Hurricane Run war angetreten, um sein Superstar-Image wieder aufzupolieren. Doch daraus wurde nichts. Der Ammerländer musste die vierte Niederlage der Saison hinnehmen. Die vierte Niederlage der Saison, die dritte gegen die Super-Stute Pride.
Wie bereits sein Vater Montjeu, der sich als kochendheißer Favorit in den Emirates Airlines Champion Stakes Kalanisi geschlagen geben musste, konnte auch Hurricane Run in Newmarket nicht gewinnen.
Der große Star der Champion Stakes wurde die sechsjährige Stute Pride. Bei ihrem 24. Start gewann diese ihr achtes Rennen. Die Arc-Zweite, die zuvor bereits Ehrenränge in diesem Event im Vorjahr hinter David Junior und dem Hong Kong Cup belegt hatte, war unter Christophe Lemaire als dritte Favoritin angetreten, um am Ende leicht mit drei Längen zu gewinnen.
Dabei schlug Pride (45:10) nicht nur Hurricane Run (32:10) und Co., sondern auch die Statistik. Seit 1945 gelang es keinem älteren als fünfjährigem Pferd mehr, die Champion Stakes zu gewinnen. Stuten hingegen haben in dem 2000 Meter-Rennen einen ausgezeichneten Rekord, so gewannen die Ladies 12 Auflagen des Rennens seit 1980, insgesamt nun 23 Mal.
Das Rennen wurde unmittelbar, nachdem sich die Boxen geöffnet hatten, zu einer hoch taktischen Angelegenheit. Das Tempo wollte zunächst keiner machen. So sah man kurz Derbysieger Sir Percy in vorderer Linie. Doch die Spitze übernahm dann schon relativ zeitig Hurricane Run. Sie haben richtig gelesen!
Mick Kinane, der den abgesetzten Christophe Soumillon ersetzt hatte, übernahm selbst das Kommando. Als es 300 Meter vor dem Ziel zur Sache ging, sah es zunächst so aus, als würde Hurricane Run durchgereicht werden. Doch weit gefehlt. Der Ammerländer kämpfte immer weiter und kam noch einmal riesig zurück. Im Ziel aber nur der dritte Rang für den Arc-Sieger 2005, der den Außenseiter Rob Roy noch vor sich dulden musste.
Der 13. Start von Hurricane Run war zugleich sein Letzter in Europa. Im kommenden Jahr wird er im Coolmore Stud seine Karriere als Deckhengst beginnen. Zuvor könnte er noch im Japan Cup oder im Breeders’ Cup Turf antreten.
„Er ist das beste Pferd, das ich jemals geritten hatte“, stellte Jockey Martin Dwyer Derbysieger Sir Percy nach dessen Abschlussarbeit noch ein Zeugnis der Extra-Klasse aus. Die gesamte Woche über war Sir Percy auch als Favorit für die Champion Stakes gehandelt worden, musste diese Rolle erst kurz vor dem Rennen an Hurricane Run abtreten.
Sir Percy, der seit seinem Derbysieg in Epsom nicht mehr am Ablauf gewesen war, war angetreten, um es Sir Ivor nachzumachen. Diesem war es 1968 als letztem Derbysieger gelungen, sich in die Siegerliste der Champion Stakes einzuschreiben. Doch im Ziel gab es für Trainer Marcus Tregoning, der das Rennen zuletzt 2001 mit Nayef gewann, Ernüchterung pur. Sir Percy konnte nie wirklich Akzente setzen und landete im geschlagenen Feld.
Die Dewhurst Stakes, das beste Zweijährigen-Rennen des Jahres, gingen an den Favoriten Teofilo. In dem Gruppe I-Rennen kam es zu dem erwarteten Duell zwischen dem Galileo-Sohn und dem Coolmore-Star Holy Roman Emperor.
Auf diesem erwischte Mick Kinane keinen glücklichen Tag, kam erst spät frei, um im Ziel eine Nase geschlagen zu sein. Der Rennbahnkommentator war sicher, dass Holy Roman Emperor sonst nie verloren hätte. Zu einer Revanche-Partie wird es in den 2000 Guineas 2007 kommen, für die beide Pferde die Wettmärkte nach diesem Rennen natürlich anführen.











