Neuss: Die Bagger r?cken vielleicht schon im M?rz an

An diesem Freitag könnte zumindest eine erste Vorentscheidung darüber fallen, wie es zukünftig auf der Galopprennbahn in Neuss aussehen wird. Der Rat der Stadt Neuss hat einen dementsprechenden Punkt bei seiner Sitzung auf der Tagesordnung, doch wird es ein endgültiges Votum voraussichtlich erst im Frühjahr 2007 geben.

Auf einer Sonderseite fasste die Neuss-Grevenbroicher Zeitung den Stand der Dinge zusammen und titelte griffig: „Abriss, Sanierung oder Neubau?“. Denn das sind die drei Alternativen für das stadtnahe Gelände. Schon vor einigen Monaten hatten wir an dieser Stelle das Konzept der HBW Stadien- und Sportstättenbau GmbH vorgestellt, es läuft unter dem Namen „Galopp sucht mehr“. Das Unternehmen steht für die „große Lösung“, die den Bau einer Multifunktionshalle für 3000 Zuschauer vorsieht.

Deren Ostseite soll gleichzeitig als Rennbahntribüne genutzt werden. Im Innenraum soll eine Naturtribüne errichtet werden, dazu soll dort ein See entstehen.

Das kostet nach Expertenmeinung deutlich mehr als die zunächst veranschlagten 2,5 Millionen Euro, zudem wäre eine Zwischenfinanzierung durch die Stadt notwendig. Eher in der Favoritenrolle ist die „kleine Lösung“.

Mit dem Erlös aus Grundstücksverkäufen sollen Tribüne, Wetthalle und Restaurant saniert werden, die Kosten dafür liegen bei neun Millionen Euro, zwei Millionen hätte die Stadt aufzubringen. Eine dritte Möglichkeit wäre die Einstellung des Rennbetriebs, der Abriss aller bisherigen Gebäude und die Einzäunung des Geländes, das fortan als „grüne Lunge“ genutzt würde.

Doch dieses Radikallösung, die das Ende des Rennsports in Neuss bedeuten würde, wollen dem Vernehmen nach doch nur wenige Politiker in der Stadt.

Zunächst einmal geht es im Rat um die Zwischenfinanzierung. Denn dazu sind Grundstücksverkäufe notwendig, die zu prüfen sind. „Ich erwarte eine Entscheidung in der Sache erst in der März-Sitzung des Rats“, sagte Karl-Heinz Baum, der Vorsitzende des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung zur Neuss-Grevenbroicher Zeitung. Möglicherweise fällt dabei für die Rennbahn sogar ein neuer Untergrund ab.

Rund 500 000 Euro soll eine moderne Sandbahn nach englischem oder französischem Vorbild kosten. Wenn die Entscheidungen des Rats im März gefällt werden, werden die Abrissbagger wohl schon wenige Tage später kommen. Sollte es zu einer Lösung kommen, bei dem der Rennsport auch zukünftig in Neuss eine Rolle spielen wird, dann dürfte es wegen der Baumassnahmen allerdings eine längere Rennpause geben, auf rund 18 Monate werden die Arbeiten taxiert.

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