Am großen französischen Nationalfeiertag feiern, richtig, die Franzosen. So auch nach dem Grand Prix de Paris. Denn weder der Englische Derbyzweite Eagle Mountain, noch die einstigen Derby-Favoriten Axxos und Prinz konnten ein ernstes Wörtchen um den Sieg in dem Gruppe I-Rennen mitreden.
Doch Grund zur Freude hatte Turfdeutschland am Samstagabend um 20:28 Uhr dann doch! Platz zwei für Axxos. Eine Leistung, mit der im Vorfeld so recht keiner gerechnet hatte.
In einem phantastisch besetzten Rennen zog sich der Ittlinger ausgezeichnet aus der Affäre. Nur gegen Zambezi Sun hatte der Union-Sieger letztendlich keinerlei Chancen. Die restlichen Superstars aus Frankreich blieben allesamt hinter dem Monsun-Sohn.
Für dessen Nachnennung legte Manfred Ostermann, der nicht live in Paris dabei war, am Mittwoch 36.000 Euro auf den Tisch. Rund 100.000 Euro mehr werden nun am Montag von France Galop dem Gestüt Ittlingen gutgeschrieben. Für Platz zwei in dem Rennen über 2400 Meter gab es 137.160 Euro. Das Investment hat sich also gelohnt. Zumal Axxos nach dieser Form seinen Wert um ein Vielfaches gesteigert hat.
Andrasch Starke servierte dem schwarzen Hengst aus dem Schiergen-Stall ein Bilderbuch-Rennen, hatte das Glück aber auch gänzlich auf seiner Seite. Überschattet wurde das Rennen vom Sturz von Kieren Fallon, der in der Gegenseite nach einem Nicker von Eagle Mountain zu Fall kam. Während Fallon zunächst bis Minuten nach dem Rennen an der Sturzstelle liegenblieb, galoppierte der reiterlose englische Derby-Zweite Eagle Mountain im Fahrwasser von Axxos, der vorne die Fahrt bestimmte.
Andrasch Starke hielt Axxos im Einlauf geschickt an der Innenseite, das reiterlose Pferd machte es für die nachsetzenden Kandidaten kaum leichter, lag lange genau neben Axxos. Vor allem Sagara, im Ziel Dritter, kostete ein kaum einwandfreies Rennen im Einlauf hinter Eagle Mountain wohl den Ehrenrang. Diesen verteidigte Axxos, als Sagara dann auf Touren kam, tapfer bis über die Linie.
Mehr war jedoch nicht drin. Vorne machte Zambezi Sun das 600.000 Euro-Rennen zu einer One Horse Show. Als Stephane Pasquier den Dansili-Sohn an der 300 Meter-Marke neben Axxos einsetzte, war dieser auf einen Ruck auf und davon und verabschiedete sich von Axxos und Co.
Zambezi Sun bleibt bei drei Starts in Longchamp somit ungeschlagen, war zuvor Vierter im Französischen Derby geworden, wo er auf den letzten Metern nur so heranrauschte. Als nächstes wird man den Hengst im Prix Niel und dann im Arc de Triomphe sehen.
Das Pariser Publikum hatte den von Pascal Bary trainierten Hengst zum 29:10-Favoriten gemacht, Axxos ging zu einem Kurs von 130:10 (Platz 42:10) an den Start des Rennens. In diesem war Prinz als längster Außenseiter angetreten, notierte, als sich die Boxen bei traumhaften Bedingungen öffneten, bei 340:10.
Unter Eduardo Pedroza hatte der Paolini-Bruder dann auch schnell ausgespielt und wurde am Ende nur Letzter. Mitte der Geraden hatte Prinz aber alles andere als ein optimales Rennen, saß zweimal hoffnungslos fest, packte aber auch, als er eine freie Passage fand, nicht mehr entscheidend an und landete eine Nase hinter dem fünften Geld.
Für die Titelverteidigung musste das Team von Prinz Khalid Abdullah, das im Vorjahr bereits mit Rail Link diese Prüfung gewonnen hatte, lange schwitzen. Die Rennleitung überprüfte das Rennen knapp eine Stunde lang, da Stephane Pasquier und Zambezi Sun an dem Zwischenfall mit Eagle Mountain beteiligt gewesen sein sollen. Nach einer 45-minütigen Überprüfung beließ es die Rennleitung bei dem Einlauf. Bei der Siegerehrung gab es vereinzelt Pfiffe.
‚Axxos ist ein tolles Rennen gelaufen, und wir sind natürlich sehr zufrieden. Er wurde optimal geritten, und Andrasch hat ihm alles perfekt eingeteilt. Das nächste Ziel ist noch offen. Ich werde mich mit Herrn Ostermann absprechen, eventuell kommen weitere Starts im Ausland und natürlich auch der Große Preis von Baden in Betracht‘, so Peter Schiergen nach dem Rennen gegenüber GaloppOnline.de.












