Hurricane Run, Azamour, Doyen, Alamshar, Golan, Galileo, Montjeu, Daylami, Swain. Das ist nur eine kleine Auswahl der Sieger in den King George VI and Queen Elizabeth II Diamond Stakes. Das Gruppe I-Rennen in Ascot, dotiert mit 750.000 Pfund, ist ohne Zweifel eines der wichtigsten Rennen des europäischen Turfs und in der Regel (in den letzten drei Jahren allerdings nicht unbedingt) der erste bedeutende Vergleich zwischen den besten Dreijährigen und den älteren Grand Prix-Cracks.
Leider ist der Reiz des Altersvergleichs in diesem Jahr kaum gegeben, nachdem mit Authorized und Soldier of Fortune der englische und irische Derbysieger dem Rennen fernbleiben. Lediglich Yellowstone aus dem Stall von Aidan O’Brien befindet sich noch im Aufgebot, doch erstens galt er einen Tag vor der offiziellen Starterangabe noch als zweifelhafter Starter (er könnte auch den Prix Eugene Adam in Maisons-Laffitte bestreiten), und zweitens vertritt er kaum die Klasse, um ein ernsthafter Prüfstein für die Älteren zu sein, hat er doch als einziger aus dem derzeit achtköpfigen Aufgebot dieser Prüfung noch kein Gruppe-Rennen gewonnen.
Apropos Gruppe-Rennen: 27 Gruppe-Siege, davon elf auf höchstem Parkett können die acht potenziellen Starter vorweisen. Und einer dieser Starter kommt aus Deutschland, denn wie es schon vor seinem dritten Platz im Grand Prix de Saint-Cloud geplant war, versucht sich Stall Renis Lando-Sohn Prince Flori (Foto) in der „Höhle des Löwen“. Der Lando-Sohn aus dem Stall von Sascha Smrczek steht natürlich – selbst wenn es sicher nicht die bestbesetzten „King George“ aller Zeiten sind, vor seiner bislang schwersten Aufgabe.
Denn mit Dylan Thomas und Scorpion, beide aus dem Quartier von Startrainer Aidan O’Brien, trifft er auf den irischen Derbysieger des Vorjahres, und den Sieger des Coronation Cup, bzw. St.Leger. Verdient hat der Galopper des Jahres 2006, der derzeit bei den Buchmachern zu Kursen um 14-1 gehandelt wird, einen Start in diesem Rennen aber allemal, war er in Saint-Cloud doch beispielsweise vor Mick Channons Youmzain (Channons erster Starter überhaupt in den „King George“), der derzeit als Vierter Favorit für das Rennen am Samstag gilt.
Richard Hughes sitzt im Sattel des Preis von Europa-Siegers, der nach meinung seines Trainers für sein schwaches Laufen in Saint-Cloud entschuldigt, als er drei Längen hinter Prince Flori nur Fünfter wurde. „Er rutschte dort im ersten Bogen weg und dann war das Tempo auch zu langsam für ihn“, so Channon.
In der Favoritenrolle stehen wieder einmal die Pferde aus Ballydoyle, Dylan Thomas und Scorpion. Dylan Thomas, der zum elften Mal in Folge von einem anderen Jockey gesteuert wird (diesmal darf sich Johnny Murtagh versuchen), war zuletzt Zweiter in den Prince of Wales’s Stakes in Ascot und im Tattersalls Gold Cup auf dem Curragh.
Um 28:10 bewegt sich derzeit sein Kurs, den weichen Boden, den es in Ascot geben könnte (für Mittwoch und Donnerstag war noch Regen in London angesagt) liebt der Danehill-Sohn nicht unbedingt. Scorpion geht wieder einmal mit Mick Kinane in dieses Rennen und der ehemalige irische Championjockey gilt als wahrer Spezialist für dieses Rennen, hat er es doch bereits fünfmal für sich entscheiden können.
Scorpion gewann den Coronation Cup in Epsom, war danach während Royal Ascot Zweiter zu Hamdan Al Maktoums Maraahel in den Hardwicke Stakes. Und am Samstag kommt es zwischen diesen beiden zur Revanchepartie, denn Maraahel, von Michael Stoute trainiert, und von Richard Hills geritten, ist erneut mit von der Partie. Und unterschätzen sollte man den Siebenjährigen nicht, denn er hat soviel Gruppe-Rennen (7) gewonnen wie kein anderer Starter, auch wenn er auf höchstem Level noch nie als Erster über die Linie gekommen ist.
Trainer Saeed Bin Suroor hat das Rennen fünfmal gewonnen, so oft wie sonst nur der legendäre Major Dick Hern. Er bietet für Godolphin am Samstag Laverock auf, den deutschen Turffans als Zweiter des letztjährigen Dallmayr-Preises und Gegner von Quijano in Dubai, bestens bekannt. Zuletzt war der Hengst, der natürlich von Frankie Dettori geritten wird, Zweiter in den Princess of Wales’s Stakes, eine Form, die er natürlich noch steigern muss.
Als großer Außenseiter geht der eigentlich als Extremsteher bekannte Sergeant Cecil aus dem Stall von Rod Millman ins Rennen. Zuletzt enttäuschte der Achtjährige, der im Alter von sieben Jahren sein erstes Grupperennen gewann, im Ascot Gold Cup krass. Warum man es mit dem auf der Insel so populären Wallach nun wieder über 2400 Meter versucht, ist schon etwas merkwürdig, denn bei 17 Versuchen auf dieser Distanz konnte der King’s Signet-Sohn lediglich einmal gewinnen.
Vielleicht gelingt seinem Jockey Ryan Moore ja noch einmal so ein Weltklasseritt wie mit Notnowcato in den Eclipse Stakes, doch selbst das würde vermutlich nicht viel helfen.
Und dann ist da eben, Prince Flori, der am Samstag in die Fußstapfen von Boreal (2002 Siebter) und Platini (1993 Zehnter) tritt und durchaus Chancen auf ein gutes Abschneiden hat, auch wenn er auf einem Rechtskurs bislang noch nicht gewonnen hat. Trainer Sascha Smrzcek ist jedenfalls nicht bange.
„Wir sind uns der Schwere der Aufgabe bewusst. Geschenkt wird uns dort nichts, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wir wollen mit Prince Flori in den Arc und da muss man eben auch hier antreten. Am Freitag morgen geht Prince Flori auf die Reise“, so der Düsseldorfer Coach. Mit von der Partie werden in Ascot auch die Besitzer des deutschen Cracks sein, die zuletzt in Paris nicht vor Ort gewesen waren.











