Er war stolz, die Stimme nach enormen Anfeuerungsrufen ein wenig angegriffen: Der Hannoveraner Trainer Christian Sprengel freute sich wie ein Schneekönig. Sein Schützling, der fünfjährige Big Shuffle-Sohn König Turf (Foto), avancierte am Samstag zum König von Hamburg.
Als 40:10-Mitfavorit holte er sich unter Torsten Mundry den JAXX-Pokal, das mit 50.000 Euro dotierte Gruppe III-Rennen über 1600 Meter am Eröffnungstag der Derby-Woche.
Eigentlich lief schon Stunden vor der Prüfung alles günstig für König Turf. Die heftigen Regenfälle waren ganz nach dem Geschmack des Hengstes, der nach einer Verletzungspause wieder großartig in Gang gekommen ist.
Der hohe Favorit Aviso übernahm mit Andreas Suborics sofort die Spitze, gefolgt von Signum und Madresal, König Turf war als Vierter postiert vor Aspectus am Schluss.
Im Einlauf kam Aviso auf unpassendem Geläuf bald nicht mehr weiter, während Mitte der Geraden ganz außen König Turf in großer Manier an der Konkurrenz vorbeistürmte. Mit einer Länge behauptete er sich gegen Aspectus, der erst spät so richtig anpackte. ‚Er ist gegen die Order geritten worden, sollte an erster oder zweiter Stelle gehen‘, haderte Trainer Hans-Albert Blume mit Jockey Adrie de Vries.
Aviso konnte sich am Ende nicht mehr steigern, der Mehl-Mülhens-Sieger scheiterte an den Bedingungen. ‚Das war gar kein richtiger Boden mehr‘, sagte Gestütsleiter Gebhard Apelt, während Andreas Suborics meinte: ‚Der Rennverlauf war optimal, aber er kam mit dem Boden nicht zurecht.‘ Madresal und Signum konnten sich bald nicht mehr verbessern, landeten auf den Rängen vier und fünf.
Ein strahlender Christian Sprengel (die Besitzer, der Stall 66, kommen aus Goslar) erklärte nach dem Triumph von König Turf: ‚Es macht mich stolz, da wir König Turf nach einer Knochenabsplitterung selbst im Stall behandelt haben. Er hat zwei Schrauben im Bein. Der Boden passte. Wahrscheinlich läuft er nun im Prix Messidor am 22. Juli. Gerne würde ich wieder Torsten Mundry engagieren.‘











