Das Finish im Hauptrennen des Tages riss die Zuschauer an der Oos förmlich von den Sitzen. Zwar hatten die meisten Besucher die beiden Pferde, die sich einen erbitterten Kampf bis zur Linie lieferten nicht auf dem Schein, und doch machte der Endkampf, den Jean-Pierre Carvalho und Wladimir Panov zeigten, mächtig Spaß.
Das bessere Ende hatte Carvalho auf Caudillo. Auf dem letzten Galoppsprung schnappte sich der vierjährige Acatenango-Sohn den Ausgleich I über die Derbydistanz. In diesen war ein einstiger Mitfavorit des Blauen Bandes als klarer 23:10-Favorit gegangen. Doch bereits Mitte der Geraden war abzusehen, dass der Shirocco-Bruder September Storm heute weggepustet werden würde.
Begonnen hatte das Rennen mit dem Stehenbleiben des Co-Favoriten Jump For You (51:10), der wie schon öfters in Hong Kong nicht aus der Maschine absprang und somit die tolle Leistung seines Deutschland-Debüts nicht untermauern konnte. ‚Was soll ich dazu sagen. Er wollte wohl los, aber dann blieb er wieder stehen. Wir machen weiter – vielleicht über die Sprünge‘, so ein enttäuschter Werner Baltromei.
Unterwegs sorgte Norman Richter auf September Storm für gutes Tempo, konnte in der Geraden aber nicht entscheidend zulegen und wurde Dritter. ‚Es war sicher nicht leicht von vorne zu reiten, das eigentlich nur Plan B, wenn niemand das Tempo macht. September Storm hat unterwegs auch keine Verschnaufpause bekommen‘, so Trainer Jens Hirschberger nach der Vorstellung von September Storm.
Deutlich vor dem Ullmann-Hengst machten sich der sechsjährige Salattus (158:10) und Caudillo frei, kämpften die Siegbörse von 12.000 Euro unter sich aus. Erst als der Zielpfosten erreicht war, hatte der von Dr. Andreas Bolte trainierte Caudillo die Nase vorn. Für den legendären Fährhofer Deckhengst Acatenango war es somit ein 1,2 in diesem Top-Handicap.
„Er ist ein toller Kämpfer und hat immer wieder angepackt. Es hat alles gepasst heute“, so Jean-Pierre Carvalho nach dem Rennen. „Caudillo ist ein sehr gutes Pferd, hat sich über Winter noch einmal deutlich gesteigert. In Longchamp hatte er als Vierter zuletzt viel Pech, hätte vielleicht schon da gewinnen können“, erläuterte Trainer Dr. Andreas Bolte.
Auf die Frage von Moderator Daniel Delius, ob man nach einem Rennen von Caudillo (51:10), der im letzten Jahr sogar lange für das Deutsche Derby im Gespräch war, auch einmal die Nationalhymne hören würde, antwortet dieser: „Ich hätte nichts dagegen.“ Black Type-Rennen werden nach dieser Form nun sicher ins Auge gefasst werden.
‚Ich habe keine Erklärung, dass er nur Dritter wurde. Er war sehr weit geschlagen und gab auch schon früh auf‘, kommentierte Jockey Norman Richter den dritten Platz von September Storm, während Kollege Wladimir Panov mit der Vorstellung von Salattus natürlich vollstens zufrieden war: ‚Er ist sehr gut gelaufen. Am Ende hat nur ein kleines Stück zum Sieg gefehlt. Im Schlussbogen mussten wir eine kleine Störung hinnehmen, da kam er etwas aus dem Tritt. Vielleicht hat uns das den Sieg gekostet.‘










