich ein dritter Platz. Mit den dafür ausgeschütteten 18.000 Euro wäre die Millionen-Grenze bereits geknackt.
Auch die aktuelle Form des „Soldaten“ könnte kaum besser sein, zuletzt im Großen Preis der Dortmunder Wirtschaft stand er deutlich über der Konkurrenz. Auch die Form von Trainer Peter Schiergen und seinem Stalljockey Andrasch Starke ist über jeden Zweifel erhaben.
In einem stark besetzten Dallmayr-Preis könnten beide nur eine Woche nach dem Triumph mit Schiaparelli im Deutschlandpreis in Düsseldorf den nächsten Treffer auf Top-Level schaffen. „Andrasch war mit der Arbeit sehr zufrieden. Das Rennen wird kein Spaziergang werden, aber Soldier Hollow ist fit und bereit für das Rennen“, versichert Schiergen.
Vereiteln könnte das von den heimischen Gegnern Trainer Jens Hirschberger, der gleich drei Kandidaten an die Isar beordert. Da wäre zum einen Arcadio, der zum dritten Mal hintereinander diese Prüfung ansteuert. Nach dem Ehrenplatz zu Soldier Hollow 2005 galt er vor einem Jahr als klarer Favorit, doch in einem äußerst langsamen Rennen kam er vom letzten Platz nie in die Partie, war deutlich unter Wert geschlagen, während der Dreijährige Lord of England den Höhepunkt seiner Laufbahn erlebte.
In dieser Saison lief bei dem Monsun-Sohn bislang wenig nach Wunsch. Im Idee Hansa-Preis in Hamburg war er überhaupt nicht zu halten, schrammte an die Spitze und war im Einlauf auf dem Rückzug.Terry Hellier schwingt sich erneut in den Sattel. Gut möglich, dass der Stallgefährte Sommertag (Jiri Palik) die Pace machen wird, damit solche Malheurs sich nicht wiederholen.
Dritter Schlenderhaner im Bunde ist der Dreijährige Sommersturm (Fredrik Johansson), der als Neunter im BMW 138. Deutschen Derby bei extremen Bodenverhältnissen nicht sein wahres Gesicht zeigen konnte. Im Union-Rennen war der Tiger Hill-Sohn (sein Vater gewann den Dallmayr-Preis 1999) als Vierter dicht bei Axxos, Conillon & Co, die die Form enorm aufgewertet haben.
Die heimischen Hoffnungen ruhen auf Stall Salzburgs Poseidon Adventure, für den Trainer Wolfgang Figge mit Andreas Helfenbein den Spitzenreiter der Jockey-Statistik engagierte. Nach dem ausgezeichneten Ehrenplatz im Idee Hansa-Preis auf schwerer Bahn darf man den Sohn des Super-Vererbers Sadler´s Wells ganz sicher nicht mehr unterschätzen.
Ihren Zuchtwert weiter erhöhen sollen die beiden Ladies im Feld: Waleria (mit Champion Andreas Suborics) avancierte bereits 2006 mit ihrem Erfolg im Fürstenberg-Rennen zu einer Top-Adresse, hat auch in diesem Jahr nichts verlernt, wie ihr Listen-Treffer in Dresden beweist. Als Vierte in Hamburg erwischte sie noch einen unglücklichen Rennverlauf.
Die Etzeanerin Dominante, die wie Sommersturm einen deutlichen, altersbedingten Gewichtsvorteil in die Waagschale werfen kann und nun Jean-Pierre Carvalho im Sattel hat, ist in dieser Klasse bereits angekommen, denkt man an ihren tollen Ehrenplatz hinter Mystic Lips im Henkel Preis der Diana.
In diesem erlesenen Aufgebot sind natürlich die beiden Gäste aus dem Ausland, die in den vergangenen Wochen stets durch Abwesenheit glänzten, das besonders belebende Element.
Von 2002 datiert der letzte Gäste-Erfolg, als Kaieteur sich hier durchsetzte. Noch ein Jahr zuvor triumphierte hier Godolphins Kutub. Und nach fast einem Jahr Unterbrechung (Cherry Mix holte sich im August 2006 in Köln den Rheinland-Pokal) gibt sich nun wieder einmal ein Pferd der blauen Flotte von Sheikh Mohammed in Deutschland die Ehre: Formal Decree, ein vierjähriger Wallach, der im Gestüt Olympia gezogen wurde.
Während des Dubai Racing Carnivals sorgte der Diktat-Sohn für Furore, gewann zwei Rennen, ehe er ins Godolphin-Team integriert wurde. Im Dubai Duty Free hingen die Trauben noch zu hoch. Beim Comeback im Juni in Longchamp kam er unterwegs zu Fall, dürfte sich nach der Pause gleich wieder in guter Form zurückmelden. Kein Geringerer als Kerrin McEvoy, bei uns durch die Erfolge mit Warrsan im Großen Preis von Baden sowie mit Cherry Mix in Köln ein guter und äußerst erfolgreicher Bekannter, steuert Formal Decree.
Auch Clive Brittains Hattan (der Coach ist seit Warrsan, Luso, oder Needle Gun ein gern gesehener Gast bei uns) verbrachte die Wintermonate in Dubai, blieb dort zwar ohne Erfolg. Doch was er zu leisten im Stande ist, bekam man zuletzt im Gran Premio di Milano (Gruppe I) zu sehen, als nicht nur die Deutschen Dickens und Donaldson gegen ihn auf verlorenem Posten standen, sondern er bis zuletzt um den Sieg kämpfte, nur mit einer Nase an Sudan scheiterte.
Bei der „größten Kaffee-Party Deutschlands“ erwartet das Publikum eine umfangreiche Karte von zehn Rennen. Zweite Säule der Karte ist der Dallmayr Coupe Lukull (Listenrennen, 20.000 Euro, 1600 m) für dreijährige und ältere Stuten. Hier könnte die Royal Dragon-Tochter Waky Love (Jean-Pierre Carvalho) nach ihrem Ehrenplatz auf Hamburger Gruppe-Parkett vor einem Volltreffer stehen.











