Bravo Bussoni! Blume-Hengst dominiert Paris-Rahmen

959.000 Euro wurden am Samstag in Paris allein an Preisgeld ausgeschüttet. Rechnet man Besitzer- und Züchterprämien hinzu, ging es ab 17:40 Uhr in Longchamp um knapp 2 Millionen Euro. Um einen Teil dieser Summe bewarben sich mit Weltträumer, Sister Act, Red Diva, Le Miracle, Bussoni, Dragon Fly, Axxos und Prinz auch acht in Deutschland trainierte Pferde.

Zum Auftakt gab es Platz drei für Deutschland. In einem 34.000 Euro-Rennen hatte der von Andreas Trybuhl trainierte Weltträumer zwar nicht den Hauch einer Chance gegen Sageburg und Noble Prince, verdiente als Vorletzter in dem Vier-Pferde-Rennen aber immerhin 5.100 Euro. Zehn Längen hinter dem heißen Favoriten Sageburg kam Weltträumer unter Adrie De Vries über die Linie, acht Längen vor ihm landete Noble Prince, der aus der Zucht des Gestüts Etzean stammt.

Ein Rennen nach den Dreijährigen war der jüngste Jahrgang dran: Prix Roland de Chambure, ein Listenrennen für zweijährige Pferde. In der mit 52.000 Euro dotierten 1400 Meter-Prüfung versuchte sich auch die Rulec-Stute Sister Act. Unter Dominique Boeuf belegte die Zweite aus dem Hamburger Sierstorpff-Rennen als 110:10-Chance den fünften Platz (2.600 Euro) und zog sich dreieinhalb Längen hinter dem Sieger ordentlich aus der Affäre. Der Sieg ging abermals in den Fabre-Stall, für den Stephane Pasquier den kochendheißen 14:10-Favoriten Alexandros (ein Kingmambo-Sohn von Sheikh Mohammed) sicher nach Hause ritt.

Den Fabre-Hattrick machte Van Gosh im Prix de Thiberville perfekt. Die Peintre Celebre-Tochter gewann als 180:10-Außenseiterin und zweite Fabre-Farbe das Listenrennen über 2400 Meter. In dem Stutenrennen war auch die Ittlingerin Red Diva angetreten. Nach Platz sieben in den Oak d’Italia, wo sie ein denkbar schlechtes Rennen hatte, hatten ihr die französischen Wetter keinerlei Chancen zugebilligt und machten sie zur längsten Außenseiterin (360:10) im Feld.

Doch Red Diva lief aus zunächst hinteren Regionen ein Riesen-Rennen und wurde Vierte. Auf den letzten Metern verteidigte die Stute unter Andreas Suborics tapfer das vierte Geld, verdiente 5.200 Euro und sollte nach dieser Form in Deutschland noch einiges von sich hören lassen. Die Stute besitzt eine Nennung für den Walther J. Jacobs-Stutenpreis in Bremen, der über 2200 Meter führt.

Richtig Grund zu Feiern hatten die deutschen Turffans dann nach dem Prix Maurice de Nieuil. Mit Bussoni, Le Miracle, Dragon Fly und Macleya im Siebener-Feld standen die Chancen auf den Sieg eines deutsch gezogenen Pferdes ohnehin gut.

Und nach 2800 Metern hatte Bussoni unter Christophe Soumillon tatsächlich die Nase vorne. Deutscher Gruppesieg am Nationalfeiertag in Frankreich! Und ein richtig spannender noch obendrein.

Soumillon servierte dem Goofalik-Sohn ein Traumrennen, teilte ihm von vorne alles passend ein. Eingangs der Geraden schickte der Champion-Jockey den vom Gestüt Karlshof gezogenen Hengst weg und verteidigte den Sieg tapfer über die Linie. Dabei stand der Zielpfosten genau richtig. Nur einen Galoppsprung weiter wäre der Sieg in den Fabre-Stall gegangen. Aber der Zielpfosten stand eben genau da, wo er stand.

Eine Nase trennte Bussoni, der als 44:10-Chance angetreten war, von dem heranrauschenden Dansili-Bruder Champs Elysees. Auf Platz drei folgte die Schlenderhanerin Macleya. Der Gold Cup-Dritte Le Miracle und der Wiedinger Dragon Fly hatten keinerlei Möglichkeiten und landeten auf den Plätzen sechs und sieben. Allerdings gilt es die Form von Le Miracle wohl zu streichen, kam dieser doch lahm aus dem Rennen.

Für den Sieg werden dem Stall Kaiserberg 74.100 Euro überwiesen. Als Jährling investierte Dietmar Dreier schlappe 10.000 Euro in Bussoni. Die deutschen Galopper verdienten rund um den Grand Prix de Paris satte 87.000 Euro.

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