Ein Ansturm der ganz besonderen Art: Super-G?ste in K?ln

Bei der Neuauflage des Rheinland-Pokals der Sparkasse KölnBonn, die dem Renn-Verein am Sonntag wieder mit viel Power zur Seite steht, sind die Chancen auf einen Gäste-Sieg zwölf Monate nach dem Erfolg von Darsalam wieder sehr hoch. Denn im Sekretariat des Veranstalters bemühte man sich nach Kräften und äußerst erfolgreich um Starter, wählte zahlreiche Telefonnummern renommierter internationaler Trainer.

Und siehe da, jetzt kann man in diesem mit 155.000 Euro dotierten Gruppe I-Rennen über 2400 Meter eines der besten internationalen Starterfelder eines deutschen Rennens in der bisherigen Saison präsentieren. Zwei Engländer, ein Ire, ein Schweizer und fünf Deutsche – das ist die Konstellation des neunköpfigen Feldes.

Erstmals in diesem Jahr schickt der Stall Godolphin von Sheikh Mohammed ein Pferd nach Deutschland. Seit Cherry Mix´ Auftritt im Großen Volkswagen Preis von Baden 2005, den er als Fünfter beendete, hielt sich die blaue Flotte fern, sattelte Saeed bin Suroor keinen Starter mehr hierzulande. Und dieser Cherry Mix, 2004 noch in den Lagardere-Farben Zweiter im Arc, präsentiert sich nun im Weidenpescher Park wieder.

Sieht man von einem Erfolg im Gran Premio del Jockey Club vor einem Jahr einmal ab, dann lief für Godolphin mit ihm kaum etwas nach Wunsch. Vor zwei Wochen fungierte der Linamix-Sohn in den King George als Pacemaker für Electrocutionist, nun darf er wieder auf eigene Rechnung starten.

Vielleicht schafft er den ersten Gruppe I-Erfolg 2006 in Europa für seinen Stall. An Jockey Kerrin McEvoy, der bei uns schon zweimal den Großen Preis von Baden mit Warrsan gewann, dürfte der Schimmel kaum scheitern, agiert er doch in beachtlicher Form.

Ein alter Bekannter in Deutschland ist auch der von Alan Swinbank trainierte Collier Hill. In Köln sicherte er sich 2005 den Gerling-Preis, auch als Achtjähriger präsentiert sich der weitgereiste Wallach aktuell in bester Verfassung, war gerade Zweiter im Curragh Cup (Gruppe III) auf dem Curragh. Wie immer sitzt Dean McKeown im Sattel des letztjährigen Irish St. Leger-Siegers. Ein Ziel, das er auch diesmal auf seinem Plan hat.

Ein hochinteresanter Kandidat ist der in Irland von David Wachman (Schwiegersohn von John Magnier) vorbereitete Fracas (Jimmy Fortune). Ungeschlagen ging er 2005 ins Englische Derby, wurde dort Vierter zu Motivator. Weniger brachte sein zweiter Derby-Start ein, in seinem Heimatland wurde er Siebter. Seither wartete man vergeblich auf den In the Wings-Sohn. Fast 14 Monate später sieht man ihn nun wieder.

Vierter Gast im Bunde wird Song Writer sein, den Carmen Bocskai in der Schweiz trainiert und wie in Hamburg Andreas Boschert reitet. Mit einer großen Speedleistung schob er sich im Idee Hansa-Preis als Riesenaußenseiter auf den zweiten Platz vor, zeigte die bislang beste Form seiner Karriere.

Vor ihm landete allerdings Egerton, der nach seiner langen Verletzungspause wieder ganz der Alte scheint. Unter Terry Hellier, der den ehemaligen Baden-Grand Prix-Zweiten auch diesmal wieder reitet, trumpfte der Groom Dancer-Sohn groß auf, scheint alle Mühe, die man sich mit ihm gegeben hat, zu lohnen.

Damals spannte sein Trainingsgefährte Donaldson früh aus, konnte als Sechster seinen Deutschlandpreis-Gruppe I-Sieg aus Düsseldorf nicht bestätigen. Wie damals bleibt Torsten Mundry auf dem Ittlinger, entschied sich erneut für den Lando-Sohn.

Vielleicht kann Donaldson von einem flott gelaufenen Rennen profitieren. Eigens als Tempomacher erwarb das Gestüt Ittlingen in diesen Tagen Academy Reward, der am vergangenen Sonntag zweiter auf Listen-Ebene in Köln war. Andrasch Starke wird auf dem Schützling von Mario Hofer sicher für eine flotte Fahrt sorgen.

Einen schweren Stand dürfte der Wittekindshofer El Tango (William Mongil) besitzen. Steigern muss sich auch All Spirit (Eduardo Pedroza), der bislang noch nicht an seinen Sensationssieg aus dem Gerling-Preis anknüpfen konnte.

Ein ganz großer Tag steht den Kölner Turffreunden bevor. Innerhalb der Neun-Rennen-Karte ist die Silberne Peitsche der Sparkasse KölnBonn (Listenrennen, 20.000 Euro, 1200 m) ein weiteres Highlight. Und in der KölnBonner Meile treffen sich die Top-Handicapper.

Wichtig: Der Westdeutsche Rundfunk berichtet in seinem dritten Fernsehprogramm in der Zeit von 16.05 Uhr bis 16.45 Uhr live und mit großem technischen Aufwand aus dem Weidenpescher Park. Moderiert wird die Sendung von Sabine Hartelt. Ihr zur Seite steht Lutz Mäder. Als Kommentator fungiert Rene Alles.

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