Alle schienen sich im Vorfeld einig zu sein – das zu schlagende Pferd im Dresdner Auktionsrennen ist Smokejumper. Der dreijährige Hengst aus dem Stall von Erik Mäder hatte die Form, hatte die Klasse. Im Sattel der an diesem Tage bereits mehrfach erfolgreiche Jean-Pierre Carvalho.
Alle Zeichen standen also auf Sieg und auch die Wetter vertrauten klar auf den Mäder-Kandidaten. Doch es kam anders: Sieger mit einer Super-Quote von 453:10 wurde Super Eagle unter Henk Grewe.
Mit einem Auge auf familiäre Details, hätte man dem Auenadler-Sohn aus dem Stall von Stefan Wegner vielleicht eher eine Chance eingeräumt, denn sein Bruder Super Hector gewann genau dieses Rennen im vergangenen Jahr. Als Züchter zeichnet in beiden Fällen das Gestüt Rheinberg verantwortlich.
„Das Pferd hat mir bereits bei der Auktion sehr gut gefallen, und ich habe den jetzigen Besitzer zweimal angestoßen, damit er es kauft“, so Trainer Stefan Wegner nach dem Sieg. „Wir haben uns extra dieses Rennen für ihn ausgesucht und die anderen Auktionsrennen ausgelassen.“
Das war offenbar die richtige Entscheidung. Nach einem Rennen an vierter Stelle hinter Aleandros, La Bonita und Zobel Davis startete Super Eagle seinen Angriff und sicherte sich den letztendlich leichten Sieg mit zwei Längen Vorteil.
„Bei seinem letzten Start hatte er Verspannungen im Trapez-Muskel, deswegen war diese Leistung zu streichen“, so Wegner. „Ursprünglich sollte Andreas Helfenbein reiten, doch da er in Bad Harzburg ist, haben wir uns für Henk Grewe entschieden, der seine Sache hervorragend gemacht hat.“ Smokejumper, der auf den letzten Metern noch enorm schnell wurde, sicherte sich hinter der Stute Zobel Davis das dritte Geld.
Mit Gaze und French Emotion lieferten sich bei der Wettchance des Tages auf den letzten Metern zwei Formpferde ein Duell. Sieger mit einem kurzen Kopf, die vierjährige Galileo-Stute aus dem Gestüt Auenquelle. Das Kommando wurde nach dem Start von Kolmar übernommen, der das Feld auch in den Einlauf führte.
Dann erfolgte der Angriff von Gaze an der Innenseite, die Stute kam ins Rollen und sah bereits wie die Siegerin aus, als French Emotion durch die Mitte kommend noch enorm stark wurde. Doch blieb es knapp beim Favoritensieg und dem zweiten Streich des Tages von Jean-Pierre Carvalho.
Im Zweijährigen-Rennen, der Auftaktprüfung des Dresdner Renntags, siegte Acotango hoch überlegen. Der auch am Toto als klarer Favorit gehandelte Hengst aus dem Stall von Erika Mäder, war das einzige Pferd im Feld, das bereits ein Rennen absolviert hatte und dort einen guten Eindruck hinterließ.
Der Pentire-Sohn unter Jean-Pierre Carvalho übernahm kurz nach dem Start die Spitze und führte das Feld nach Belieben an. Bereits mit Vorsprung in die Zielgerade kommend, zündete der Fuchs hier dann noch den Turbo und verabschiedete sich von seinen Gegnern – er bemühte seinen Reiter kaum noch. Ischka, aus dem Stall von Michael Sowa, zeigte ein ordentliches Debut und sicherte sich den zweiten Platz vor Aerospace.
Fünf Ritte, drei Siege und eine Platzierung – mit dieser guten Bilanz kann Jean-Piere Carvalho heute somit nicht nur den französischen Nationalfeiertag feiern.
Überschattet wurde der Renntag von einem schweren Unfall im vierten Rennen. Beim Start hatte Lishad Reiterin Katharina Werning abgeworfen und stürmte anschließend in die Bahnbegrenzung und riss dabei einen 83-jährigen Zuschauer um und traf diesen mit einem Huf im Gesicht.
Der Mann musste schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden. Das Pferd überschlug sich, brach sich dabei ein Gelenk und musste eingeschläfert werden. Katharina Werning blieb unverletzt.











