Tops- & Flops von Horn: Von 4er-Wette bis Traber-Panne

Die große Derby-Woche ist Geschichte. Schiaparelli ist der 137. Deutsche Derbysieger. Doch der Hengst von Franz-Günther von Gaertner ist nicht der einzige Gewinner der großen Derby-Woche 2006. GaloppOnline.de hat für Sie das große Derby-Resümee gezogen. Wer waren die Tops, wer die Flops in Horn. Wer waren die Gewinner, wer die Verlierer.

Tops:

Die Kommentatoren: Die Stimmen von Hamburg überzeugten allesamt durch die Bank. Im Führring machte Helmut Kappes gute Analysen, Manfred Chapman riss die Zuschauer mit tollen Reportagen von den Sitzen, bevor dann Daniel Delius die Sache hervorragend abrundete.

Dark Dancer: Wahnsinn. Mit nur zwei Pferden in Training schafft es der Besitzer-Trainer Wilhelm Kelkel wirklich, Fünfter im Derby zu werden. Und dabei hatte Dark Dancer nicht einmal Glück. Mit einem besseren Rennen ist er vielleicht sogar Dritter. So gab es als Trostpflaster immerhin noch 17.000 Euro und eine Wertsteigerung des Pferdes.

Super-Viererwette: Eine Mega-Quote der Viererwette (718.934:10) machte mächtig Werbung für den Rennsport. Und zwei Wetter konnten richtig jubeln. Mit 50 Cent Grundeinsatz über 35.000 Euro kassiert. Klasse! Lediglich die Tatsache, dass der neue 4er-Jackpot erst im nächsten Jahr ausgespielt wird, ist sicher nicht ideal.

Johan Victoire: Der französische Gast Johan Victoire hat unsere deutschen Jungs richtig gefordert. Victoire drückte der gesamten Woche seinen Stempel auf, ein klasse Nachwuchsmann.

Andrasch Starke: Schlagartig meldet sich der mehrfache Champion aus dem Formtief zurück. Und seit Sonntag ist Fakt: Für das Deutsche Derby gibt es keinen besseren Reiter. Nach Robertico, Samum und Next Desert Derbysieg Nr.4.

Flops:

Traber beim Galopp: Der Dienstags-Renntag war eine absolute Katastrophe. Viele Galopp-Aktive blieben bei nur fünf Galopp-Rennen zu Hause. Traber zum Galopp, das ist keine Lösung. Obwohl die Traber strahlten: Mehr wurde bisher nur an ganzen zwei Trabrenntagen im Jahr 2006 gewettet.

Kein Züchter-Preis: Der Hamburger Renn Club hatte für den erfolgreichen Züchter des Derbysiegers nicht einmal einen Ehrenpreis parat. Und das im wichtigsten Rennen des Jahres. Peinlich, peinlich. Da wurde der Rotstift an der falschen Stelle angesetzt.

Nicht in den Toto wetten: Der Umsatz beim Derby hat sich seit dem Jahr 2000 halbiert. Auch dieses Mal fehlte die volle Unterstützung von außen. Die Bookies scheinen noch nicht verstanden zu haben, dass sie bald kein Produkt mehr haben, auf welches sie Wetten anbieten können. Und der Deutsche wettet lieber im Deutschen Derby als in England. Also Bookies, tut mehr für den Toto.

Aktiven-Kritik: Absolut fehl am Platze die Kritik vieler Aktiver am Geläuf. So schlimm war das nicht. Im Gegenteil, die Hamburger haben in Sachen Teppich-Pflege einen Klasse-Job gemacht, an der Spitze „Rasen-Papst“ Friedrich Schenk und Susanne Putensen.

Die Facilities: Im Derby-Club gingen die Preise nach oben, die Qualität nach unten. Im Gastboxenbereich strich man den Stallleuten die Kantine, und das Interieur der Haupttribüne muss dringend überarbeitet werden. Hier hängen schwarz-weiße Uralt-Fotos von Wahler, Sauer und Co. Weg mit den ollen Kamellen, da müssen peppige Rennszenen hin.

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