Die Generalprobe vor fünf Wochen in den Canadian Stakes, einem Grade II-Rennen über 1800 Meter vor Ort in Woodbine, ging in die Hose. Doch damals war man im Lager der Diana-Siegerin Almerita (Foto) nicht gerade begeistert vom Ritt von Darryll Holland auf der Medicean-Tochter, die zwar nur als Fünfte von sechs Starterinnen ins Ziel kam, jedoch nicht einmal zwei Längen hinter der Siegerin Ready’s Gal über die Linie galoppierte.
Nach dem Start blieb die Dreijährige in Kanada, am Sonntag stehen nun die E.P.Taylor Stakes an, ein mit 1 Million Canadian Dollar (ca. 672.000 Euro) dotiertes Grade I-Rennen über 2000 Meter auf Gras, in dem sich schon häufiger deutsche Stuten versuchten. So belegte im Vorjahr die Schlenderhanerin Iota in dieser Prüfung den achten Platz.
Zwei Jahre zuvor war mit Walzerkoenigin eine weitere Schlenderhanerin angetreten, sie wurde damals Fünfte. Und 2001 hatte die von Andras Wöhler trainierte Ittlingerin Abitara in diesem Stutenrennen den siebten Rang belegt. Und nun versucht es bei der 51. Austragung dieses Rennens Almerita, die klassische Siegerin aus dem Besitz von Dr. Christoph Berglar, trainiert von Waldemar Hickst, der am Donnerstag Richtung USA geflogen ist.
Und man darf davon ausgehen, dass es kein einfaches Unterfangen für die Dreijährige wird, die Patrick Husbands, einen der Topjockeys in Kanada im Sattel haben wird. Denn elf Gegnerinnen stellen sich ihr in den Weg. Und die sind ganz sicher nicht ohne.
Latice (Trainer Jonathan Shepard/Jockey Cornelio Velasquez), Ambitious Cat (Eric Coatrieux/Todd Kabel) und Barancella (Bobby Frankel/Javier Castellano) belegten vor 12 Monaten im gleichen Rennen die Plätze zwei und vier hinter der Siegerin Honey Ryder.
Und Ambiitious Cat war zuletzt in den Canadian Stakes als Vierte schon vor Almerita. Noch besser konnte es damals aber Redy’s Gal (Todd Pletcher/John Velasquez), die das Rennen als Siegerin beendete, damals die Favoritin Arravale (Mac Benson/Jose Valdivia jr.) schlug, die am Sonntag ebenfalls wieder mit von der Partie ist.
Da kann man sich ausrechnen, dass Almerita kaum zu den Favoritinnen dieses Rennens zählen wird. Zumal mit Angara (Bill Mott/Fernando Jara), die im letzten Jahr die Beverley D. Stakes gewann und Siebte im Breeders‘ Cup Filly & Mare Turf war, eine zweifache Grade I-Siegerin im Rennen ist.
Ein interesantes Pferd ist sicher auch Naissance Royale, die im Juni in Woodbine die Nassau Stakes (Grade II) gegen Ambitious Cat gewann. Garrett Gomez reitet für Trainer Christophe Clement. Nicht ganz so stark sind sicher Beautiful Bets (Glenn Wismer/Willie Martinez) und Live Life (Neil Drysdale/Pat Valenzuela) einzustufen.
Zweite europäische Starterin in diesem Zwölferfeld ist die von Michael Soute trainierte, vierfache Gruppesiegerin Red Bloom. Die Fünfjährige, für die man Michael Kinane verpflichtet hat, konnte zuletzt ihren Titel in den Blandford Stakes (Gruppe II) auf dem Curragh verteidigen. Zweijährig avancierte sie in der Fillies‘ Mile in Ascot bereits zur Gruppe I-Siegerin.
Eine starke Form zeigte sie in dieser Saison auch in den Pretty Polly Stakes auf dem Curragh, als sie in dem von Alexander Goldrun gewonnen Gruppe I-Rennen den dritten Platz belegte. Das Feld wird komplettiert durch die Ebbesloherin Aubonne, die schon lange für Gary Tanaka startet und von Neil Drysdale trainiert wird. Die Reiterfrage war bei der Monsun-Tochter am Donnerstag noch offen, sie wird sicher auch zu einem höheren Toto an den Start gehen.
Hauptrennen des Tages ist natürlich das Canadian International, mit 2 Millionen Canadian Dollar dotiert, über 2400 Meter führend, auf Gras gelaufen. In den letzten beiden jahren hatte sich hier mit Andreas Wöhlers Schimmel Simonas auch ein in Deutschland trainiertes Pferd versucht, doch in diesem Jahr geht dieses Grade I-Rennen ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. Dafür ist ein guter Bekannter mit von der Partie.
Nämlich Alan Swinbanks Globetrotter Collier Hill, der schon in fünf Ländern erfolgreich war (Großbritannien, Schweden, Dubai, Irland, Deutschland). Wie immer wird Dean McKeown den Achtjährigen reiten, der am Sonntag auf neun Gegner trifft. Dazu zählen mit dem mehrfachen Gruppe III-Sieger Blue Monday (Roger Charlton/Steve Drowne), der Aga Khan-Stute Kastoria (John Oxx/Michael Kinane, zuletzt Siegerin über Yeats im Irischen St. Leger) und dem Dreijährigen The Last Drop (Barry Hills/Richard Hills, zuletzt Zweiter zu Sixties Icon im englischen St. Leger) drei weitere in Europa trainierte Pferde.
Von den Amerikanern verdient natürlich Relaxed Gesture (Christophe Clement(Garrett Gomez) einen Hinweis, denn er ist der Vorjahressieger, schlug vor zwölf Monaten solche Cracks Meteor Storm, Electrocutionist und Grey Swallow. Mit viereinhalb Längen Vorsprung setzte er sich damals durch. Seine aktuelle Form ist aber nicht so gut. So war er zuletzt nur Fünfter von sieben in den Man O’War Stakes. Damals war Go Deputy (Todd Pletcher/John Velasquez) Zweiter.
Meteor Storm (Wally Dollase/Javier Castellano), der Vorjahreszweite, versucht sich erneut, auch der Wallach Jambalaya (Catherine Day Phillips/Jono Jones) war im letzten Jahr bereits dabei, wurde damals Siebter. Last Answer (Michael Keogh/Emile Ramsammy) und Sky Conqueror (Darwin Banach/Todd Kabel) komplettieren das Starterfeld des Canadian Internationals.












